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Projekt

Regensburger Bauherr setzt auf die Sonne

An der Nibelungenstraße entsteht ein Mehrfamilien-Sonnenhaus. Es ist das Erste seiner Art in Regensburg.
Von Daniel Steffen

Ein Kran „dirigierte“ den 9400 Liter fassenden Wärmespeicher in das Innere des neuen Sonnenhauses in der Nibelungenstraße. Foto: Steffen
Ein Kran „dirigierte“ den 9400 Liter fassenden Wärmespeicher in das Innere des neuen Sonnenhauses in der Nibelungenstraße. Foto: Steffen

Regensburg.Von seinen Umrissen erinnert er ein wenig an eine Riesenbierdose: Mit fünf Metern Höhe und zwei Metern im Durchmesser ist der Wärmespeicher an der Nibelungenstraße 21 ein ganz schöner Brocken. Die Außenwelt wird von ihm aber nichts mehr sehen, da er nun seinen festen Platz im Rohbau eines Hauses bekommen hat. Dieses Haus ist nicht etwa irgendeins, sondern das erste Mehrfamilien-Sonnenhaus in Regensburg.

Martin Bauer von der „Lebensraum hoch 3 Planung und Bauprojekt GmbH“ und seine Tante Ursula Bauer lassen das Haus errichten, bis Ende 2020 soll das Novum fertig sein. Etwa die Hälfte des Energiebedarfs – und das ist die Besonderheit daran – kann dort solar bezogen werden, und das sowohl für die Raumheizung als auch das Warmwasser. Mit seinen 9400 Litern Fassungsvermögen ist der Wärmespeicher das Herzstück des Gebäudes. Er wird die Wärme von 40 Quadratmetern Solarkollektoren speichern. Insofern die Energie nicht sofort verbraucht wird, kann sie im Solartank über mehrere Wochen gespeichert werden.

Heizkosten fallen

In kalten und sonnenarmen Monaten heizt eine Brennwerttherme zu –und unter dem Strich fielen die Heizkosten mit rund jährlich 900 Euro für insgesamt fünf Mietparteien äußerst niedrig aus, betont Bauherr Martin Bauer. Bürgermeister Jürgen Huber machte sich in dieser Woche ein Bild davon und fand sogleich lobende Worte für das Bauprojekt. „Ich begrüße es sehr, wenn wir uns alle zusammen den Klimaschutz auf die Fahnen schreiben. Das Sonnenhaus ist ein guter privater Beitrag dazu“, sagte er. Besonders gefalle es ihm, dass die Solarthermie-Anlage im Jahr rund drei Millionen Tonnen Kohlendioxid einspart. Im Sommer ist die Stadt dem Konvent „Bürgermeister für Energie und Klima“ beigetreten und arbeitet daran, den 2013 und 2014 erstellten Energienutzungsplan umzusetzen. Erklärtes Ziel ist, die Energiewende in den Bereichen Wärme, Strom und Verkehr voranzutreiben.

Martin Bauer (50) nutzt bereits seit vielen Jahren auf seinem Eigenheim eine Solarwärme- und eine Solarstromanlage.

Ziegel halten warm

  • Dämmung:

    Dieser wird auch deshalb erreicht, weil für den Hausbau 42,5 Zentimeter dicke Wärmedämmziegeln verwendet werden.

  • Ressourcen:

    Und Martin Bauer sagt dazu: „Wir sollten nicht mehr Ressourcen verbrauchen als unbedingt nötig.“

Deshalb war für ihn klar, dass bei dem neuen Bauprojekt Solarenergie erzeugt werden soll. „Wir haben uns bewusst für Solarthermie und nicht für die zurzeit viel populärere Photovoltaik entschieden.“ Letztendlich hätten die direkte Wärmmeerzeugung und Unabhängigkeit von Stromnetzen den Ausschlag dafür gegeben, den Weg der Solarthermie zu gehen.

Das sogenannte Mehrfamilien-Sonnenhaus-Konzept richtet sich nach den Vorgaben des Sonnenhaus-Institutes in Straubing. Über 2000 solcher weitgehend solar beheizter Wohnhäuser und gewerblich genutzter Gebäude wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits errichtet. Optisch fällt das Sonnenhaus in der Siedlung kaum auf, da es sich an die Architektur der angrenzenden Gebäude gut anpasst.

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