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Gesellschaft

Regensburg: Urnen ersetzen Erdgräber

Die Bestattungskultur verändert sich auch in Regensburg immer mehr. Beerdigungen werden seltener, Urnen-Bestattungen mehr.
Von Wolfgang Ziegler

Urnen können auch in Friedwäldern bestattet werden. Foto: dpa
Urnen können auch in Friedwäldern bestattet werden. Foto: dpa

Regensburg.Sarg oder Urne? Reihengrab, Gruft oder Baumbestattung? Die Begräbniskultur hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert – auch in Regensburg. Nach Angaben der Stadtverwaltung finden demnach auf den städtischen Friedhöfen nur noch eine handvoll Beerdigungen pro Woche statt.

Die Nachfrage gehe zunehmend in Richtung naturnahe Urnengräber, die pflegefrei seien, hieß es. Die Stadt Regensburg biete daher auf dem Friedhof am Dreifaltigkeitsberg auch verschiedene Bestattungsmöglichkeiten für Urnen an. Durch die Modernisierung des Regensburger Krematoriums sieht sich die Verwaltung auf die steigenden Zahlen von Feuerbestattungen bestens vorbereitet.

Baumgräber sind im Kommen

Derzeit verwaltet die Stadt Regensburg elf Friedhöfe – nicht unter städtischer Verwaltung stehen die kirchlichen Friedhöfe. Auf den städtischen Friedhöfen gibt es rund 8800 „klassische“ Gräber, etwa 4100 Urnengräber sowie 600 Baumgräber.

Bestattungsformen

  • Wald-Bestattung:

    In sogenannten Friedwäldern kann eine schnell abbaubare Vollholz-Urne am Fuße von Waldbäumen bestattet werden. Auf den Verstorbenen weist eine Namenstafel hin, die zumeist am Boden befestigt ist. Im Schlosswald Stefling bestehen diese Namenstafeln aus buntem, künstlerisch gestaltetem Glas.

  • Donau-Bestattung:

    Wer nicht nur an der Donau leben, sondern auch in dem Fluss seine letzte Ruhe finden will, muss laut Bestatterin Marianne Bleibinhaus eine kurze Reise nach Österreich antreten – als „Wertpaket“ an die dortige Seegesellschaft. Nur in der Alpenrepublik dürfen Urnen in der Donau bestattet werden.

Baumgräber gibt es auch auf dem Evangelischen Zentralfriedhof in der Regensburger Friedenstraße. Wie Friedhofsverwalter Martin Baumer der Mittelbayerischen unlängst sagte, würden Baumgräber zunächst für die Ruhefrist von zwölf Jahren vergeben. Danach sei eine Verlängerung bis maximal 24 Jahre möglich. Immerhin rund 20 Prozent der Menschen, die sich auf dem „schönsten Friedhof in Regensburg“ (Bestatterin Marianne Bleibinhaus) begraben lassen wollen, suchten sich ihre letzte Ruhestätte bereits zu Lebzeiten aus.

Eine Frage der Pflege

Dann würden an der jeweiligen Stelle bereits die 25 mal 25 Zentimeter großen Steinplatten installiert, die aber – zunächst – nur den Namen, das Geburtsdatum und gegebenenfalls ein Symbol trügen. Das Sterbedatum müsse dann eines Tages nur ergänzt werden, so Baumer.

Wegen des anhaltenden Trends weg von traditionellen Ruhestätten bietet der Evangelische Zentralfriedhof neben den Baumgräbern eine ganze Reihe weiterer neuer Bestattungsformen an, die vom „personifizierten Gemeinschaftsgrab“ über das „pflegefreie Erdgrab“ bis zur Urnenstele reichen. Gemein ist allen, dass sich Angehörige zwar nicht um den Erhalt kümmern müssen, die Plätze aber besuchen können. Deshalb seien die Gräber auch nicht anonym, an allen wiesen individuelle Namensplatten auf die Verstorbenen hin.

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