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Jubiläum

Regensburg: Der Boom fing mit der Uni an

2017 feiert die Regensburger Uni ihr 50-jähriges Bestehen. Ohne sie wäre Ostbayern nicht geworden, was es heute ist.
Von Jana Wolf, MZ

Zum 50-jährigen Bestehen der Universität Regensburg gibt es ein umfangreiches Programm in Zusammenarbeit mit der Stadt Regensburg.
Zum 50-jährigen Bestehen der Universität Regensburg gibt es ein umfangreiches Programm in Zusammenarbeit mit der Stadt Regensburg. Foto: Knobloch

Regensburg.Von wegen früher war alles besser. Vor einem halben Jahrhundert war Regensburg noch trist. Die Wirtschaft trieb keine Blüten, keine Innovationen, kaum eine lebendige Kulturlandschaft, kaum junges Leben in der Stadt. So zumindest klingen die Erinnerungen an die Zeit vor 50 Jahren, wenn man sich an der Universität Regensburg umhört.

Ganz anders sieht es heute aus – die Stadt floriert, steht wirtschaftlich gut da und zählt aktuell 21558 Studierende, die das Regensburger Leben und Stadtbild prägen. Euphorie über diese Entwicklung war am Dienstag im Senatssaal der Universität Regensburg zu hören. Dort wurde das Programm zum bevorstehenden Jubiläumsjahr vorgestellt. Im Wintersemester 2017/18 jährt sich der Vorlesungsbetrieb zum 50. Mal.

Wissen als Basis für Wachstum

Dass die Strahlkraft der Bildungseinrichtung weit über den Campus auf dem Galgenberg hinaus reicht, und Stadt wie Region belebt, darin waren sich Prof. Udo Hebel, Präsident der Uni Regensburg, und Oberbürgermeister Joachim Wolbergs gestern einig. „Diese Stadt Regensburg hat ihre Entwicklung, ihre Dynamik mit Gründung der vierten Landesuniversität und der späteren Hochschulentwicklung insgesamt genommen“, sagte Wolbergs. Auch die Lebensqualität sei laut Oberbürgermeister durch die Universität stark gestiegen.

Wir hätten nicht diese Firmenlandschaft mit dieser Innovationskraft, wenn es die Universität hier nicht gäbe.

Dieter Daminger, Wirtschaftsreferent der Stadt Regensburg

Das Wissen, dass an der Uni vermittelt wird, ist dazu der entscheidende Schlüssel. Es bildet die Grundlage, auf der das wirtschaftliche Wachstum aufbaut. Laut Dieter Daminger, Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent der Stadt Regensburg, sind Firmen und Unternehmen in der Region auf qualifiziertes Personal angewiesen. Durch dessen Know-how werde es den Unternehmen in der Region möglich, innovative Produkte und Dienstleistungen anzubieten. „Wir hätten nicht diese Firmenlandschaft mit dieser Innovationskraft, wenn es die Universität hier nicht gäbe“, sagt Daminger.

Dieses Angebot mache die Unternehmen auch auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig – was wiederum der Region zu Gute komme. Denn finanzstarke Unternehmen seien auch finanzstarke Steuerzahler, sagt Daminger.

Noch deutlicher wird die Verzahnung von Universität und Wirtschaft bei sogenannten Spin-offs, also Ausgründungen der Universität. Studierende und Wissenschaftler arbeiten dabei an Projekten mit Unternehmen zusammen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in Arbeitsgruppen erforscht werden, werden dann von Unternehmen für neue Produkte genutzt.

An der Uni Regensburg lehrten und lernten Prominente:

Prominente an der Uni Regensburg

Festlicher Rahmen fürs Jubiläum

All diese Projekte sind am Regensburger Campus angesiedelt. Koordiniert werden sie an der Transferstelle Futur. Laut deren Leiter Dr. Harald Schnell profitieren beide Seiten: Die Unternehmen verbessern durch neues Wissen ihre Produkte. Die Wissenschaftler treiben ihre Forschung voran. Jährlich gebe es laut Schnell rund 130 Projekte dieser Art in Regensburg, dabei zählen nur jene mit vertraglichem Abschluss.

