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Sitzung

Regensburg bekommt Pfandringe auf Probe

Die Pfandringe bekommen eine Chance. Sie sind Teil der vom Planungsausschuss beschlossenen Vorlage für die Altstadt.
Von Heike Haala, MZ

So ähnlich könnten die Pfandringe für Regensburg aussehen. Foto: dpa
So ähnlich könnten die Pfandringe für Regensburg aussehen. Foto: dpa

Regensburg.Die Pfandringe werden in der Regensburger Altstadt Einzug halten. Zumindest probeweise. Einer oder zwei werden im Bereich der Obermünsterstraße angebracht. Ein weiterer am Bismarckplatz.

Einstimmig beschloss der Planungsausschuss am Dienstagabend mit den Maßnahmen zur Förderung der Regensburger Altstadt auch den Test der Pfandringe. Zu den kurzfristigen Aktionen, die dieser Katalog bis 2016 vorsieht, zählt auch die Aufwertung des Obermünsterviertels. Im Zuge dieser Planungen hat Piraten-Stadträtin Tina Lorenz Oberbürgermeister Joachim Wolbergs auch das Versprechen abgerungen, die Pfandringe zu testen.

Nach der endgültigen Entscheidung über die Maßnahmen zur Förderung der Regensburger Altstadt im Stadtrat gelte es noch die Finanzierung und die Ausschreibung der Pfandringe zu überprüfen, sagte Emerenz Magerl-Ziegler von der Pressestelle der Stadt.

Die Pfandringe, das sind lackierte Metallmanschetten, die die Mitglieder des Planungsausschuss an öffentliche Mülleimer montieren lassen wollen. Ihre Funktion liegt irgendwo zwischen der einer Getränkekiste und der eines Mülleimers. Wer eine Pfandflasche loswerden möchte, der stellt sie in den Pfandring. Wer die Muße hat, sie zum nächsten Pfandautomaten zu bringen und sie so dem Recycling-Kreislauf zuzuführen, der nimmt sie sich heraus und kann sich als Belohnung dafür das Pfand abholen.

Stadträtin Lorenz forcierte den Versuch, weil sie sich sicher ist, dass die Pfandringe in Regensburg angenommen werden. „Die Regensburger recyceln gerne“, sagte sie. Ständig entdecke sie leere Pfandflaschen, die neben den öffentlichen Mülleimern stehen. Würden die auf Handhöhe in den Pfandringen abgestellt und nicht auf dem blanken Pflaster, so vermutet Lorenz, könnten noch viel mehr Regensburger zum Recycling bewegt werden. Und wenn es doch nicht klappt, könne der Versuch ja auch wieder beendet werden.

Die Obermünsterstraße und den Bismarckplatz hält Lorenz nach einigen Begehungen für die idealen Orte in Regensburg. Dort sind am Abend die Leute unterwegs, die ihre Getränkeflaschen noch schnell loswerden wollen, bevor sie in die Diskotheken weiterziehen oder nach Hause gehen. Die Kosten der Ringe liegen ihrer Information zufolge im unteren dreistelligen Bereich.

Pfandring-Erfinder Paul Ketz sieht das Konstrukt im MZ-Gespräch auch als eine Art Brückenstück für ein besseres Miteinander. Es erspare Bedürftigen, die auf das Pfandgeld angewiesen sind, das entwürdigende Wühlen im Müll, sie müssen nicht mehr bis zur Schulter in den Abfall greifen, wenn sie darin eine Pfandflasche entdecken. Die würden ihnen quasi auf einem Tablett serviert. Eine Lesart, von der Lorenz überhaupt nichts wissen will: „Das ist zynisch. Keiner soll auf Pfandflaschen angewiesen sein“, sagt sie.

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