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Regensburg

Regensburgerin reist quer durch Europa

Als einzige Deutsche nimmt die 22-jährige Selina an einem EU-Projekt teil. Sie bereist zehn Länder - innerhalb eines Monats.
Von Andreas Maciejewski

Von links: Olga (19, aus Polen), Wijnand (26, aus den Niederlanden), Selina (22, aus Regensburg) und Panos (23, aus Zypern) bilden das Team Calma. Foto: Road Trip Project
Von links: Olga (19, aus Polen), Wijnand (26, aus den Niederlanden), Selina (22, aus Regensburg) und Panos (23, aus Zypern) bilden das Team Calma. Foto: Road Trip Project

Regensburg.17 europäische Länder, acht junge Menschen, zwei Teams - und eine Regensburgerin: Selina Oberpriller reist derzeit rund einen Monat lang quer durch Europa. Sie hat es als einzige Deutsche geschafft, Teil eines Road-Trip-Projekts der Europäischen Union zu werden. Im Zuge dessen sollen die jungen Teilnehmer unbekannte Orte entdecken, neue Leute treffen und etwas über lokale, von der EU unterstützte Initiativen erfahren.

Selina bereist die EU mit dem „Team Calma“, was übersetzt Ruhe bedeutet. Drei weitere junge Menschen aus Polen, Zypern und den Niederlanden gehören ihrer Gruppe an. Insgesamt zehn Länder erwartet sie auf ihrer Route. Das andere Team „Travelbugs“, frei übersetzt Reisewanzen, macht in acht Ländern Halt. Das einzige Land, das beide Teams besuchen, ist Deutschland.

Selina setzt sich gegen Hunderte Bewerber durch

Ende vergangener Woche befand sich Selina in Polen, der fünften Station ihrer Reise. Zuvor besuchte sie mit ihrem Team schon Irland, Großbritannien, Deutschland und Tschechien. Die Mittelbayerische erreichte die 22-Jährige per Telefon in Zabrze, rund 700 Kilometer mit dem Auto von Regensburg entfernt. „Es ist schon verrückt, Teil dieses Projekts zu sein“, sagt Selina. Im Vorfeld setzte sie sich gegen rund 400 andere Bewerber aus Europa durch.

Von links: Roman, der 25 Jahre in Bergwerken gearbeitet hat, zeigt Selina, Panos, Olga und Wijnand, wie es unter Tage läuft. Foto: EU Road Trip Projekt
Von links: Roman, der 25 Jahre in Bergwerken gearbeitet hat, zeigt Selina, Panos, Olga und Wijnand, wie es unter Tage läuft. Foto: EU Road Trip Projekt

In Zabrze erwartet Selina ein Besuch in einem ehemaligen Kohlebergwerk, wo ihr Team auch selbst ran muss - und in etwa 320 Meter Tiefe schnell an seine Grenzen kommt. So muss Selina zum Beispiel in voller Montur zu einem Notfalltelefon laufen, durch ein Metallrohr von etwa einem Meter Durchmesser robben und zu zweit einen Baumstamm zersägen. „Diese Arbeiten waren schon nach einigen Minuten furchtbar anstrengend. Kaum vorzustellen, was die Bergarbeiter hier jeden Tag geleistet haben“, so die Regensburgerin.

Oma und Opa sind stolz auf die Globetrotterin

Jedes Teammitglied auf dem Trip hat eine bestimmte Leidenschaft: Videos, Texte, Fotografie oder Präsentation. Selinas Leidenschaft ist die Fotografie. Auf der Webseite des Road-Trip-Projekts sind ihre Bilder zu sehen.

Selina hat in Eichstätt Journalismus studiert und erst vor Kurzem ihre Bachelorarbeit abgegeben. Ihre Zukunft will sie sich erst nach der Reise genauer ausmalen. Sie liebäugelt mit Praktika im Medienbereich und einem Masterstudiengang.

Fotografien

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Derzeit geht sie aber einer ihrer größten Leidenschaften nach. Die 22-Jährige liebt es zu reisen. Sie hat bereits ein Auslandssemester in Lissabon verbracht, hat verschiedene Länder in Südostasien besucht und vor allem Spanien und Frankreich per Interrail entdeckt.

Heimweh und große Sehnsucht nach ihrer Familie plagen Selina deswegen nicht. „Weil ich viel unterwegs bin, sind sie es gewohnt, dass ich nicht da bin“, sagt sie und lacht. Ihre Familie, die in Mintraching wohnt, unterstütze sie aber dabei und sei stolz auf sie: „Vor allem Oma und Opa, wenn ich in der Zeitung erscheine.“

Selina will nicht sofort nach Regensburg

Am 30. September ist die letzte Station des „Team Calma“ in Zypern. Dort besuchen die vier Reisenden die Bibliothek der Universität in Nikosia. Damit endet auch die Reise des Road-Trip-Projekts der EU.

Für Selina hingegen nicht. Die Globetrotterin hat noch nicht vor, sofort nach Regensburg zurückzukehren. Schließlich ist das Klima in Zypern viel wärmer als in Deutschland. „Vielleicht werde ich noch ein wenig die Sonne genießen, entspannen und erstmal ankommen“, sagt sie.

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