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Verkehr

Regensburger Domplatz als Fußgängerzone?

Ein breites Bündnis setzt sich für striktere Regeln in der Altstadt ein. Jetzt fordert es Stellungnahmen der OB-Kandidaten.
Von Daniel Steffen

Die Verkehrsberuhigung rund um den Dom ist derzeit in aller Munde, so auch beim Aktionsbündnis Autofreier Domplatz.  Foto: Steffen
Die Verkehrsberuhigung rund um den Dom ist derzeit in aller Munde, so auch beim Aktionsbündnis Autofreier Domplatz. Foto: Steffen

Regensburg.Dass die Achse Domstraße, Domplatz und Krautermarkt jetzt offiziell zu einer „Wohnverkehrsstraße“ umgewidmet wurde, erfreut das Aktionsbündnis Autofreier Domplatz. „Diese Maßnahme begrüßen wir als Verbesserung und als einen ersten Schritt zum angestrebten Idealzustand“, sagte Bündnis-Sprecher Dr. Werner Chrobak. Der Stadtheimatpfleger will jedoch noch mehr erreichen – und zwar, dass der Bereich Domplatz, Haidplatz und längerfristig auch der Alte Kornmarkt vom motorisierten Verkehr „weitgehend befreit“ wird.

Dies betonte Chrobak im Rahmen eines Mediengesprächs zu einem offenen Brief, der mit Bitte um Beantwortung nun an alle Regensburger Oberbürgermeisterkandidaten versendet wird. Wie Chrobak erklärte, wolle das Aktionsbündnis Klarheit darüber, wie die einzelnen OB-Kandidaten zu einer Verkehrsberuhigung der Altstadt stehen. Das Schreiben hat das Bündnis nach dem Motto „Die Zeit ist reif für einen autofreien Domplatz –die Zeit ist überfällig für einen autofreien Domplatz“ verfasst.

Für mehr „Altstadt-Erlebnis“

Die zentrale Forderung darin ist, dass die verkehrsrechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, die weite Teile der Altstadt zu einer Fußgängerzone machen. Diese Forderung sei dem Ruf als Welterbestadt geschuldet, betonte das Aktionsbündnis. Denn nur so sei das „historische Zentrum ohne Einschränkung und Behinderung durch den Verkehr erlebbar“. Durch entsprechende Maßnahmen verspricht es sich eine gesteigerte Aufenthaltsqualität sowohl für die Regensburger als auch für die Touristen.

Verkehr

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Als weiteres Argument führte das Aktionsbündnis an, dass sich durch eine Verkehrsberuhigung auch die Schädigung des Doms durch Abgase wieder reduzieren würde. Dies sei ein wichtiges Anliegen der Denkmalpflege – und zwar auch in generationsübergreifender Hinsicht. Dass die erwünschten Maßnahmen nicht ohne „begleitende Rahmenbedingungen“ einhergehen können, sei Chrobak klar.

Deshalb seien ausreichende Parkangebote außerhalb des Zentrums und attraktive Nahverkehrsangebote unabdingbar, betonte er. Das schon seit langem geplante Parkhaus am Unteren Wöhrd müsse ebenso rasch her wie ein kostenloser ÖPNV in der Altstadt. Auch die Einführung eines 1-Euro-Tickets sei denkbar.

Erster Schritt getan

  • Forderung:

    Das Aktionsbündnis Autofreier Domplatz fordert von den OB-Kandidaten eine Stellungnahme, wie sie zu einer Verkehrsberuhigung der Altstadt stehen. Bis 25. Februar sollen die Kandidaten auf das Schreiben antworten.

  • Kritik:

    Die seit 7. Februar gültige Umwandlung des Domplatzes und der Domstraße zu einer Wohnverkehrsstraße wird vom Aktionsbündnis als erster Schritt begrüßt. Ohne Kontrollen oder/und Poller werde der Platz aber weiterhin stark befahren sein, kritisierte Sprecher Dr. Werner Chrobak.

Zugleich signalisierte das Aktionsbündnis seine Bereitschaft, am Kommunikationsprozess zum geplanten Erschließungskonzept Altstadt teilzunehmen. Zeitlich müsse das Konzept bis Ende 2021 vorliegen. Am Gespräch nahmen weitere Mitglieder des Bündnisses teil: Stellvertretend für die Altstadtfreunde war Professor Achim Hubel anwesend, den Geschichts- und Kulturverein Regensburg-Kumpfmühl vertrat Hubert H. Wartner, den Bürgerverein Süd-Ost Johann Brandl, den „Arbeitskreis Kultur Regensburger Bürger“ Joachim Buck. Vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club war Regine Wörle und für das Forum Regensburg MdL Maria Scharfenberg vor Ort.

Ein Beispiel an Brixen nehmen

Wie Achim Hubel erklärte, orientiere sich das Aktionsbündnis bei seiner Arbeit an Städten, die bereits eine Verkehrsberuhigung der Altstadt erreichen konnten: Salzburg, Regensburgs Partnerstadt Brixen oder auch Perugia in der Mitte Italiens seien hier Vorbilder. An Perugia etwa gefalle ihm, dass dort die Stadtbahn im Drei-Minuten-Takt vom dezentralen Großparkplatz in Richtung Altstadt verkehre – ein Konzept, das auch für Regensburg interessant sein könne.

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