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ÖPNV

Regensburg: Semesterticket wird teurer

Auf 103 Euro wird der Preis für das Ticket schrittweise bis 2021/22 angehoben. Dafür gilt es künftig bis nach Straubing.
Von Kathrin Robinson

Viele Studenten fahren mit Bus und Bahn zur Uni. Sie können weiterhin das Semesterticket nutzen. Foto: Archiv/Lex
Viele Studenten fahren mit Bus und Bahn zur Uni. Sie können weiterhin das Semesterticket nutzen. Foto: Archiv/Lex

Regensburg.Die gute Nachricht zuerst: Das Fortbestehen des Semestertickets, mit dem Regensburger Studenten für einen festgesetzten Beitrag ein halbes Jahr lang beliebig oft in allen Zonen des Regensburger Verkehrsverbunds (RVV) Bus und Bahn fahren dürfen, ist bis zum Wintersemester 2021/22 gesichert. Zudem kann es künftig sogar bis Straubing genutzt werden. Die schlechte Nachricht: Der Preis, den Studierende dafür bezahlen müssen, steigt erneut.

Von aktuell 92,50 Euro soll sich die Gebühr schrittweise von Semester zu Semester auf schließlich 103 Euro im Winterhalbjahr 2021/22 erhöhen. Darauf haben sich das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz, die Studierendenvertretungen der Universität und der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) sowie der RVV geeinigt. Der RVV begründet die Preissteigerung vorwiegend mit einer Weiterentwicklung des Verbunds, die im kommenden Jahr ansteht. Ab dem Sommersemester 2019 wird dieser auf die Schienenstrecken über Radlhof bis Straubing und Straßkirchen ausgeweitet. Das bedeutet, dass künftig etwa auch Studenten, die in Straubing leben, mit dem Semesterticket nach Regensburg pendeln können. „Das wurde auch von den Studenten so gefordert“, sagt Geschäftsführer Kai Müller-Eberstein.

Semesterticket für ganz Bayern?

Das Studentenwerk zeigt sich zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis. „Aufgrund der Wohnungsnot wird es für Studenten immer schwieriger, geeignete Wohnungen in Regensburg zu finden“, erklärt Nicolas Müller, Sprecher des Studentenwerks. „Es gibt viele Studenten, die auch aus Bereichen nach Regensburg pendeln, die bisher nicht im Verkehrsverbund waren.“ Der Ausbau des Angebots komme diesen Studierenden entgegen. Das Semesterticket umfasst damit ab dem Sommer 2019 ein Gebiet von Neumarkt in Nordwesten und Sulzbach-Rosenberg im Norden bis Neustadt im Südwesten und Straubing im Südosten.

„Es gibt viele Studenten, die auch aus Bereichen nach Regensburg pendeln, die bisher nicht im Verkehrsverbund waren.“

Nicolas Müller, Studentenwerk

Das Studentenwerk Niederbayern/Oberpfalz möchte jedoch noch mehr erreichen und fordert in einem Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder die Einführung eines landesweiten Semestertickets in Bayern, das Studenten mehr Mobilität zu günstigen Preisen ermöglichen soll. Gerade die Regionalisierung der Hochschulstandorte mache ein bedarfsgerechtes Angebot im öffentlichen Nahverkehr für Studierende nötig, begründen die Verantwortlichen ihr Anliegen. „In anderen Ländern wie Niedersachsen, Bremen oder dem Saarland gibt es so ein landesweites Ticket bereits und das funktioniert sehr gut“, erklärt Nicolas Müller. Allerdings sei es für das Studentenwerk aufgrund der Vielzahl der Akteure im Schienen- und Busverkehr nicht möglich dazu Verhandlungen zu führen. Nun hofft das Studentenwerk, mit dem Schreiben auf politischer Ebene etwas in Bewegung zu setzen.

Forderung nach mehr Bussen

Christiane Fuchs vom AStA der Uni Regensburg Foto: Fuchs
Christiane Fuchs vom AStA der Uni Regensburg Foto: Fuchs

Für ein bayernweites Semesterticket spricht sich auch Christiane Fuchs vom studentischen Sprecherrat/AStA der Universität Regensburg aus. In einem Flächenland wie Bayern sei dies absolut wünschenswert und eine zentrale Forderung. „Das entspricht auch dem Mobilitätsverhalten meiner Altersgruppe“, sagt die 24-Jährige.

Weniger einverstanden ist sie hingegen mit der neuen Vereinbarung zum Semesterticket. „Wir sind nicht besonders glücklich damit“ gibt die Geschichtsstudentin zu, die ihr Amt im Sprecherrat erst seit Kurzem innehat und selbst nicht mit am Verhandlungstisch saß.

Seit Jahren fordere die Studierendenvertretung Nutzungsdaten vom RVV, um mehr darüber zu erfahren, wie das Semesterticket genutzt wird. Auch ein vom RVV versprochener jährlicher runder Tisch komme nur sporadisch zustande. Die anstehende Preiserhöhung findet Fuchs zu hoch. „Um das zu rechtfertigen, würden wir uns im Bereich des Services schon Verbesserungen wünschen.“ Die Busse zur Uni seien oft überlastet. Sie wünscht sich, dass der RVV hier mehr Busse einsetzt.

„Wir würden uns im Bereich des Services schon Verbesserungen wünschen.“

Christiane Fuchs, AStA

Einig war man sich bei den Verhandlungen, dass das Solidarprinzip, auf dem der Ticketpreis fußt, weiterhin Bestand haben soll. „So lange es geht, wollen wir das Solidarmodell beibehalten“, sagt Kai Müller-Eberstein vom RVV. Nur so könne man den im Vergleich zu anderen Regionen relativ guten Preis für das Semesterticket hinbekommen. Ob sich durch die Verbunderweiterung auch die Ticket-Kosten für Schüler, Auszubildende und Berufspendler erhöhen werden, konnte er am Dienstag noch nicht sagen. „Da sind wir im Moment in Gesprächen.“

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