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Regensburg: Erste Hilfe trotz Corona

Aus Sorge vor einer Ansteckung, zögern viele. Den Notruf zu wählen, ist das Minimum. In Gefahr bringen muss sich niemand.

Um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen, können Ersthelfer bei der Herzdruckmassage das Gesicht des Patienten mit einem Tuch bedecken. Foto: Friso Gentsch/dpa
Um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen, können Ersthelfer bei der Herzdruckmassage das Gesicht des Patienten mit einem Tuch bedecken. Foto: Friso Gentsch/dpa

Regensburg.In Corona-Zeiten sind viele Menschen sehr besorgt um ihre eigene Gesundheit und wollen sich selbst schützen. Aber wie kann man in einem Notfall helfen, ohne sich selbst unnötig zu gefährden und eine Ansteckung mit Covid-19 zu riskieren? Besonders die Mund-zu-Mund-Beatmung während der Herz-Lungen-Wiederbelebung steht laut einer Pressemitteilung der Johanniter in der aktuellen Corona-Pandemie zur Diskussion.

„Grundsätzlich sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten“, sagt Martin Steinkirchner, Regionalvorstand der Johanniter in Ostbayern. Einen Notruf abzusetzen, ist das Minimum im Notfall. Das gilt genauso während der Corona-Pandemie. „Der Ersthelfer sollte dabei jedoch immer auf seinen Eigenschutz achten und sich selbst nicht in Gefahr begeben.“

Ersthelfer meist Familienmitglieder

Laut der Arbeitsgemeinschaft der Notärzte in Nordrhein-Westfalen (AGNNW) treten mehr als 60 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände zuhause auf. In vielen Fällen sind die Ersthelfer also Familienmitglieder oder andere nahestehende Personen, die das Risiko einer möglichen Ansteckung in der Regel besser einschätzen können als eine fremde Person. „Wenn möglich, sollten Sie, neben der Herzdruckmassage, auch die Atemspende geben“, so Steinkirchner weiter.

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Sollten Sie bei der verletzten Person wissen, dass die verletzte Person an Corona erkrankt ist oder ein entsprechender Verdacht bestehen, kann aktuell auf die Beatmung verzichtet werden. Steinkirchner erklärt: „Sie setzen den Notruf ab und führen anschließend ununterbrochen die Herzdruckmassage durch.“ Gleichzeitig kann das Gesicht des Betroffenen mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück abgedeckt werden, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren.

Andere zu Erster Hilfe ermutigen

Falls der Ersthelfer selbst zur Corona-Risikogruppe gehört, können andere Personen ermuntert werden, Erste Hilfe zu leisten. „Ist niemand in der Nähe, versuchen Sie, so gut es geht und mit angemessenen Sicherheitsabstand zu helfen“, so Steinkirchner. Ein Notruf sollte in jedem Fall abgesetzt werden.

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Möchten Sie Ihr Wissen zu Erster Hilfe auffrischen, können Sie das bei der Johanniter-Unfall-Hilfe online machen . Hier finden Sie alle wichtigen Infos rund um Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie Videos zu verschiedenen Erste-Hilfe-Themen.

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