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Regensburg: Liebesgrüße aus Loge 6

Der schöne Saal menschenleer: Das darf nicht so bleiben, findet das Theater-Team, und startet eine 72-Stunden Performance.
Von Marianne Sperb

Blick von der Bühne in den Zuschauersaal, im Zentrum: Loge 6. Hier inszenieren Mitarbeiter des Theaters einen 72-Stunden-Dauerbesuch in „ihrem“ Haus.
Blick von der Bühne in den Zuschauersaal, im Zentrum: Loge 6. Hier inszenieren Mitarbeiter des Theaters einen 72-Stunden-Dauerbesuch in „ihrem“ Haus.

Regensburg.Wer den rot-goldenen Saal des Theaters am Bismarckplatz das erste Mal betritt, schaut erst mal lange und staunt. Das Raumkunstwerk wird von den Regensburgern heißgeliebt Seit 11. März ist es verwaist und menschenleer. Das darf nicht so bleiben, findet man am Theater – und inszeniert eine Dauerperformance. Ort des 72-Stunden-Spektakels: Loge 6.

Lückenloser Schichtplan

Die Fürstenloge wird für drei Tage und drei Nächte der Schauplatz für eine sehr spezielle Liebeserklärung. Mitglieder des Hauses – vom Bühnentechniker bis zum Bariton – leisten „ihrem“ Haus Gesellschaft, 72 Stunden lang und nonstop beobachtet von einer Kamera, die ihre Bilder über YouTube in die Welt hinaussendet.

Kultur

Regensburg: Der Vorhang bleibt zu

Die Kulturfreunde hofften noch leise, die Regensburger Bühnen könnten bald wieder öffnen. Am Montag kam die Absage.

„Obwohl hinter den Kulissen in einigen Abteilungen gearbeitet werden kann, herrscht vor allem auf künstlerischer Ebene ein Gefühl von Stillstand und in den Spielstätten Leerstand“, heißt es in einer Pressemitteilung des Theaters zum HIntergrund der Performance. „Die vielfältigen digitalen Projekte können über die überwältigende Abwesenheit der Öffentlichkeit im Theater nicht hinwegtäuschen.“

Plötzlich salonfähig: Schlafen im Theater

Ausstattungsleiter Michael Lindne hatte die Idee zun „Loge 6 – Zur schönen Aussicht“. Mitarbeiter unterschiedlichster Sparten, die sonst vor oder hinter den Kulissen tätig sind, richten sich von 4. bis 7. Mai an dem prominentem Plätzchen im ersten Rang ein. „Was passiert, ist zweitrangig“, so die Mitteilung. Im Vordergrund stünden Solidarität und leidenschaftliche Verbundenheit mit dem Theater. Diese Verbundenheit ist groß: Sämtliche Schichten waren in kurzer Zeit von Freiwillige übernommen.

Kultur

Bühne frei für Künstler

Eine Aktion mit der Mittelbayerischen: Ab 5. Mai geht jeden Tag ein Künstler-Video online. Die Stadt zahlt 500 Euro Honorar.

In Loge 6 wird möglicherweise gesungen und gespielt, vielleicht werden der Arbeitsplatz auf die roten Samtstühle verlagert und der Computer auf die Balustrade gestellt. Nicht ausgeschlossen ist, dass Mitarbeiter sich hier Kaffee kochen, Mundschutz nähen, ein Buch lesen oder das Strickzeug auspacken, und ziemlich wahrscheinlich ist, dass sie hier in Schlummer fallen. Schlafen im Zuschauersaal: Was George Bernard Shaw einst als eine Form von Kritik am Theater benannt hat, wird in Corona-Zeiten plötzlich salonfähig und auch noch publikumswirksam.

Musik

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Selbstverständlich, heißt es auf Nachfrage, werden die Sicherheitsstandards eingehalten. Die Mitglieder des Theater-Teams leisten dem Haus jeweils einzeln Gesellschaft, außer, sie leben sowieso im gleichen Haushalt.

Die Performance startet am 4. Mai um 19.30 Uhr auf dem YouTube-Kanal des Theaters Regensburg und endet am 7. Mai um 19.30 Uhr, zu sehen bei: www.youtube.com/TheaterRegensburg

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