Das Jubiläumsjahr zum 50-jährigen Bestehen der Universität wird im kommenden Jahr mit einem Programm aus Vorträgen, Konzerten, Ausstellungen und Wettbewerben begleitet. Der erste große Festakt findet am 19. Mai im historischen Reichssaal in Regensburg statt.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Universität und Stadt wird auch beim Sommerfest am 22. Juni deutlich. An diesem Tag wird parallel das Bürgerfest eröffnet. Am 19. Juli findet ein Tag der offenen Tür für Schülerinnen und Schüler statt. Oberbürgermeister Wolbergs kündigte bei der Programmvorstellung an, dass auch der Neujahrsempfang 2017 gemeinsam mit dem Universitätspräsidenten Udo Hebel begangen wird. Alle weiteren Termine des Jubiläumsjahres sind auf www.ur.de/50jahre zu finden.

Sie wirkt über die Stadt- und Landkreisgrenzen weit hinaus und ist ein Magnet für helle Köpfe aus Bayern, aus Deutschland, aber auch aus dem Ausland.

Oberpfälzer Regierungspräsident Axel Bartelt

Die Bedeutung der Uni für den Bezirk Oberpfalz betont Regierungspräsident Axel Bartelt. „Sie wirkt über die Stadt- und Landkreisgrenzen weit hinaus und ist ein Magnet für helle Köpfe aus Bayern, aus Deutschland, aber auch aus dem Ausland“, sagte Bartelt unserem Medienhaus. Er freue sich besonders, wenn er bei Besuchen von Firmen und Institutionen junge Menschen treffe, die nach ihrem Studienabschluss die Oberpfalz nicht verlassen haben. Auch der Bezirkstagspräsident und Chamer Landrat Franz Löffler sieht eine Aufwertung für die Oberpfalz und Niederbayern durch die Uni. Sie sei nicht nur selbst ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. „Die Oberpfalz ist für junge Menschen durch die Universität auch als Arbeitsplatz attraktiv geworden, die gut ausgebildeten Fachleute bleiben gerne hier und das wirkt sich natürlich in vielen Bereichen auch auf die Region aus“, sagte Löffler unserem Medienhaus.

Zahlen und Fakten

  • Entwicklung

    Im Jahr 1962 wurde die Universität durch einen Landtagsbeschluss gegründet. Fünf Jahre später, im Wintersemester 1967/68, begannen die ersten Vorlesungen für damals insgesamt 661 Studierende. 35 Professoren und 63 Mitarbeiter stemmten ab dem Jahr 1967 den Betrieb. Zum Vergleich: Heute sind es 21 074 Studierende, 330 Professoren und 1875 Mitarbeiter.

  • Uni international

    Aktuell zählt die Uni Regensburg 1650 internationale Studierende aus 102 Ländern und 370 internationale Gastwissenschaftler. Sie bietet nach eigenen Angaben ein englischsprachiges Programm in allen Fakultäten und 10 bi-nationale Studiengänge an.

  • Herkunft

    Die Studierenden kommen zu 85 Prozent aus Bayern, davon etwa zwei Drittel aus der Oberpfalz und Niederbayern. Die restlichen 15 Prozent teilen sich zu etwa gleichen Teilen auf in Studierende aus anderen Bundesländern und internationale Studierende.

  • Vernetzung

    Über den Vorlesungsbetrieb hinaus ist die Uni Regensburg in anderen Feldern vernetzt. Die Biopark GmbH stellt direkt auf dem Campus ein Gebäude für Firmen und Institute aus den Bereichen Biotechnologie, Pharma, Medizintechnik u.a. zur Verfügung. Daneben befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Universität, in der Franz-Mayer-Straße 1, das Innovations- und Gründerzentrum TechBase, das IT-Gründungen und die IT-Wirtschaft in Regensburg und der Region fördern will. Gemanagt wird die TechBase von der R-Tech GmbH, ein Unternehmen der Stadt Regensburg.

  • Klinikum

    Parallel zum 50-Jahr-Jubiläum der Uni feiert das Universitätsklinikum sein 25-jähriges Bestehen. Laut Axel Bartelt, Regierungspräsident der Oberpfalz, ist das Klinikum„bekannt für exzellente medizinische Versorgung und Forschung auf höchstem Niveau“.

Nachrichten vom Regensburger Campus finden Sie hier.

Im „Kugelschreiber“ bloggen Regensburger Studenten über den Uni-Wahnsinn. Lesen Sie ihre Beiträge hier:

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