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Wahl

Regensburg: Freie Wähler starten durch

Die Stadtratsliste steht. Auch ehemalige CSU-Amtsträger wie Brigitte Schlee und Manfred Hetzenegger sind vorn mit dabei.
Von Daniel Steffen

Die Freien Wähler beschlossen einstimmig die Liste ihre Stadtratskandidaten. Viele bekannte Gesichter finden sich auf den vorderen zehn Plätzen wider.
Die Freien Wähler beschlossen einstimmig die Liste ihre Stadtratskandidaten. Viele bekannte Gesichter finden sich auf den vorderen zehn Plätzen wider.

Regensburg.Die „Höchststrafe“ blieb zur Freude aller versammelten Mitglieder der Freien Wähler aus: Von einer Wahl aller einzelnen Listenkandidaten wurde im „Dechbettener Hof“ abgesehen, stattdessen griffen die Freien Wähler auf Vorschlag von Fraktionschef Ludwig Artinger nur zweimal zum Stift. Im ersten Wahlprozedere winkten sie den kompletten Vorschlag mit allen 50 Kandidaten einstimmig durch und in einem zweiten Durchgang nickten sie die fünf vorgeschlagenen Ersatzkandidaten ab.

Alle 35 Anwesenden waren sich somit einig, wer die Freien Wähler künftig im Stadtrat vertreten soll – und das vom ersten bis zum letzten Listenplatz. Allen voran fand sich OB-Kandidat Ludwig Artinger auf Listenplatz 1 wieder und auch bei den Plätzen zwei und drei bauten die Freien Wähler auf langjährige Erfahrung.

Kerstin Radler, die seit 2008 im Regensburger Stadtrat vertreten ist und seit einem Jahr auch ein Mandat im Bayerischen Landtag hat, belegt Listenplatz zwei, während „Urgestein“ Günther Riepl, der bereits seit 1990 dem Stadtrat angehört, auf Listenplatz drei rangiert. Auf Platz vier folgt Dr. Christoph Schießl, der als Richter am Verwaltungsgericht tätig ist, und auf Platz fünf Silvia Grass, die seit einem Jahr das Bürgerbüro von MdL Kerstin Radler betreut.

Eine neue politische Heimat

Auf den folgenden Plätzen finden sich Namen einiger Bewerber, die in den vergangenen Jahren oder aktuell von der CSU in das Lager der Freien Wähler gewechselt sind: Brigitte Schlee, die seit 2002 Stadträtin ist und den Frauenunion-Kreisverband 18 Jahre lang geführt hatte, wurde nun mit Listenplatz 9 bei den Freien Wählern bedacht.

Auch Daniela Kronschnabl, die noch im Dezember 2017 zur neuen Kreisvorsitzenden des CSU-Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesentwicklung gewählt worden war, hat bei den Freien Wählern eine neue politische Heimat gefunden und kandidiert auf Listenplatz sieben. Ähnliches gilt für den selbstständigen Fahrlehrer Manfred Hetznegger: Der frühere Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Stadtsüden kandidiert auf Listenplatz sechs und möchte bei den Freien Wählern vor allem „die Unternehmerseite vertreten“.

FW im Stadtrat

  • Neu dabei: Hinzu kam Brigitte Schlee (im September aus CSU ausgetreten und zu den Freien Wählern gewechselt, im Stadtrat seit 2002).

Ein weiteres stadtbekanntes Gesicht folgt auf Listenplatz zehn: Hubert H. Wartner, der Vorsitzende und Mitinitiator des Geschichts- und Kulturvereins Regensburg-Kumpfmühl, kündigte an, „auf seine alten Tage die Heimat retten“ zu wollen. Mit dieser spaßeshalber übertriebenen Formulierung meinte er, sich nun auch auf politischer Ebene für kulturelle und geschichtliche Belange einsetzen zu wollen.

Der jüngste Stadtratskandidat der Freien Wähler (Listenplatz 8) ist der 18-jährige Nicolas Schmidl, Vorsitzender des städtischen Jugendbeirats und Sohn von Stadträtin Dagmar Schmidl. Dass Nicolas Schmidl darüber hinaus noch Kreisvorsitzender der CSU-nahen Auszubildenden- und Schüler-Union ist, stellte laut Ludwig Artinger kein Problem dar, da eine Mitgliedschaft in der CSU dafür nicht erforderlich sei. Artinger bestätigte auf Anfrage der MZ, dass Schmidl „seit Kurzem“ Mitglied der Freien Wähler und somit zu einer Stadtrats-Kandidatur berechtigt sei.

„Ein überzeugendes Angebot“

Mit Karin Griesbeck, Chefin der „Neuen Filmbühne“ am Bismarckplatz, ist auf Listenplatz 20 eine weitere Kulturschaffende in den Reihen der Freien Wähler zu finden. Abschließend erklärte Ludwig Artinger den Wahlkampf für eröffnet und betitelte die Gesamtheit der FW-Kandidaten als „überzeugendes Angebot“. Bei der Auswahl hätten gleichermaßen Erfahrung und Lebensleistung wie „junge engagierte Leute“ eine Rolle gespielt.

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