MyMz
Anzeige

Regensburger wurde in Hanau erschossen

Bei Schüssen an zwei Tatorten im hessischen Hanau sind zehn Menschen getötet worden. Ein Regensburger ist unter den Opfern.
von Christine Strasser und Dr. Christian Eckl

Rund 200 Menschen haben am Donnerstagabend vor dem Alten Rathaus in Regensburg bei einer Mahnwache der Opfer von Hanau gedacht. Foto: Lex
Rund 200 Menschen haben am Donnerstagabend vor dem Alten Rathaus in Regensburg bei einer Mahnwache der Opfer von Hanau gedacht. Foto: Lex

Regensburg.Der Attentäter von Hanau hat zehn Menschen getötet. Darunter ist auch ein 34-jähriger Regensburger. Das bestätigte dessen Bruder am Donnerstag in tiefer Trauer der Mittelbayerischen. Noch wisse er nicht, wie es nun weitergehen soll. Er warte auf weitere Informationen der Staatsanwaltschaft. Die Ermittler gehen davon aus, dass der mutmaßliche Schütze aufgrund rassistischer Ideen das Feuer eröffnete. Bis auf ein Opfer – die Mutter des mutmaßlichen Täters – hatten alle einen Migrationshintergrund.

Der 34-jährige Regensburger, der ums Leben gekommen ist, war vor drei Jahren nach Hanau gezogen, wie sein Bruder erzählte. Er habe sich dort beruflich selbstständig gemacht. Am Tatort sei der 34-Jährige nur zufällig gewesen. „Dann hat ihn dieser Verrückte erwischt.“

Reaktionen

Bayerische Politiker reagieren auf Hanau

Erschütterung im Landtag, Stille auf dem Viktualienmarkt, Fasching abgesagt: Die Tat in Hanau hat Auswirkungen auf Bayern.

Türkische Gemeinde sammelt

Salih Altuner ist in der Regensburger Gemeinde der türkischen Mitbürger gut vernetzt, gibt eine türkisch-deutsche Zeitschrift heraus. Er schildert, wie entsetzt die Regensburger Gemeindemitglieder sind: „Derzeit wird Geld gesammelt, weil der Getötete in der Türkei beerdigt werden soll. Dazu sammelt sein Bruder spenden, da die Überführung viel Geld kostet“, sagte Altuner. Der Bruder des Verstorbenen ist in der Regensburger türkischen Gemeinde sehr bekannt. „Er arbeitet als Busfahrer“, führte Altuner weiter aus.

Meinung

Hanau: Trauer, Entsetzen und Fragen

Die offenbar rechtsextremistische Bluttat macht fassungslos. Staat und Zivilgesellschaft dürfen nicht tatenlos zusehen.

Auch Mustafa Miran, Vorstand der türkisch-islamischen Gemeinde in Regensburg, zeigte sich betroffen. Er bestätigte, dass Geld gesammelt wird für die Überführung des Getöteten in die Türkei. Er kenne die Brüder gut – auch den jüngeren, der in Hanau erschossen wurde.

Rassismus

Hanau in Schockstarre nach Anschlag

Über vier Monate nach der Tat in Halle erschüttert Deutschland ein weiteres Attentat. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Mahnwache in Regensburg

Die Teilnehmer der Mahnwache wollten ein Zeichen gegen Rechtsterrorismus setzen.
Die Teilnehmer der Mahnwache wollten ein Zeichen gegen Rechtsterrorismus setzen.

Die Regensburger Jusos haben nach der Gewalttat von Hanau zu einer Mahnwache vor dem Alten Rathaus aufgerufen. Ab 19.30 Uhr kamen am Donnerstagabend rund 200 Menschen zusammen, um der Opfer zu gedenken. Mit der Mahnwache sollte ein „Zeichen gegen Rechtsterrorismus“ gesetzt werden, wie die Jusos auf Facebook schrieben.

Kriminalität

Hanau: Was wir wissen – und was nicht

Ein Deutscher schießt in Hanau um sich. Zehn Menschen sterben, mehrere werden verletzt. Was steckt hinter der Gewalttat?

Am Mittwochabend hatte ein 43-jähriger Deutscher im hessischen Hanau zehn Menschen und sich selbst erschossen. Der Generalbundesanwalt zog den Fall noch in der Nacht zu Donnerstag an sich und ermittelt wegen Terrorverdachts.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über den Facebook Messenger, Telegram und Notify direkt auf das Smartphone

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht