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Jubiläum

Regensburg: WBS feiert 40-jähriges

Das Unternehmen hatte zu der Feier den Meinungsforscher Klaus Peter Schöpper eingeladen. Er wagte einen Blick in die Zukunft.
Von Michael Scheiner

  • Eine Frau programmiert während eines Computer-Kurses. Qualifzierungen sind das A und O der Zukunft. Foto: Britta Pedersen/zb/dpa
  • Klaus Peter Schöpper führt Merkmale an, die Unternehmen künftig benötigen. Foto: Scheiner

Regensburg.„Im Jahr 2030 werden wir keine Minute mehr chiplos sein!“ Es ist weder ein typisches Horrorszenario noch die rosarot leuchtende Zukunft, die Klaus Peter Schöpper ziemlich programmatisch skizziert. In seinem Vortrag „2030: Arbeiten und Lernen in Regensburg“, den der Meinungsforscher und Berater auf einer Feier zum 40-jährigen Bestehen des Weiterbildungsunternehmens WBS Training im Gewerbepark hält, entwirft er ein Bild der nahen Zukunft, das ganz wesentlich digital geprägt ist.

So würden alle mit einem „Aldi-Chip unter der Haut“ ihre Einkäufe bezahlen, ob es überhaupt Bargeld gebe, ließ der technologie-affine Redner vor seinem Publikum im Festzelt offen. Überhaupt beschränkte sich der Gründer und Betreiber des Meinungsforschungs- und Beratungsinstituts Mente Factum in seinem rund dreiviertelstündigen Vortrag auf einige allgemeine Prognosen, die im Prinzip überall gelten, und Kriterien für Unternehmen.

Wir seien „ein absonderliches Volk“, leitete Schöpper sein Thema ein, welches „er mit ihnen, den Anwesenden diskutieren“ wolle. Seine harsche Meinung begründete er damit, dass „wir seit sieben Jahren einen Aufschwung XXL“ erleben, aber in Meinungsumfragen als von Ängsten gebeutelt erscheinen.

Globalisierung fordert Umdenken von Firmen

Es fiele den Deutschen schwer, ganz im Unterschied zum Amerikaner, zitierte er Umfrageergebnisse, „Veränderungen zu begrüßen und Chancen wahrzunehmen“. Dabei stecke gerade in der – manchen angstmachenden – Globalisierung „enorm viel Kraft drin“, weil das „Business vor keiner Grenze mehr Halt“ mache. Allerdings müssten sich Firmen anders verhalten, um in Zukunft weiter bestehen bleiben zu können. „Moral und Glaubwürdigkeit“ gehörten heute zu den wichtigsten Kriterien für jedes Unternehmen.

Fünf Merkmale führte Schöpper an, auf die jedes Unternehmen bauen müsse, um im globalen Wettbewerb mit anderen Unternehmen bei Kunden punkten zu können. An erster Stelle nannte er „Transparenz“, denn Wissensmanagement werde „über unsere Zukunft entscheiden“. Zudem seien „Offenheit und Ehrlichkeit“ notwendige Voraussetzung für Erfolg. Schließlich sei schon heute praktisch alles „im Minutentakt überprüfbar“, und damit könne niemand mehr mit Halbwahrheiten in der Öffentlichkeit bestehen.

Vertrauen entscheidendes Merkmal für Firmen

Am Beispiel des durch den Dieselskandal ausgelösten Vertrauensverlustes für die deutsche Automobilindustrie hob er die Bedeutung „der Ressource Vertrauen“ hervor. Bei Entwicklungen, die dazu führten, dass „Produkte und Preise immer ähnlicher“ würden, sei diese entscheidend für einen künftigen Sieg gegenüber der Konkurrenz.

Während er unter dem Stichwort „Akzeleration“ eine stetige „Verschnellerung des Lebens“ in Aussicht nahm, stellte er diese über die demografische Entwicklung gleich wieder in Frage. Weil „2030 über 45 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre“ sei, könne es „möglicherweise zu einer Verlangsamung kommen, wenn der Umschlagspunkt erreicht ist“. Familien würden in Zukunft durch „clubfamiliäres networking“ ersetzt, man habe also „eine Urlaubsfamilie, eine Kulturfamilie und eine Kita-Familie“.

Das ist WBS

  • Unternehmen:

    Der Weiterbildungsanbieter WBS Training AG hat seinen Sitz in Berlin. Als WBS Gruppe führt es mit 1400 Mitarbeitenden und 7000 Teilnehmenden an über 200 Standorten Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen durch, viele davon gefördert von der Arbeitsagentur und den Jobcentern.

  • Lernen:

    Die Bildungsmaßnahmen finden im Format LearnSpace 3D statt, einem virtuellen Unterrichtsgebäude mit Werkstätten und Avataren als Tutoren, Dozenten und Teilnehmenden.

Im Bereich Bildung – für die Jubiläumsveranstaltung besonders bedeutsam – verwies er darauf, dass sich „Wissen alle drei Jahre“ verdoppele. Deshalb gehörten Qualifizierungen in die Richtung, „wie komme ich zu den richtigen Informationen“ und wie „lernen wir mit den vielen Informationsträgern gut umgehen“ zu den wichtigsten Schlüsselqualifikationen für die Menschen.

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