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Soziales

Regensburg hilft Geflüchteten auf Samos

Die Großzügigkeit der Bürger überwältigt Michael Buschheuer von „Sea-Eye“. Nun werden vor allem Wintersachen benötigt.
Von Marion Koller

Viele Regensburgerinnen bringen Hilfsgüter in Michael Buschheuers Firma in der Wiener Straße vorbei. Die Sachen gehen an Geflüchtete auf den griechischen Inseln.  Foto: Buschheuer
Viele Regensburgerinnen bringen Hilfsgüter in Michael Buschheuers Firma in der Wiener Straße vorbei. Die Sachen gehen an Geflüchtete auf den griechischen Inseln. Foto: Buschheuer

Regensburg.Unternehmer Michael Buschheuer schaut dem Flüchtlingselend nicht einfach zu. Er packt an. 2015, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, gründete er in Regensburg den Verein Sea-Eye. Der kaufte einen 26 Meter langen, ehemaligen Fischkutter. Inzwischen hat die Organisation mehr als 14000 Menschen vor dem Tod im Mittelmeer gerettet.

Auch die Not auf den griechischen Inseln Samos, Kos und Lesbos wo Zehntausende Geflüchtete, darunter viele Kinder, festsitzen, lässt den Regensburger Buschheuer nicht kalt. Er initiierte einen Hilfskonvoi. „Wir wollten für einen Container sammeln“, sagt Buschheuer am Montag zur Mittelbayerischen. Doch die Hilfsbereitschaft sei unglaublich. „Die Leute überhäufen uns mit Spenden.“ 60 Tonnen Hilfsgüter wurden in Regensburg gesammelt. „Aktuell sind wir schon bei drei Lastwagen.“

Gesellschaft

Sea-Eye – das Unternehmen Seenotrettung

Menschen zu retten, ist aufwändig und kostspielig. Deshalb hat der Regensburger Verein jetzt ein Büro und feste Mitarbeiter.

Michael Buschheuer, der eine Bau- und Korrosionsschutzfirma betreibt, appelliert nun an die Öffentlichkeit, nur Sachen zum Campieren zu spenden. Dringend nötig sind Zelte, Schlafsäcke, Winterstiefel in allen Größen, schwere Wetterjacken, Decken und Hygieneartikel – von Windeln über Feuchttücher bis zu Seife. „Stellen Sie sich vor, Sie müssten in ihrem Garten leben“, sagt er zur MZ.

Die Geflüchteten brauchen vor allem Schlafsäcke, Winterstiefel und gute Winterkleidung. Foto: Buschheuer
Die Geflüchteten brauchen vor allem Schlafsäcke, Winterstiefel und gute Winterkleidung. Foto: Buschheuer

Die Regensburger spendeten zwar äußerst großzügig. „Sie bringen hochwertige Kinderkleidung und tolle Pullover.“ Doch die Geflüchteten benötigten auf den Inseln vor allem wetterfeste Winterkleidung. Die Ehrenamtlichen des neuen Vereins Space-Eye sammeln, sortieren, packen und transportieren die Sachen. Die Lastwagen werden Mitte Januar aufbrechen.

Wer noch etwas beitragen möchte, kann Hilfsgüter täglich zwischen 9 und 16 Uhr bis 10. Januar im Lackierbetrieb Buschheuer in der Wienerstraße 14 anliefern. Über die Facebook-Seite von Space-Eye kann man auch Geld spenden.

Mit dem Geld, das bei den Hilfstransporten übrig bleibt, wollen die Ehrenamtlichen von Space-Eye vor Ort, auf den griechischen Inseln mit Flüchtlingslagern, Hilfsgüter einkaufen und in Zusammenarbeit mit örtlichen Sozialorganisationen verteilen. Die Lager sind hoffnungslos überfüllt, mehr als 40 000 Menschen drängen sich auf engstem Raum.

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