MyMz
Anzeige

Projekt

Regensburgs Grüne Oase ist wieder da

Das Projekt in der Obermünsterstraße stand vor dem Aus. Der Verein Transition verhalf der „Terrasse für alle“ zu neuem Leben.
Von Sarah Sophie Ruppert

Projektverantwortliche und Besucher von der Grünen Oase: Bei sommerlichem Herbstwetter wurde die Terrasse eingeweiht. Foto: Sarah Sophie Ruppert
Projektverantwortliche und Besucher von der Grünen Oase: Bei sommerlichem Herbstwetter wurde die Terrasse eingeweiht. Foto: Sarah Sophie Ruppert

Regensburg.Das hölzerne Podest am westlichen Ende der Obermünsterstraße ist vielen Flaneuren, Shoppingbegeisterten und Altstadtbewohnern bekannt. Bis zum Frühjahr dieses Jahres konnte Transition Regensburg den abgegrenzten Bereich als „Terrasse für alle“ anbieten.

Die Grüne Oase, vis-a-vis des sozialen Vereins Kultür, war vier Jahre lang ein Ort für schmückende Blumen und Kräuter, großzügige Holzbänke zum Augen schließen und Mittagessen, aber ebenso ein Platz, der es erlaubt, zusammen an etwas zu arbeiten und zu glauben. Transition Regensburg glaubt an den Wandel, der nötig ist, um durch bewusstes und nachhaltiges Leben Klima, Miteinander sowie Kultur zu schützen.


Nach über einem halben Jahr Pause geht das grüne Örtchen seit vergangenem Wochenende wieder in Stellung. Inmitten von Pflastersteinen, hohen Häuserwänden und Parkplätzen gibt es nun wieder Raum für eine kurze Erholungsphase, einen Plausch mit den Nachbarn oder entspannende Gartenarbeit.

Oase soll „Experimentierfläche für alle“ sein

Doch die Grüne Oase soll viel mehr für die Regensburger und Interessierten sein. Martin Hoff, im Vorstand von Transition Regensburg, freut sich deswegen über viele Ideen, die auf der Terrasse umgesetzt werden können. Er denke da zum Beispiel an Künstler, die die Fläche für eine Vernissage nutzen, aber auch an Studenten, die ein öffentliches Projekt umsetzten möchten. „Es ist eine Experimentierfläche für alle“, sagt Hoff.

Umgestaltung

Obermünsterviertel vor großem Umbruch

Seit Jahren wartet die Straße in der Regensburger Altstadt auf die Sanierung. Doch es gibt einen Lichtblick für die Anwohner.

Viele Umstände kamen zusammen, weswegen das Projekt beendet wurde und die Fläche seit Anfang diesen Jahres brach lag. Zum einen sei die Grüne Oase „in die Jahre gekommen“, aber auch der Umzug von Transition, von der Obermünster- in die Keplerstraße, machte die Pflege des Platzes nicht einfacher. Dazu kamen verärgerte Anwohner, die sich über Müll und Lärm beklagten. Nun war nach Angaben Hoffs Zeit für die Tabula rasa.

Dialog mit Anwohnern gesucht

Gemeinsam setzte man sich mit den Nachbarn zum Dialog zusammen und beherzigte die Wünsche. Heraus kam, dass die Anwohner den Platz durchaus wollten, lediglich etwas schlanker und luftiger. Und das ist Transition Regensburg gelungen. Auf dem Holzpodest kann der Blick weit über die Obermünsterstraße schweifen und die Grüne Oase ist nun pflegeleichter. Nach wie vor gibt es Hochbeete und Sitzmöglichkeiten, um den mitgebrachten Snack oder das Menü vom nahe gelegenen Schnellrestaurants zu schlemmen. Die Vereinsmitglieder halten die Fläche sauber. Ein weiterer Mülleimer wäre jedoch von Vorteil, so Transition-Mitglied Julia Ottersbach.

Ideenwerkstatt

  • Workshop:

    Im Seminar zu nachhaltiger und ressourcenschonender Mobilität in Regensburg und Umkreis können Schritt für Schritt Ideen zu mehr Klimaschutz entwickelt werden.

  • Ort:

    Der Workshop findet vom 15. bis 17. November im Runtingersaal in der Keplerstraße 1 statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 Euro.

Zwei volle Tage halfen zahlreiche Ehrenamtliche, damit die Grüne Oase wieder ein Teil des Regensburger Altstadtlebens wird. Im September, am ersten Aufbautag, konnten bereits Hochbeete und Palettenbänke fertiggestellt werden. Vergangenen Samstag ging es dann in die heiße Phase. Rund 15 Freiwillige kamen über den Tag verteilt, bepflanzten die Beete, schreinerten Sitzmöglichkeiten, Tische und Umzäunung. Ottersbach freut sich über die Unterstützung aus der Nachbarschaft, die sich über zum Beispiel die Entsorgung von Laub kümmert, aber auch die die Pflanzen gießt. „Wir wünschen uns, dass der ganze Ort mit Respekt behandelt wird“, meint Ottersbach. Sie wendet sich hierbei an alle, welche die Grüne Oase nutzen, aber auch an die, welche lediglich vorbeiziehen oder kurz Rast machen.

Weitere Transition-Projekte

Transition Regensburg kann viel mehr. Neben dem Projekt der Grünen Oase unterhält der gemeinnützige Verein mehrere Flächen für Urban Gardening. Also soziale Treffpunkte für gemeinsames Nutzen und Gestalten von Grünflächen. In Kooperation mit Campus Asyl entstand als Integrationsprojekt ein interkultureller Garten, der gemeinsam von zwei Menschen mit Migrationshintergrund und zwei Einheimischen gepflegt wird. Die „Teilbar“ in der Transition-Base in der Keplerstraße nimmt nicht mehr benötigte Gegenstände an, damit sich ein neuer Besitzer findet. Jedes Teil soll mit einer persönlichen Geschichte des Vorbesitzers abgegeben werden.

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht