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Wahlen

Regensburger Grüne setzen auf die Jugend

Die Ökopartei stellte ihre Stadtratskandidaten auf. Deren Ziele sind Klimaschutz, autofreie Innenstadt und Mietpreisbremse.
Von Daniel Steffen

Die Grünen treten mit viel Jugend zur Kommunalwahl an: Auf den vorderen fünf Listenplätzen landeten (v.l.): Anna Hopfe (Listenplatz 3), Daniel Gaittet (4), Stefan Christoph (2), Maria Simon (1) und Theresa Eberlein (5). Foto: Steffen
Die Grünen treten mit viel Jugend zur Kommunalwahl an: Auf den vorderen fünf Listenplätzen landeten (v.l.): Anna Hopfe (Listenplatz 3), Daniel Gaittet (4), Stefan Christoph (2), Maria Simon (1) und Theresa Eberlein (5). Foto: Steffen

Regensburg. Es war ein Marathon, den die Regensburger Grünen am Samstag im Gewerkschaftshaus hinter sich brachten: Von 14 Uhr bis spät in den Abend hinein nominierten sie ihre 50 Kandidaten für den Regensburger Stadtrat. Vor allem junge Mitglieder waren es, die ganz vorn auf die Liste gewählt wurden. Auf Listenplatz eins allerdings bauten die Grünen auf Erfahrung: Maria Simon, Jahrgang 1962 und aktuell im Stadtrat vertreten, galt in den Parteireihen das uneingeschränkte Vertrauen. Sie wolle die Stadtbahn „mit voller Kraft aufs Gleis setzen“ und die Altstadt autofrei machen, gab Simon zu verstehen. Auch sprach sie sich für neue Schulen und mehr Grünflächen aus, vor allem im Stadtosten.

OB-Kandidat auf Platz Zwei

Auf Listenplatz zwei folgte der Oberbürgermeister-Kandidat der Grünen, Stefan Christoph. Er sprach sich ebenfalls für eine autofreie Innenstadt aus und bezeichnete dieses Vorhaben als „Konjunkturprogramm“, das sich wirtschaftlich auszahle. Außerdem plädierte er für eine kommunale Mietpreisbremse und will verstärkt die Stadtteile in die kommunalen Prozesse einbinden.

Wahlkampf

Brücke-Liste: Viele bekannte Gesichter

Unternehmer, Kreative, Wirte und auch Triathlet Sebastian Neef: Sie alle wollen für den Verein in den Stadtrat einziehen.

Der 31-jährige Politik- und Rechtswissenschaftler ist zugleich der jüngste OB-Kandidat und hat für die Ökopartei in der Domstadt ambitionierte Ziele: „Wir kämpfen dafür, die stärkste Fraktion im Stadtrat zu werden. Das ist unser Anspruch“, sagte Christoph selbstbewusst. Aktuell sind die Grünen zu fünft im Stadtrat. Christoph geht davon aus, dass sich die Zahl „mindestens verdoppeln“ wird.

Die Liste

  • Plätze 7 bis 20:

    Auf den Listenplätzen sieben bis 20 landeten in angegebener Reihenfolge folgende Kandidaten: Wiebke Richter, Yasmin Hopp, Monir Shahedi, Hans Teufl, Christiane Fuchs, Jürgen Mistol, Michelle Platt, Walter Erhard, Judith Hock-Klemm, Michael Rill-Pindel, Helene Sigloch, Patrick Weißler, Angelika Frey und Johannes Rückerl.

  • Engagierte Frauen:

    Die Mehrheit der grünen Stadtratskandidaten ist weiblich: So stehen 28 Frauen 22 Männern gegenüber.

Dies war auch der Hauptgrund, warum die Grünen dieses Mal die ersten zwanzig Listenkandidaten einzeln wählten und erst dann eine Blockwahl vornahmen. Jeder Kandidat beziehungsweise jede Kandidatin hatte vier Minuten Zeit, sich vorzustellen. Diese Möglichkeit wurde konsequent genutzt. Listenplatz drei ging an die 21-jährige Anna Hopfe, die sich als Stadtratsvertreterin für die jungen Menschen sieht und sich als vor allem den Klimaschutz auf die Fahnen schreibt.

Kommunalwahl

Ludwig Artinger ist OB-Kandidat

Die Freien Wähler sind sich einig: Der Fraktionsvorsitzende soll zur Wahl antreten. Er verbuchte alle 22 Stimmen für sich.

Mit 27 Jahren nur geringfügig älter ist Daniel Gaittet, der auf Listenplatz vier gewählt wurde. Er betonte: „Antifaschismus bleibt eine Frage der Haltung. Regensburg ist eine Stadt für alle, außer Nazis“. Außerdem will er die Stadtbau und ortsansässige Wohnbaugenossenschaften stärken. Und er wolle verhindern, dass „Armut am Stadtrand versteckt“ wird. Theresa Eberlein gehört Listenplatz fünf. „Regensburg braucht mehr bezahlbare öffentliche Verkehrsmittel“, sagte die 27-Jährige. Das Bussystem dürfe nicht an den Stadtgrenzen aufhören.

Jürgen Huber ist nicht mehr dabei

Um Listenplatz sechs wurde es spannend: Michael Achmann (28), einer der Hauptinitiatoren des „Bürgerbegehrens Radentscheid“ setzte sich in der Abstimmung gegen Stadtrat Walter Erhard (55 Jahre) durch, der später auf Listenplatz 14 gewählt wurde. Dem Landtagsabgeordneten Jürgen Mistol, gewissermaßen das Flaggschiff der Regensburger Grünen, gehört Listenplatz 12. Bürgermeister Jürgen Huber, Jahrgang 1954, kandidierte nicht für die Wahl. Der ehemalige grüne Stadtrat Dr. Wolfgang Mache schloss die Liste auf Platz 50 ab. Auch die Wahl der fünf Ersatzkandidaten gestaltete sich problemlos.

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