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Wahlen

Regensburgs Jugendbeirat wird gewählt

Noch vor den Erwachsenen wählen die Jugendlichen ihre Vertreter. Vier Kandidaten beantworten die wichtigsten Fragen zur Wahl.
Von Philip Hell

Wer in den Jugendbeirat gewählt wird, trifft sich einmal im Monat im Plenum. Darüber hinaus arbeiten die Jugendlichen in Arbeitsgruppen zusammen. Archivfoto: Geradtz
Wer in den Jugendbeirat gewählt wird, trifft sich einmal im Monat im Plenum. Darüber hinaus arbeiten die Jugendlichen in Arbeitsgruppen zusammen. Archivfoto: Geradtz

Regensburg.In der kommenden Woche haben Regensburgs Schüler zwischen 14 und 17 Jahren die Qual der Wahl. Noch vor den Erwachsenen dürfen sie ihre parlamentarische Vertretung, den Jugendbeirat, wählen. Doch wen kann man da wählen und was machen die Jugendlichen dort? Die Mittelbayerische hat mit vier der Kandidatinnen und Kandidaten gesprochen. Steven Berger, Mariam Daher, Lennart Kammler und Leyla Stanojević beantworten die wichtigsten Fragen.

43 Kandidaten, 4400 Wahlberechtigte:

Die vier Jugendlichen wollen etwas in der Stadt Regensburg bewegen. Ihr Problem: Noch sind sie minderjährig. Sie dürfen bei der Kommunalwahl noch nicht wählen oder für ein politisches Amt kandidieren. Für dieses Dilemma rief die Stadt Regensburg im Jahr 2012 den Jugendbeirat ins Leben. Der Jugendbeirat verleiht den politisch engagierten Jugendlichen der Domstadt schon vor ihrem 18. Geburtstag eine Stimme.

Doch zunächst müssen sich die 44 Kandidatinnen und Kandidaten den Schülern Regensburgs zur Wahl stellen. 4400 Jugendliche zwischen 14 und 17 haben zu Beginn des Jahres eine amtliche Wahlkarte bekommen. Sie dürfen an acht Jugendeinrichtungen und 18 Schulen für ihre Favoriten abstimmen. Jeder Jugendliche hat sieben Stimmen. Am Samstag, 7.März, auf der Wahlparty im „Hearts“ wird dann schließlich bekannt gegeben, welche 21 Nachwuchspolitikerinnen und –politiker den Sprung in den Jugendbeirat geschafft haben.

Wie arbeitet der Jugendrat?

Genau das ist das Ziel von Leyla Stanojević, Mariam Daher, Lennart Kammler und Steven Berger. Insbesondere Leyla Stanojević weiß auch schon sehr genau, was sie erwartet. Die 17-Jährige kandidiert für ihre zweite Amtszeit als Jugendbeirätin. Seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2018 trifft sie sich einmal im Monat mit den anderen gewählten Jugendlichen im Plenum. Die Hauptarbeit spiele sich jedoch in den Arbeitsgruppen ab, berichtet sie. „Es gibt beispielsweise eine AG, die sich mit der Ausrichtung unserer U18-Party im ‚Heart‘ kümmert.“

Die Arbeit im Jugendbeirat hat ihr sehr viel Spaß gemacht. Die 17-Jährige hat aber auch einen Verbesserungsvorschlag: „Ich würde mir wünschen, dass die Oberbürgermeisterin regelmäßiger an den Plenumssitzungen teilnimmt“, sagt die Gymnasiastin.

Was bewegte der Jugendbeirat?

Im Plenum und in den Arbeitsgruppen werden für Jugendliche relevante Themen bearbeitet und Forderungen an den Stadtrat formuliert. Und die Forderungen des Jugendbeirates zeigen Wirkung. Der Jugendbeirat war zum Beispiel maßgeblich daran beteiligt, dass in Kürze im Königswiesener Park eine Beleuchtung installiert wird. Bisher mussten viele Jugendliche auf ihrem Heimweg vom beliebten Jugendzentrum Königswiesen durch den dunklen Park laufen.

„Das kann nur der Anfang gewesen sein“, sagt Kandidatin Mariam Daher. Sie fürchtet sich immer noch oft, wenn sie nach Hause geht. Auch deshalb will sie für den Jugendbeirat kandidieren.

Ein weiteres Prestigeprojekt des Jugendbeirats war die Einführung eines U21-Tickets für den RVV. Mit dem Ticket, das durch den Jugendbeirat angestoßen wurde, können Jugendliche deutlich günstiger mit dem Bus fahren.

Ein Vorzeigeprojekt der Stadt

Der Regensburger Jugendbeirat existiert seit 2012. Christoph Seidl vom Amt für kommunale Jugendarbeit der Stadt Regensburg betont die Vorreiterrolle der Domstadt auf diesem Gebiet. Man habe den Jugendbeirat als eine der ersten Städte in Deutschland aus der Taufe gehoben, sagt er. Zudem sei der Jugendbeirat in Regensburg weitaus besser eingebunden als in anderen Städten. Der Jugendbeirat kann nicht nur Forderungen stellen. Den Jugendlichen stehen 15 000 Euro aus Mitteln des Bundes zur Verfügung. Die Stadt unterstützt den Jugendbeirat aber noch darüber hinaus mit eigenen Mitteln. „Das Projekt kommt an“, stellt Seidl fest. Er verweist auf die hohe Wahlbeteiligung, die regelmäßig um die 30 Prozent liegt.

Was Seidl besonders am Herzen liegt, ist die interkulturelle Verständigung, die den Jugendlichen durch Jugendkonferenzen ermöglicht wird. „Die Kontakte reichen bis nach China!“, erzählt Seidl stolz.

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