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Bürgerbegehren

Radwegenetz: Visionäre packen es an

Das Bürgerbegehren „Radentscheid“ braucht 6000 Unterschriften in Regensburg. Die Initiatoren haben viele Ideen für die Stadt.
Von Daniel Steffen

Geschütze Radfahrwege, wie hier am Schwanenplatz durch rote Farbgebung und Poller symbolisiert, sind eins von vielen Zielen der Unterstützer des „Bürgerbegehrens Radentscheid“. Fotos: Daniel Steffen/Armin Schmid
Geschütze Radfahrwege, wie hier am Schwanenplatz durch rote Farbgebung und Poller symbolisiert, sind eins von vielen Zielen der Unterstützer des „Bürgerbegehrens Radentscheid“. Fotos: Daniel Steffen/Armin Schmid

Regensburg.Sie wollen gewissermaßen eine Revolution im Radverkehr in Regensburg: Die Beteiligten des Bürgerbegehrens „Radentscheid Regensburg“ haben sich in den vergangenen Monaten formiert und ganz klare Ziele vor Augen. Geht es nach ihrem Willen, dann sieht die Domstadt in möglichst absehbarer Zeit so aus, dass ein Netz von durchgängigen Hauptrouten für den Fahrradverkehr geschaffen worden ist. Diese Routen, so ist ihr Wunsch, bestehen aus Fahrradstraßen, zügig befahrbaren Radwegen sowie geschützten Radwegen an viel befahrenen Hauptstraßen sowie sicheren Kreuzungen. Ihre Vision ist, dass diese Routen alle Stadtteile der Domstadt miteinander verbinden und zudem gute Verbindungen in den Landkreis geschaffen werden. Dies alles sei nur möglich, wenn sich die „Stadt der kurzen Wege“ zu einer „Stadt der attraktiven Fahrradwege“ umwandelt – und das möglichst zeitnah. In einer Konferenz im „Goldenen Ochs“ stellten die Beteiligten ihre Visionen vor und erläuterten zudem ihre geplante Vorgehensweise.

Über allem steht das Ziel, 6000 Unterschriften für das Bürgerbegehren zu erreichen, damit Entscheidungen auf politischer Ebene überhaupt erst getroffen werden können. Einen bestimmten Zeitpunkt für das Erreichen dieser 6000 Unterschriften haben sich die Beteiligten vom „Radentscheid Regensburg“ offiziell nicht gesetzt, doch fiel in diesem Zusammenhang der Begriff Herbst dieses Jahres.

Verkehr

Demo für bessere Radinfrastruktur

Tausende sind in München mit ihrem Fahrrad auf die Straße gegangen, um für eine bessere Infrastruktur zu demonstrieren.

Viele Aktionen sind geplant

Um möglichst zeitnah Unterschriften zu sammeln, planen die Aktivisten in den kommenden Tagen eigene Veranstaltungen und nehmen auch an themenübergreifenden Kundgebungen teil. Unter anderem geschieht dies im „Klimapolitischen Block“ bei der DGB-Maikundgebung ab 9 Uhr sowie bei der „Fridays for Future“-Demo am 3. Mai um 15.30 Uhr auf dem Neupfarrplatz.

Direkt darauf, am 4. Mai um 11 Uhr, folgt die Fahrrad-Demo „I want to ride my bicycle“, bei der das Verkehrswende-Bündnis für mehr Platz und Sicherheit für Radfahrer in Stadt und Landkreis Regensburg aufruft. Treffpunkt ist hier an der Nordseite des Hauptbahnhofs.

Wie aber sollen mehr Platz und Sicherheit für Radfahrer erreicht werden? Dazu haben die Unterstützer des Bürgerbegehrens mehrere Vorschläge, die in vielen Städten bereits in die Realität umgesetzt worden sind. Besonders gern schielt man in die benachbarten Niederlande, aber auch Beispiele aus Kopenhagen sowie aus den Vereinigten Staaten dienen den Regensburgern als Vorbild. „Wir wollen, dass die Radfahr-Hauptrouten wirklich geplant werden“, sagt Wolfgang Bogie vom Kreisvorstand des Verkehrsclubs Deutschland. „Möglichst störungs- und kreuzungsfrei“ sollten diese sein, was sich im Regensburger Raum entlang von Bahnstrecken empfehle. Konkret habe er die Achsen nach Burgweinting, nach Sinzing und Wutzlhofen im Sinn.

Möglichkeiten zur Unterschrift

  • 1. Mai

    Mittwoch 9 Uhr, Start Gewerkschaftshaus: „Klimaschutzpolitischer Block auf der DGB Demo“

  • 3. Mai

    Freitag 15.30 Uhr, Start Neupfarrplatz: „Fridays for Future Demo“

  • 4. Mai

    Samstag 11 Uhr, Start Hauptbahnhof: 3. Fahrrad-Demo „I want to ride my bicycle“ für mehr Platz und Sicherheit für Radfahrer in Stadt und Landkreis Regensburg

  • 5. Mai

    Sonntag 10 bis 15 Uhr, Fischmarkt & Keplerstraße: „Schwing dich aufs Rad!“

Beim Thema geschützte Wege schweben den Visionären Radwege vor, die baulich getrennt von der Auto-Fahrbahn sind, wie zum Beispiel durch Poller oder Bäume. Eine sogenannte „Protected Bike lane“, wie sie Berlin kürzlich in Betrieb genommen wurde, ist zudem farblich hervorgehoben und somit als solche gut zu erkennen.

Heinz Stumpe, ein weiterer Aktions-Unterstützer wünscht sich Verbesserungen in den Kreuzungsbereichen, wo sich statistisch die meisten Radfahr-Unfälle ereignen. Dies führt vor allem auf die schlechten Sichtbeziehungen untereinander zurück und findet, dass die Niederländer da weitaus besser aufgestellt sind. Die holländischen Kreuzungen hätten sich bewährt und seien verdientermaßen ein Vorbild, argumentierte er. „Das liegt daran, weil es dort ganz klare Regeln gibt, wie die Kreuzungen gestaltet werden.“

Die Initiatoren rollten zum Start der Aktion symbolische inen roten Teppich aus. Foto: Schmid
Die Initiatoren rollten zum Start der Aktion symbolische inen roten Teppich aus. Foto: Schmid

Umbau bestehender Straßen

Ein besseres Radfahrnetz müsse nicht immer mit Wegneubauten einhergehen, argumentierten die ... Regine Wörle vom ADFC regte an, dass die Bischof-Wittmann-Straße jeweils einspurig in beide Richtungen verlaufen könnte und zugleich die Kumpfmühler Straße in einen komfortablen Radweg umgewandelt wird. Mit dem gegenwärtigen Verkehrsaufkommen sei das so machbar, meint sie.

Zum Auftakt der Unterschriftensammlung vollzogen die Unterstützer einen symbolischen Akt: Am Schwanenplatz rollten sie –mit Wunsch nach Verbesserungen – den Radfahrern einen roten Teppich aus.

Weitere Infos haben die Aktivisten auch auf ihrer Homepage www.radentscheid-regensburg.de zusammengetragen.

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