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Tradition

Regensburger Bock nicht so süß wie 2018?

Beim Kneitinger reift der Bock: Anstich ist am 3. Oktober im Mutterhaus. Der Genuss dient auch einem guten Zweck.
von Sarah Sophie Ruppert

Ein Teil der Kneitinger-Familie im Sudhaus der Brauerei: Geschäftsführer Martin Sperger (links) und Braumeister Albert Kellner (Mitte) mit einigen Wirten. Foto: Sarah Sophie Ruppert
Ein Teil der Kneitinger-Familie im Sudhaus der Brauerei: Geschäftsführer Martin Sperger (links) und Braumeister Albert Kellner (Mitte) mit einigen Wirten. Foto: Sarah Sophie Ruppert

Regensburg.Am Donnerstag, 3. Oktober, und heuer zum Tag der Deutschen Einheit heißt es wie jedes Jahr beim Bockbieranstich im Kneitinger Mutterhaus: „Nicht so süß wie im letzten Jahr!“ 2019 spricht die althergebrachten Worte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, welche somit den 50-jährigen Brauch der Regensburger Redewendung seit 1969 fortführt. Der Bockbieranstich selbst ist bei der Brauerei noch ein Stück älter, denn seit 1950 wiederholt sich die fünfte Jahreszeit beim Kneitinger jährlich. Eine kleine Ausnahme stellt hier das Jahr 1988 dar, als Sofie Kneitinger kurzerhand den Bockbieranstich absagte. Grund war der Tod des einstigen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß in Regensburg. Der Anstich wurde aber nach kurzer Trauerzeit nachgeholt.

Bockbier in Regensburg

Seit 69 Jahren beginnt die Kneitinger Bockbiersaison stets am ersten Donnerstag im Oktober. Um 9.30 Uhr startet dann am Arnulfsplatz das Ziegen- sowie Pferdegespann als Festzug, um die Bürgermeisterin vom Alten Rathaus abzuholen. Doch Stunden früher geht es im Mutterhaus bereits rund, wenn sich die Brüder und Wirtsleute Mathias und Max Reichinger auf den großen Ansturm vorbereiten. 1600 Portionen Schweinsbrüstl mit Knödel und Kraut planen die Reichingers als „Armenspeisung“ ein. Das bedeutet, dass jeder Gast kostenlos zu seinem Besuch eine Portion erhält. Eine Platzreservierung ist nicht möglich.

Bock-Anstiche

  • 4. Oktober:

    Kneitinger Keller (19 Uhr)

  • 5. Oktober:

    Auer Bräu (16 Uhr)

  • 10. Oktober:

    Schlachthof (18 Uhr)

  • 11. Oktober:

    Goldener Hirsch (18 Uhr), Ramspauer Hof (18 Uhr) und Gasthof zur Post (19 Uhr)

  • 21. Oktober:

    Hubertushöhe (18 Uhr) und Goldener Ochs (19 Uhr)

Auch im Kneitinger Keller am Galgenberg ist die „Armenspeisung“ zum Brauch geworden. Hier wird durch den Wirt Frank Gebhard am Freitag, 4. Oktober, angestochen. Begleitet wird der Abend mit altbayerischer Blasmusik. Die Bockbiersaison endet am Montag, 21. Oktober, und wird bis dahin auch in den Kneitinger-Gaststätten Auer Bräu, Alter Schlachthof, Goldener Hirsch, Ramspauer Hof, Gasthof zur Post, Hubertushöhe und Goldener Ochs stattfinden. Die Termine mit weiteren Infos finden sich auf der Website der Brauerei Kneitinger.

Braumeister Albert Kellner ist sicher, dass der Bock die Kunden in diesem Jahr beglücken wird. Acht Wochen darf er dieses Mal reifen und übertrifft die Lagerzeit um eine Woche, damit er „noch geschmeidiger“ wird. Dabei betont Kellner, dass der Bock ein Einfacher ist und kein Doppelbock, denn „da bist nach zwei Halbe erledigt“. Vom Einfachen könne man schon 12 bis 15 Halbe trinken, witzelt der Braumeister.


Kneitinger Gmoa

Seit 2011 sammelt die „Kneitinger Gmoa“, also Wirte, Gäste, Brauerei und Stiftung, zur Bocksaison Geld, um dieses als Spende nach Kambodscha zu bringen. Die Brauerei verdoppelt gar am Ende die Einnahmen. Vergangenes Jahr belief sich die Summe auf über 20000 Euro, welche etwa für Medikamente, Hausbauten oder Brunnenbau ausgegeben werden. Kneitinger-Geschäftsführer Martin Sperger beschreibt es simpel: „Nicht nur trinken und Spaß haben, sondern Gutes tun.“

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