MyMz
Anzeige

Glaube

Regionalbischof hält erste Rede

Klaus Stiegler ist neuer Regionalbischof: Am Reformationstag fand er in der Regensburger Neupfarrkirche deutliche Worte.
Von Tino Lex

Bischof Klaus Stiegler Foto: Lex
Bischof Klaus Stiegler Foto: Lex

Regensburg.Am so wichtigen Reformationstag der Evangelischen Kirche predigte erstmals der neue Regionalbischof von der Kanzel in der voll besetzten Neupfarrkirche zu den Gläubigen. Klaus Stiegler fand die richtigen Worte, mahnte und gab Hoffnung zugleich.

Zu Beginn seiner Predigt erinnerte er an Martin Luther, der als „unbedeutender Mönch“, der Kirche, dem Papst und dem Kaiser die Stirn bot. „Er setzte sein Leben aufs Spiel und gewinnt – geächtet. In nur elf Wochen übersetzte Luther das Neue Testament, damit jeder Mann und jede Frau Zugang zu Heiligen Schrift erlangen konnte. Zwar passierte dies fernab der großen Metropolen, doch es war ein Aufruhr für ganz Europa“, so Stiegler. Eigentlich habe Luther die Kirche reformieren wollen, gründete aber den Protestantismus. Demnach feiere man an diesem Tag Geburtstag. Stiegler freute sich, dass man diesen Geburtstag gemeinsam feiern könne. „Wir begeben uns auf Schatzsuche. Der wahre Schatz der Kirche ist das Heilige Evangelium.“

Regionalbischof zu aktuellen Geschehnissen

Dann ging der Regionalbischof auf die aktuellen Geschehnisse ein. „Es gab damals wie heute Menschen, die Gott herausforderten.“ Längst gebe es Menschen, die Google mehr vertrauten als Gott, die Algorithmen mehr trauen und ihnen vertrauen, als Gott. Es gebe auch Menschen, die sich schamlos und ungeniert an die Stelle Gottes setzten – sich gottgleich wähnten.

Als Despoten und Tyrannen versuchten sie der Welt ihren Willen aufzuzwingen. Dies könnten Menschen ganz oben sein in den Chefsesseln der Macht, in Politik und Wirtschaft. Dies könnten aber auch Menschen ganz unten sein, die vom Leben frustriert und enttäuscht, nichts anderes mehr im Sinn haben, als andere mit ins Verderben zu reißen.

„Wunder von Halle“

Klaus Stiegler sieht es als „Wunder von Halle“ an, dass die Türen der Synagoge gehalten habe und der rechtsradikale Täter nicht eindringen konnte. Als „Wunde von Halle“ beklagte er, dass zwei Menschen gestorben seien. Blindwütiger Judenhass habe sich ausgetobt. Noch immer gebe es diesen Antisemitismus in einem erschreckenden Ausmaß. „Auch wir selbst müssen als Kirche selbstkritisch und bescheiden bekennen: „Da haben wir selbst in unserer Geschichte dazu beigetragen.“ Der Neupfarrplatz zeuge von der Judenvertreibung vor 500 Jahren. Für Regensburg sei es nun ein großer Segen, dass die neue Synagoge da ist. „Als Kirche der Reformation haben wir unseren Platz an der Seite der Juden.“

Weiterführende Links aus Regensburg:

Weitere Nachrichten und Berichte aus Regensburg lesen Sie hier.

Die wichtigsten Informationen direkt auf das Mobilgerät: Mit MZ und ihrem Messenger bleiben Sie stets auf dem Laufenden.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht