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Aktion

Regensburger tauschten ihre Kleider

Viele Besucher fanden an der abgelegten Garderobe anderer Gefallen. Ein Nähservice peppte die Ware zu Lieblingsstücken auf.
von Sarah Sophie Ruppert

Getragen aber nicht „out“: Pullover, Kleider und Jeans bekommen einen neuen Besitzer. Fotos: Sarah Sophie Ruppert
Getragen aber nicht „out“: Pullover, Kleider und Jeans bekommen einen neuen Besitzer. Fotos: Sarah Sophie Ruppert

Regensburg.Hin und wieder lohnt es sich, den Kleiderschrank auszumisten, um Platz für neue „alte“ Sachen zu machen. Mode- und umweltbewusste Regensburger hatten dabei die Möglichkeit, durch die Kleidertauschaktion der Steuerungsgruppe „Fairtrade-Stadt Regensburg“ im Evangelischen Bildungswerk einen guten Deal zu erlangen. Bereits zum zweiten Mal konnten getragene, aber gut erhaltene und modische, Pullis, Shirts, Hosen und vieles mehr einen neuen Besitzer finden.

Mode

Im Trend: Kleidung mit gutem Gewissen

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Die Kleidertausch-Party im Evangelischen Bildungswerk Foto: Ruppert
Die Kleidertausch-Party im Evangelischen Bildungswerk Foto: Ruppert

Sabine Leistner, Inhaberin des Weltladens una terra und Mitglied der Steuerungsgruppe, ist begeistert: „Eine Hose, die einem selber nicht mehr so gut gefällt, muss nicht gleich weggeworfen werden. Irgendjemand findet das Teil nämlich noch sehr schön.“ Das Bewusstsein für die Bedingungen, wie Kleider letztendlich hergestellt werden, und vor allem mit welchen Mitteln, solle mit dem Kleidertausch gestärkt werden. Denn der Anbau von Baumwollsträuchern sei eine Herausforderung für die Natur – der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden sowie die dafür benötigte Fläche eklatant. Hinzu komme, dass Erntehelfer ausgebeutet würden und unter den Giften der Spritzmittel litten. Die Kleidertauschparty lenke den Konsum in eine „ordentliche Richtung“, spreche sich gegen den Wegwerfwahn aus und bringe den fairen Handel in Regensburg voran, ist sich Sabine Leistner sicher.

Fairtrade Tausch

  • Kriterien:

    Seit 2012 beteiligt sich Regensburg an der Kampagne. Der Titel „Faire Stadt“ ist an fünf Bedingungen geknüpft. Unter anderem müssen in öffentlichen Einrichtungen Fairtrade-Produkte verwendet und Bildungsaktivitäten zum Thema durchgeführt werden. Zudem koordiniert eine lokale Steuerungsgruppe diverse Aktionen vor Ort.

  • Ziel:

    Absicht ist es, den fairen Handel ganzheitlich in der Kommune umzusetzen. Das Angebot an Fairtrade-Produkten soll in möglichst vielen Bereichen, wie etwa bei Vereinen, Kneipen, Unternehmen und Kirchen, ausgebaut werden.

Die Kleidertausch-Party im Evangelischen Bildungswerk Foto: Ruppert
Die Kleidertausch-Party im Evangelischen Bildungswerk Foto: Ruppert

Bei der Veranstaltung sorgte ein kostenloser Nähservice als Motivationstreiber dafür, zu Hause selbst mal Hand anzulegen und das Lieblingsteil modisch aufzupeppen. Der offensichtlich begeisterte Bürgermeister Jürgen Huber, der das Tauschevent eröffnete, lobte die rege Teilnahme sowie das tolle Konzept der Organisationsgruppe mit den vielen Ehrenamtlichen. Huber verwies auf die zahlreichen Notwendigkeiten, um unsere Welt positiv zu verändern. Ein wichtiger Punkt sei hier der Umgang mit Kleidung. „Ich hoffe, dass heute jeder ein Schnäppchen macht. Ein Schnäppchen, in einem moralisch guten Sinn.“

Die Kleidertausch-Party im Evangelischen Bildungswerk Foto: Ruppert
Die Kleidertausch-Party im Evangelischen Bildungswerk Foto: Ruppert

Außerdem wünschte sich der Bürgermeister für die nächste Tauschbörse eine stärkere männliche Beteiligung. „Ein Hoffnungsschimmer, beim nächsten Mal auch für mich etwas zu finden“, witzelte Huber. Nicht nur das Konzept der Steuerungsgruppe war von edlen Gedanken getragen – auch der Kaffee und die Bananen für den Kuchen stammen aus fairem und nachhaltigem Handel. Ebenso vorbildlich war das Miteinander aller Beteiligten, es herrschte eine angenehme Stimmung. Flott sein zahlte sich dennoch aus. Kaum war ein Kleidungsstück auf der Auslagefläche, war es schon wieder weg. Aufmerksamer Blick und ein schnelles Händchen konnten den entscheidenden Treffer liefern.

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