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Bildung

Regensburg: Jura-Studenten debattierten

Zum Linklaters Redewettstreit kamen Nachwuchs-Juristen aus ganz Bayern zusammen. Tobias Ostner (München) gewann.

Podiumsdiskussion zum Thema: „Klimakrise: Brauchen wir eine Änderung des Grundgesetzes?“ Foto: Markus Deli
Podiumsdiskussion zum Thema: „Klimakrise: Brauchen wir eine Änderung des Grundgesetzes?“ Foto: Markus Deli

Regensburg.„Bin ich eine Mörderin?“ – Diese Frage wirft Jessika Lenitski in den Raum. „Du meine Güte. Was hast du getan?“ möchte man ihr zurufen. Da antwortet sie schon: „Ich stand in der Nähe des Brandenburger Tors an einer Ampel. Sonst nichts. Da rempelte mich ein Passant an und beschimpfte mich: ‚Du Mörderin‘.“

Jessika Lenitski ist Jurastudentin an der Universität Regensburg und hält gerade als erste Kandidatin ihre Standpunktrede beim bayernweiten Linklaters Redewettstreit 2019. An der Ampel damals trug sie jedoch noch die Uniform der Bundeswehr. In ihrer Rede macht sie klar: Soldaten werden geschult, welches Verhalten angemessen ist. Muss ein Soldat einen Menschen als Ultima Ratio (letzter Ausweg) töten, ist er deshalb geschützt durch Völkerrecht, Strafrecht und Grundgesetz. Soldaten sind also grundsätzlich keine Mörder.

Selbstgewähltes Thema für erste Runde

Jessika Lenitski bei ihrer Standpunktrede Foto: Markus Deli
Jessika Lenitski bei ihrer Standpunktrede Foto: Markus Deli

Neben Jessika Lenitski haben sechs weitere Jurastudierende aus München, Passau, Erlangen-Nürnberg und Regensburg beim Linklaters Redewettstreit an der Universität Regensburg ihre Standpunkte zu selbstgewählten Themen dargelegt. So erörterte Tabea Schwaiger von der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) in München, ob das Ehegattensplitting in der jetzigen Form noch zeitgemäß ist. Manuel Merz von der Universität Passau plädierte in seiner Rede: „Wer richtet uns?“ für eine stärkere und unabhängigere Judikative. Um Freiheiten und das Recht diese zu nutzen, ging es in der Rede von Tobias Ostner von der LMU. Maximilian Ehmann von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg diskutierte die Widerspruchslösung bei Organspenden. Für eine stärkere Überprüfung von Waffenbesitzern sprach sich Alina Almer von der Universität Passau aus und Georg Freiß von der Universität Regensburg hielt ein Plädoyer für mehr Rechtsphilosophie im Jurastudium.

Eine dreiköpfige Jury, bestehend aus Dagmar Unrecht (Redakteurin der Mittelbayerischen Zeitung), Dr. Timo Engelhardt (Partner der Wirtschaftskanzlei Linklaters) und Dr. Ruprecht Freiherr von Maltzahn (Managing Associate der Wirtschaftskanzlei Linklaters), bewertete die Standpunktreden nach mehreren Kriterien, z. B. Struktur der Rede, Schlüssigkeit der Argumentation, Verständlichkeit und Körpersprache. Die vier Kandidaten mit der höchsten Punktzahl zogen in die zweite Runde ein: Tobias Ostner, Maximilian Ehmann, Alina Almer und Georg Freiß – damit war jede teilnehmende Universität auch in der zweiten Runde vertreten. Erst nach Bekanntgabe dieses Ergebnisses verkündete Moderator Prof. Dr. Frank Maschmann das Thema für die zweite Runde: „Klimakrise: Brauchen wir eine Änderung des Grundgesetzes?“

Standpunkt für Podiumsdiskussion ausgelost

Die drei Bestplatzierten des Redewettstreits, v.l.n.r.: Alina Almer, Tobias Ostner und Georg Freiß Foto: Markus Deli
Die drei Bestplatzierten des Redewettstreits, v.l.n.r.: Alina Almer, Tobias Ostner und Georg Freiß Foto: Markus Deli

Nach einer Pause positionierten sich die Kontrahenten auf dem Podium. Welchen Standpunkt die Teilnehmer einnahmen, war zuvor ausgelost worden, so dass die vertretene Meinung nicht unbedingt die persönliche Ansicht widerspiegelte. Alina Almer und Georg Freiß plädierten für die Änderung des Grundgesetzes, das sich als lebendige Verfassung an den Zeitgeist und die Lebenswirklichkeit der Menschen anpassen müsse. Tobias Ostner und Maximilian Ehmann sprachen sich gegen eine Änderung des Grundgesetzes aus. Vielmehr sollten die Bürger stärker Gebrauch von ihrem Wahlrecht machen und damit ihren Interessen mehr Gewicht verleihen.

Nach Abschluss der Podiumsdiskussion und einer kurzen Beratung der Jury wurden alle Punkte zusammengezählt und die Sieger des Abends gekürt. Den ersten Platz machte Tobias Ostner von der LMU. Der zweite Platz ging an Georg Freiß von der Universität Regensburg und der dritte an Alina Almer von der Universität Passau. Den Universitätspreis für die beste Mannschaftsleistung erhielt die LMU.

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