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Diskussion

Regensburger Sorgen um Gesundheitssystem

Ärztemangel, Impfpflicht und Pflegenotstand bewegen auch die Regensburger. Staatssekretär Gebhart stand Rede und Antwort.
von Gabi Hueber-Lutz

Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart (Mitte) besuchte vor der Diskussionsrunde zu Gesundheitsthemen das Katharinenspital.  Foto: Gabi Hueber-Lutz
Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart (Mitte) besuchte vor der Diskussionsrunde zu Gesundheitsthemen das Katharinenspital. Foto: Gabi Hueber-Lutz

Regensburg.Der gesundheitspolitische Fahrplan der Bundesregierung war Thema des Regionalforums, zu dem Bundestagsabgeordneter Peter Aumer den Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart geladen hatte. Schon bei einer kleinen Führung des Gastes durch das Katharinenspital in Stadtamhof wurde klar, dass es beim Thema Personal auch um viel Geld geht.

Spitalmeister Wolfgang Lindner war sehr zufrieden mit der personellen Situation im Haus, und Heimleiterin Bettina Schwab versprach sich durch das moderne Vergütungssystem, das derzeit erarbeitet werden soll, nicht so viel. Denn sie geht davon aus, dass ihr Haus aktuell schon besser zahle. „Gute Pflege muss uns etwas wert sein“, war denn auch eine der Aussagen von Dr. Gebhart bei der anschließenden Diskussion mit denen, die im Gesundheitssektor arbeiten. Er führte das Pflegepersonalstärkungsgesetz an, mit dem man Weichen stellen wolle. So sollen zum Beispiel die Kosten, die durch das Pflegepersonal entstehen, künftig aus den Fallpauschalen genommen werden. Dadurch wolle man den Anreiz wegnehmen, beim Personal zu sparen. Um die Situation zu verbessern, sollen auch im stationären Bereich flächendeckend Tariflöhne gezahlt werden.

Viel zu wenig Studienplätze

Ein Teilnehmer sprach den drohenden Ärztemangel an. Gebhart sagte, dass es Sache der Bundesländer sei, die entsprechenden Studienplätze zu schaffen. Ihre Anzahl hätte schon längst erhöht werden müssen, betonte er. Studienplätze für Ärzte gehören zu den teuersten Studienplätzen überhaupt.

Gesundheitsthemen

  • Überblick:

    Deutschland habe eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, aber viele Herausforderungen, so Dr. Gebhart. (lhl)

Auch Prof. Dr. Joachim Grifka als Bezirksvorsitzender des Gesundheitspolitischen Arbeitskreises der CSU sagt, dass das Problem drängt, die Länder aber die Unterstützung des Bundes bräuchten, um die Ausbildungsplatzkapazität zur Verfügung zu haben. Ärzte aus dem Ausland zu holen, sei auch nicht unbedingt eine Lösung, da sie dann dort fehlen, führte Gebhart aus. Auch bei den Pflegeberufen helfe es nichts, an einer Ecke der Decke zu ziehen, denn die fehlt dann am anderen Eck. Man müsse versuchen, mehr Menschen in Pflegeberufe zu bringen, sie zu halten oder zurückzugewinnen. Angesprochen wurde auch das Problem der Apotheken in Deutschland. Für sie gilt die Preisbindung für Medikamente. Für ausländische Versandapotheken gilt sie aber nicht. Viele Länder würden deshalb den ausländischen Versandhandel verbieten, führte eine Apothekerin aus dem Landkreis aus und forderte das auch vom deutschen Gesetzgeber. Gebhard sagte, verbieten wolle man den ausländischen Versandhandel nicht, aber ihn zwingen, zu den gleichen Preisen anzubieten, die für die Apotheken vor Ort gelten.

Auch eine eventuelle Impfpflicht gegen Masern war Thema. Eine Teilnehmerin wies darauf hin, dass es gar keinen isolierten Impfstoff gegen Masern gebe, sondern lediglich kombinierte Impfungen. Gebhart sah darin kein Problem, sondern einen Mehrwert für diejenigen, die geimpft werden sollen. Eine Meinung, die offensichtlich nicht alle Anwesenden teilten. Genauso wie den Vorschlag von Landtagsabgeordnetem Dr. Franz Rieger, der älteren Menschen, die Problemen mit ihrer Medikamenteneinnahme haben, eine App empfahl.

Digitale Patientenakte

Ein weiteres Zukunftsthema ist die digitale Patientenakte. Gebhart warb für sie und sagte, sie sei kein Selbstzweck, sondern so gestaltet, dass sie Medizin besser macht. Er prophezeite, dass sie sehr gut genutzt werden wird, wenn die Menschen ihre Vorteile spürten. Die Einführung dieser Patientenakte dauere deshalb so lange, weil alles nach den absolut höchsten Standards zertifiziert sei. Der Patient bleibe dabei Herr seiner Daten. Auch hier wurden aus dem Kreis der Zuhörer kritische Stimmen laut.

Auf die Zuständigkeit der Länder verwies Gebhart auch bei der Krankenhausplanung. Was die schwierige Situation für kleine Kliniken betrifft, bekämen kleine Krankenhäuser im ländlichen Bereich unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse. Bei 120 Kliniken in Deutschland sei das der Fall.

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