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Soziales

Regensburg: Tafel sucht noch immer Räume

In rund 200 Tagen muss die Tafel e.V. aus ihren Räumen in der Liebigstraße ausziehen. Nun wurde ein Runder Tisch gebildet.
von Martina Groh-Schad

Für die Vorsitzenden Gerhard Fischer und Christine Gansbühler der Regensburger Tafel (von links) und ihren Landesvorsitzeden Peter Zilles wird die Zeit für die Suche nach neuen Räumen knapp. Bundestagsabgeordneter Peter Aumer (Mitte) hat einen Runden Tisch ins Leben gerufen.  Foto: Martina Groh-Schad
Für die Vorsitzenden Gerhard Fischer und Christine Gansbühler der Regensburger Tafel (von links) und ihren Landesvorsitzeden Peter Zilles wird die Zeit für die Suche nach neuen Räumen knapp. Bundestagsabgeordneter Peter Aumer (Mitte) hat einen Runden Tisch ins Leben gerufen. Foto: Martina Groh-Schad

Regensburg.Vor Christine Gansbühler steht ein Pappschild mit der Zahl 204. Die Vorsitzende der Regensburger Tafel e.V. und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiter zählen inzwischen die Tage rückwärts, die ihnen bleiben, um neue Räume zu finden. Die Einrichtung, die in Regensburg monatlich bis zu 2500 bedürftige Menschen mit Lebensmitteln versorgt, muss aus ihren bisherigen Örtlichkeiten ausziehen. Neue Räume sind auch nach mehreren Monaten Suche noch immer nicht in Sicht.

„Wir dürfen die Ehrenamtlichen mit diesem Problem nicht allein lassen“, appelliert Bundestagsabgeordneter Peter Aumer. „Staat und Politik sind in der Verantwortung.“ Daher hat er einen Runden Tisch, bestehend aus Vertretern der Stadt und des Landkreises Regensburg sowie der Caritas und der Diakonie, ins Leben gerufen, um eine Lösung zu finden. Diese zeichnet sich jedoch auch nach dem ersten Treffen am Donnerstag nicht ab. Das Gremium will sich im Februar erneut treffen und eventuell weitere soziale Träger mit an den Tisch holen. „Die Schließung der Tafel in Regensburg wäre der Supergau“, sagt ihr Landesvorsitzender Peter Zilles. „Wir brauchen eine Lösung, wie es weitergehen kann.“

Die nötigen Voraussetzungen

Seit mehreren Monaten suchen die Tafel-Mitarbeiter nach neuen Räumen, die der Verein mieten kann. Nötig wären 700 Quadratmeter Nutzfläche mit einer guten Busanbindung, damit die Bedürftigen die Ausgabestelle erreichen können. Große Lastwagen müssen die Fläche anfahren können. „Gut wäre, wenn die Räume nicht in einem Wohngebiet liegen“, sagt der zweite Vorsitzende Gerhard Fischer. Durch die Anlieferungen der Lastwagen kommt es aktuell immer wieder zu Ärger mit den Anwohnern, die sich über die verstopfte Zufahrt ärgern.

Die Tafel Regensburg

  • Historie:

    In Regensburg gibt es die Tafel seit 22 Jahren. Nach der Wöhrdstraße zog die Tafel in die Johann-Hösl-Straße, weiter in die Adolf-Schmetzer-Straße und ist aktuell in der Liebigstraße ansässig.

  • Hilfe:

    130 Ehrenamtliche unterstützen derzeit bis zu 2500 Menschen mit Lebensmitteln. In rund 200 Tagen muss die Tafel aus ihren Räumen ausziehen. Alle Versuche, etwas Neues zu finden, scheiterten bisher. Wer die Tafel unterstützen möchte, erreicht die Mitarbeiter unter info@tafel-regensburg.de.

Vonseiten der Stadt heiße es bisher, dass sie keine geeigneten Räume habe, die sie der Tafel anbieten kann. Auf dem Markt der Privatanbieter sind die Preise sehr hoch. In den vergangenen Monaten haben sich die Mitarbeiter einige Immobilien angesehen. Bisher waren jedoch alle Angebote zu teuer oder eben insgesamt nicht passend, weil die Voraussetzungen nicht stimmten oder die Investitionssumme für einen Umbau zu hoch wären.

Ehrenamt

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Doch es sind nicht allein die Kosten: „Die Armut will keiner vor der Haustüre haben“, glaubt Christine Gansbühler. Viele Menschen würden annehmen, dass die Tafel-Ausgabe mit langen Menschenschlangen vor der Tür verbunden sei. „Die gibt es in Regensburg nicht“, sagt sie und verweist auf ein Rotationssystem, durch das immer nur eine begrenzte Anzahl von Menschen gleichzeitig bei der Tafel Lebensmittel abholt.

Regensburg ist Verteilzentrum

Für den Landesvorsitzenden der Tafel wiegt die Situation der Regensburger Gruppe noch schwerer, weil sie Verteilerzentrum in Bayern ist. In ihren Räumen werden bisher Lebensmittel gelagert, die dann wiederum von anderen Tafeln abgeholt werden. Neben Regensburg gibt es in Bayern vier weitere solcher Lager, die von der Zentrale im fränkischen Feucht regelmäßig bedient werden.

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