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Verkehr

Radler legten Schweigeminute ein

650 Radfahrer demonstrierten am Samstag quer durch die Regensburger Altstadt. Das sind ihre Forderungen.
von Sarah Sophie Ruppert

Die Demo war erfolgreich: Teilnehmer mussten auf die gesicherte Straße ausweichen. Foto: Sarah Sophie Ruppert
Die Demo war erfolgreich: Teilnehmer mussten auf die gesicherte Straße ausweichen. Foto: Sarah Sophie Ruppert

Regensburg.Die von der „Aktionsplattform Verkehrswende“ organisierte dritte Fahrradkundgebung stand im Zeichen des im April gestarteten Bürgerbegehrens „Radentscheid Regensburg“. Rund 650 Radler beteiligten sich an der friedlichen Demo und zogen zusammen durch die Stadt. An der Furtmayrstraße, genauer an der Ecke zur Hermann-Geib-Straße, verunglückte im März eine 53-jährige Frau, weil sie von einem abbiegenden Lkw übersehen wurde. Kein Einzelfall, denn bereits im vergangenen Jahr erlag ein 37 Jahre alter Mann seinen Verletzungen an der Kreuzung am Donau-Einkaufszentrum.

Die Demo war erfolgreich: Teilnehmer mussten auf die gesicherte Straße ausweichen. Foto: Sarah Sophie Ruppert
Die Demo war erfolgreich: Teilnehmer mussten auf die gesicherte Straße ausweichen. Foto: Sarah Sophie Ruppert

In Gedenken hielten die Fahrradfahrer für eine Schweigeminute an der Ecke Furtmayrstraße und Hermann-Geib-Straße, um im Anschluss kehrt zu machen und die Forderung der „Verkehrswende“ zu symbolisieren. Veranstaltungsleiter und Mitglied von „Radentscheid Regensburg“, Wolfgang Bogie, weiß, dass an Kreuzungen, an denen Radfahrer nicht durch eine eigene Grünphase geschützt werden, immer die Gefahr besteht, dass sie von abbiegenden Fahrzeugen übersehen werden.

Dritte Fahrrad-Demo in Regensburg

„Wir wollen, dass sich alle Menschen in Regenburg trauen, ihre täglichen Wege im Stadtgebiet sicher und zügig mit dem Fahrrad zurückzulegen“, sagt Mitstreiter Ingolf Radcke.

Der Bürgerentscheid verlangt vor allem Radverkehrsrouten abseits des Hauptautoverkehrs, die stern- sowie ringförmig durch das Stadtgebiet bis hin zu den Landkreisgrenzen verlaufen. Wege in Richtung Landkreisgrenze sollen zügig und störungsfrei befahrbar sein. Dies könnte zum Beispiel entlang der Bahninfrastruktur geschehen. Michael Achmann, ein weiterer Sprecher des Teams „Radentscheid“ meint: „Nur Radwege abseits von Hauptverkehrsachsen sind sicher und attraktiv genug, um Schüler oder Menschen, die sich bei viel Autoverkehr unsicher fühlen, zu motivieren, mit dem Fahrrad zu fahren.“

„Wir wollen, dass sich alle Menschen in Regenburg trauen, ihre täglichen Wege im Stadtgebiet sicher und zügig mit dem Fahrrad zurückzulegen.“

Ingolf Radcke, Demonstrant

Auch Schüler der Initiative „Fridays for future“ unterstützten die Demonstration und stehen für den Klimaschutz ein.

Fahrradfahrer jedes Alters beteiligten sich an der Fahrt. Allein, mit der Familie oder zusammen mit Freunden radelten sie auch bei nicht sommerlichen Temperaturen die durch die Polizei abgesicherte Strecke ab.

Zweite Demonstration am Sonntag

Stefanie Watzlawik kam mit ihren drei Kindern im Lastenfahrrad und ist zum ersten Mal dabei: „Ich bin hauptsächlich in der Stadt mit dem Fahrrad unterwegs und fühle mich auf bestimmten Strecken unsicher.“ Das Bürgerbegehren habe sie schon unterschrieben und findet die Aktion sehr wichtig.

Die Radl-Demo fand ihr Ende am Domplatz. Hier konnten sich die Teilnehmer für das Bürgerbegehren eintragen. Auch zur am Sonntag angekündigten Veranstaltung „Schwing dich aufs Rad!“ in der Keplerstraße und am Fischmarkt werden etwa 150 Leute erwartet.

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