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Regensburg boomt auch bei Privatschulen

Waldorf hat noch gefehlt. Nun steht fest: Die Grundschule eröffnet im September. Eltern bezahlen 250 Euro im Monat.
Von Marion Koller, MZ

  • Die Schule entsteht auf dem Gelände einer früheren Obstplantage: (v. li.) die Lehrerin Sigrid Lugmair, die designierte Schulleiterin Margitta Giersberg, Investor Ferdinand Schmack und Vorstandssprecherin Madeleine Kamper vom Verein Freie Waldorfschule Regensburg mit dem Modell Foto: Koller
  • Ferdinand Schmack vor einem Foto des Obstplantagen-Grundstücks Foto: Koller

Regensburg.Viele Familien warten darauf: Im Herbst kommt Waldorf als achte Regensburger Privatschule. Geplant sind zunächst zwei Grundschulklassen. Die Schule wird von Jahr zu Jahr wachsen und schließlich bis zum Abitur führen.

Als Investor hat der Trägerverein Freie Waldorfschule Regensburg die Ferdinand Schmack junior Immobilien GmbH gewonnen. Das Unternehmen hat ein 14 000 Quadratmeter großes Grundstück an der Ecke Unterislinger Weg 32/Franz-Joseph-Strauß-Allee gekauft und wird in drei Schritten bauen. Zurzeit befindet sich dort eine Obstplantage.

DIe Lage der geplanten Waldorfschule
DIe Lage der geplanten Waldorfschule MZ-Infografik

Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Waldorf-Kindergarten Burgweinting sagte Ferdinand Schmack, er werde 22 bis 24 Millionen Euro investieren. Die Gebäude vermietet er an den Verein. Im Endausbau mit 13 Klassen werde die Schule etwa so groß sein wie das Von-Müller-Gymnasium. Bis 2022 will Schmack die drei Gebäude fertig haben.

40 Kinder sind angemeldet

40 Anmeldungen liegen bereits vor: 28 für die erste Klasse und zwölf für weitere Grundschuljahrgänge. Weil der Grundschul-Neubau im September noch nicht abgeschlossen sein wird, ziehen die Schüler für ein Jahr in die früheren Verwaltungsgebäude der Gärtnerei.

Auf die Eltern kommt ein monatliches Schulgeld in Höhe von 250 Euro zu. Bei einem Geschwisterkind sind es 200 Euro und beim dritten Kind zahlt eine Familie 150 Euro. Allerdings ist das nicht alles. Die verlängerte Mittagsbetreuung bis 14 Uhr kostet extra. Das sei noch nicht kalkuliert, sagte Vorstandssprecherin Madeleine Kamper vom Waldorfschul-Verein bei der Pressekonferenz.

Später werde eine offene Ganztagsschule eingeführt, für die zusätzliche Beiträge fällig werden. Der Verein wird sich dafür einsetzen, dass auch Eltern, die knapp bei Kasse sind, ihr Kind in die Obhut der Waldorfschule geben können.

Das Grundstück an der Ecke Unterislinger Weg/Franz-Joseph-Strauß-Allee
Das Grundstück an der Ecke Unterislinger Weg/Franz-Joseph-Strauß-Allee Foto: Archiv

Margitta Giersberg, eine erfahrene Lehrerin der Waldorfschule Wendelstein bei Nürnberg, wird die Regensburger Einrichtung leiten. Als zweite Lehrkraft fängt Sigrid Lugmair an, die seit 20 Jahren an der Waldorfschule Landsberg am Lech unterrichtet. Giersberg sagte, am Anfang stünden die Fragen: „Wer bist du, Kind? Und wie kann ich dir helfen, deine mitgebrachten Fähigkeiten zu entwickeln?“

Die intensive Lehrer-Schüler-Beziehung an der Waldorfschule solle authentisch, echt sein. Die Lehrer begriffen Erziehung auch als Selbsterziehung. Gelassenheit, Unvoreingenommenheit, positives Denken gehörten dazu. Englisch und Französisch ab der ersten Klasse trügen zur Weltoffenheit der Kinder bei.

Daheim Rihanna, in der Schule Bach

Lugmair erläuterte das Schulprofil. Neben den klassischen Fächern biete die Waldorfschule auch Eurythmie oder Gartenbau. Musik und Theater spielten eine bedeutende Rolle. „Natürlich hören unsere Schüler daheim auch Rihanna, aber im Advent stehen sie auf der Bühne und singen das Weihnachtsoratorium von Bach“, sagte sie.

Eine Mutter, die sich auf die Waldorfschule freut, weil sie ihre heute vier- und fünfjährigen Kinder dort einschulen möchte, umriss ihre Hoffnungen. Ihr sei wichtig, dass der Nachwuchs die Freude am Lernen nicht verliere und keinem unmäßigen Leistungsdruck ausgesetzt werde. „Die Kinder sollen sich nicht dauernd bewertet fühlen.“

Investor Ferdinand Schmack und Dieter Selmair vom Verein plädierten für Schulvielfalt. „Wenn wir eine pluralistische, tolerante Gesellschaft haben wollen, müssen wir Projekte wie dieses fördern“, warb Schmack. Selmair ist von der Schulphilosophie und dem Konzept überzeugt und hofft, dass einer seiner Enkel die anthroposophische Privatschule wählen wird.

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