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Oldtimer

Rallye alter Autos machte Freude

Liebhaber und stolze Besitzer über 30 Jahre alter Pkw tummelten sich in der Altstadt: Die 15. Regensburger Classic stand an.
Von Curd Wunderlich

„Das schönste Auto, das jemals gebaut wurde“ sei ihr Jaguar E-Type, sind Maximilian Zepf und Brunhilde Bartmann-Zepf überzeugt. Fotos: Wunderlich
„Das schönste Auto, das jemals gebaut wurde“ sei ihr Jaguar E-Type, sind Maximilian Zepf und Brunhilde Bartmann-Zepf überzeugt. Fotos: Wunderlich

Regensburg.Es ist noch eine gute halbe Stunde bis zum Start für Josef und Ute Richter aus Marloffstein, als Josef den letzten Handgriff für die „Rallye-Tauglichkeit“ des VW Karmann Ghia macht: Das Stoffverdeck wird umgeklappt, per Hand natürlich – wie sich das für einen Oldtimer gehört. „Eine Rallye muss einfach offen gefahren werden“, sagt der 55-Jährige und lacht voll Vorfreude. Deswegen ist das Ehepaar froh, dass das Wetter am Sonntagvormittag passt: Warm ist es zwar nicht, aber immerhin sind keine Regenschauer zu erwarten, die das Bild der 15. Regensburger Classic Rallye trüben könnten.

155 Teilnehmer gehen mit ihren automobilen Schmuckstücken bei dieser Oldtimer-Ausfahrt an den Start. Mindestens 30 Jahre sind alle Fahrzeuge auf der 200 Kilometer langen Strecke alt, einige stammen sogar aus der Vorkriegszeit. Der Karmann der Richters ist Baujahr 1970, leistet 50 PS. „Das ist das zuverlässigste Auto in unserem Fuhrpark“, sagt Richter. Die Töchter fahren Käfer, er selbst auch noch einen alten Jaguar XJS. Und nicht nur zuverlässig ist der Karmman: „Das ist das schönste Auto, das Volkswagen je hergestellt hat“, ist der Marloffsteiner überzeugt.

Wer hat das schönste Auto?

Nur schöne Autos sind am Sonntag auf der Strecke. Zum Beispiel der Jaguar E-Type V 12 Coupé von Maximilian Zepf und Brunhilde Bartmann-Zepf aus Schwandorf. Das soll gar „das schönste Auto, das jemals gebaut wurde“ sein. Außer, dass es ihnen selbst ganz gut gefällt, hat Zepf noch ein schlagkräftiges Argument parat: „Das hat sogar Enzo Ferrari gesagt.“ Und der habe schließlich auch ganz tolle Autos gebaut.

Das Ehepaar fährt gerne Oldtimer, „weil das noch ursprüngliches Fahren ist, das macht noch Spaß“. Man merke, dass in den alten Fahrzeugen noch echtes Handwerk stecke: „Es riecht nach Benzin und Öl. Und bei so einer Rallye mitzufahren, ist eine tolle sportliche Herausforderung.“

Die hat die Regensburger Classic Rallye tatsächlich zu bieten. Zwar geht es nicht darum, wer am schnellsten ins Ziel kommt, aber – wenn auch ganz freundschaftlich – gegeneinander antreten tun die Fahrer dennoch: Es geht darum, wer die Strecke am gleichmäßigsten absolviert.

Doch die Regensburger Ausfahrt hat auch noch ganz andere Qualitäten, wie gleich mehrere Teilnehmer im Gespräch mit der Mittelbayerischen erzählen: „Das hier ist die netteste Rallye, die ich kenne“, sagt zum Beispiel Christian Bauer aus Erbendorf, der mit einem Triumpf Stag MK I aus dem Jahre 1973 mit 142 PS an den Start geht. „Mit ganz tollen Leuten, einer tollen Streckenführung, und alles ist super organisiert. Das macht irre Spaß, hier mitzufahren.“ In die gleiche Kerbe schlagen die Richters, die mit ihrem Karmann zum vierten Mal in Regensburg dabei sind: „Die schönen Strecken, der gewisse Grad an Sportlichkeit und die netten Leute machen die Rallye hier aus.“

Von Alexandra (14) und Tobi (11) fahren der Papa und der Opa bei der Rallye mit. Der Nachwuchs steht fahnenschwenkend im Startbereich am Neupfarrplatz. Auf der Fahne: das Logo von Porsche. „Mein Lieblingsauto ist aber der Puch“, sagt Tobi – den fährt der Opa. Die Fahne habe ihnen ein anderer Fahrer geschenkt. Was für sie die Faszination alter Autos ausmacht? „Sie sehen so schön aus. Und ich finde es einfach krass, dass die jetzt noch so fahren können in dem Alter“, meint Alexandra.

Ein Video von der Classic Rallye sehen Sie hier:

15. Regensburger Classic Rallye

Der Sohn mit 6 an der Stoppuhr

Jochen Wagner sitzt in einem Mercedes W 107 mit seinem sechsjährigen Sohn auf dem Beifahrersitz. Der Sprössling hat eine wichtige Aufgabe: Mit der Stoppuhr misst er die Zwischenzeiten auf den verschiedenen Etappen der Strecke. „Das macht Spaß“, freut er sich. Doch das ist nicht seine einzige Aufgabe: In der Mittelkonsole zwischen Sohn und Papa liegen Tüten mit Gummibärchen: „Die werfe ich zu Kindern an der Straße raus.“ Jochen musste kurzfristig umsteigen – eigentlich wollte das Vater-Sohn-Gespann die Rallye mit einem Mercedes W 186, einem sogenannten „Adenauer“, starten. „Da gibt es aber leider ein Getriebeproblem, dass sich nicht mehr beheben ließ.“ Ein Freund lieh den beiden daher seinen Oldtimer, damit die beiden trotzdem mitfahren können.

Von der Oldtimer-Begeisterung ihrer Männer haben sich Simone Wurzinger aus Wien und Edita Grunwald aus Regensburg anstecken lassen. Sie sitzen in einem Porsche 356 B Cabriolet. Der wurde 1961 gebaut und leistet 90 PS. „Es macht einfach total Spaß“, sagen die beiden Damen kurz vorm Start. Deshalb sind sie gemeinsam auch schon zum zweiten Mal als Team in Regensburg dabei. „Es ist landschaftlich sehr schön hier – und der Start und das Ziel in der Altstadt sind etwas besonderes“, sagt Wurzinger. Die Leidenschaft, die hier alle gemein haben, hatte bereits ihr Vater. Der sammelte Oldtimer, und: „Da bin ich schon immer mitgefahren.“

Sehen Sie hier mehr Bilder von der Präsentation der Fahrzeuge:

Classic Rallye: Präsentation der Fahrzeuge

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Christian Dünnes ist Mitorganisator und Teilnehmer der Regensburg Classic Rallye. Er erzählt, wie er zum Oldtimer-Fan wurde.

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