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Festakt

Regensburg: Zwei BdV-Funktionäre geehrt

Am Tag der Heimat wurde an das Schicksal der Vertriebenen erinnert. Friedrich Kaunzner und Anton Enderle bekamen Ehrennadeln.
Von Josef Eder

Thomas Burger (v.l.), Sylvia Stierstorfer, Christian Knauer, die Ausgezeichneten Friedrich Kaunzner und Anton Enderle sowie Astrid Freudenstein beim Festakt in der Ostdeutschen Galerie Foto: Josef Eder
Thomas Burger (v.l.), Sylvia Stierstorfer, Christian Knauer, die Ausgezeichneten Friedrich Kaunzner und Anton Enderle sowie Astrid Freudenstein beim Festakt in der Ostdeutschen Galerie Foto: Josef Eder

Regensburg.Friedrich Kaunzner wurde beim Tag der Heimat in der Ostdeutschen Galerie in Regensburg die Goldene Ehrennadel des Bundes der Vertriebenen (BdV) vom Landesvorsitzenden Christian Knauer ans Revers geheftet. Die silberne Ehrennadel bekam Anton Enderle. Beide Funktionäre hatten ein bewegtes Leben, das geprägt war von Flucht und Vertreibung. In der Bundesrepublik fanden die beiden schnell Halt und konnten sich so ihren verschiedensten Aufgaben im Beruf und der Verbandsarbeit widmen.

Die Blasmusik der Siebenbürger Sachsen Regensburg unter der Leitung von Wilhelm Rothmann untermalte den Festakt musikalisch. Bei der Begrüßung im gut besetzten Festsaal der Ostdeutschen Galerie erinnerte der Kreisvorsitzende des BdV, Friedrich Kaunzner, an das Ende des Ersten Weltkrieges mit den Versailler Friedensschlüssen. „Damit nahm die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts ein Ende Anfang“, sagte er.

BdV-Kreisvorsitzender fordert Anerkennung von Unrecht

Er ging weiterhin auf die Situation der deutschen Ungarn ein, die früher auf vier Gebiete verteilt waren, und auf die Siebenbürger Sachsen, deren heutige Heimat zu Rumänien gehört. Am Ende seines Vortrages forderte er die Anerkennung der Völkerrechtskultur, damit das den Vertriebenen geschehene Unrecht anerkannt werde.

Stadtrat Dr. Thomas Burger sagte: „Heimat ist dort, wo es dir gut geht. Zeitlebens ist man mit ihr verbunden.“ Aber auch in der Fremde könne man eine neue Heimat finden, so Burger weiter. „Europa ist unsere Heimat.“ Mit Aktivismus müsse Aussöhnung und Verständigung betrieben werden, Populismus und Diskriminierung müsse entgegengetreten werden.

Stierstorfer: Aussiedler sind Brückenbauer

Landtagesabgeordnete Sylvia Stierstorfer, die Beauftragte der bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, betonte die sudetendeutschen Wurzeln ihrer Großfamilie. Die vorbildlichsten Europäer seien Aussiedler und Heimatvertriebene. Sie seien die Brückenbauer von der alten zur neuen Heimat. Bundestagsabgeordnete Astrid Freudenstein erzählte die Geschichte von „Tante“ Nitschke, die ihr als Kind immerfort von ihrer Flucht berichtete, aber in Niederbayern glücklich war.

Die Geehrten

  • Friedrich Kaunzner:

    Kaunzner wurde am 24. September 1938 in Podersam (Karlsbad/Egerland) geboren und 1946 aus seiner Heimat vertrieben.

  • Anton Enderle:

    Enderle kam 1953 in Perjamosch (Rumänien) auf die Welt. 1981 siedelte er nach Deutschland über. (lje)

Der Landesvorsitzende Christian Knauer ließ ebenfalls die Vertreibungsgeschichte Revue passieren. Einen flammenden Appell richtete der Festredner an die 60- bis 65-Jährigen, aktiv zu werden und sich zu engagieren, damit es den Bund der Vertriebenen auch in einem Jahrzehnt noch weiter gebe. „Ich weiß, ihr wollt als Bayern leben und nicht als Heimatvertriebene. Aber: Wo komme ich her? Wo sind die Familienwurzeln? Lasst die über Achtzigjährigen darüber erzählen. Fahrt mit den Enkeln in die alte Heimat.“

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