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Umbau

Reichssaal wird barrierefrei umgebaut

Die Rückseite des Alten Rathauses in Regensburg erhält einen Aufzug samt Treppe. Schwerhörigen hilft eine Induktionsanlage.
Von Tino Lex

Im Dezember soll der Aufzug auf der Rückseite des Rathauses fertig gestellt sein. Foto: Tino Lex
Im Dezember soll der Aufzug auf der Rückseite des Rathauses fertig gestellt sein. Foto: Tino Lex

Regensburg.Lange hat es gedauert, aber jetzt bekommt der Historische Reichssaal im Alten Rathaus einen Aufzug. Der Historische Reichssaal ist der Ort, an dem die wichtigsten Veranstaltungen im Jahreskalender der Stadt Regensburg stattfinden. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen waren von der Teilnahme an diesen Festivitäten der Stadt in dieser historischen Umgebung weitestgehend ausgeschlossen, da der 700 Jahre alte Saal nicht barrierefrei erschlossen war.

Der Rettungsdienst musste bisher Personen im Rollstuhl mühsam die Treppe hinauf und auch wieder heruntergetragen, damit diese an Veranstaltungen teilnehmen können.

Hebeplattform wird vor dem Reichssaal angebracht

Dies werde sich nun ändern, erklärte Bürgermeisterin Gertrud Malz- Schwarzfischer beim offiziellen Startschuss zu den Bauarbeiten an der Rückseite des Gebäudes. Es wurde ein freistehender Aufzugturm im Fechthof errichtet und die kurfürstlichen Nebenzimmer wurden angebunden. Zudem wurde vor dem Reichssaal eine Hebeplattform angebracht. Nun kann auch dieser Raum barrierefrei betreten werden.

Daneben entsteht eine behindertengerechte Toilette auf der Ebene des Reichstages. Insgesamt werden diese Maßnahmen rund 631000 Euro kosten. Mehr als die Hälfte davon ist förderfähig und wird vom Freistaat Bayern übernommen. Die Anforderungen an Planung und Bau seien aufgrund der Anforderungen des Denkmalschutzes, des historischen Erbes und den verwendeten Materialien des Mittelalters eine große Herausforderung.

Maltz-Schwarzfischer bewertet Maßnahmen als „wichtiges Signal“

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer freute sich, dass es trotz aller Umstände gelungen sei, einen weiteren Schritt hin zur inklusiven Kommune zu tun: „Dass die gute Stube unserer Stadt künftig für mobilitätseingeschränkte Menschen barrierefrei erreichbar ist, ist ein wichtiges Signal. Diese Maßnahme ist auch ein Ansporn für weitere Projekte, denn sie zeige, dass Barrierefreiheit und Denkmalschutz gut und schön miteinander vereinbar sind.“

Zusätzlich leistet auch der Inklusionsbeirat der Stadt seinen Beitrag für mehr Barrierefreiheit bei städtischen Veranstaltungen. In Deutschland ist jeder 15. schwerhörig. In der Altersgruppe ab dem 65. Lebensjahr jeder zweite Mann sowie jede dritte Frau. Um dieser Personengruppe eine größere gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, beschloss der Inklusionsbeirat die Anschaffung einer mobilen Induktionsanlage.

Herausforderungen

  • Architektenaufgabe:

    Die Architekten um Martin Köstlbacher haben keine leichte Aufgabe. Sie müssen es schaffen, dass sich der Aufzug samt Treppe in das bestehende Ensemble des Alten Rathauses einfügt.

  • Qualifikation:

    Köstlbacher stehen mit Maximilian Koch sowie Florian Fischer zwei Mitarbeiter zur Seite. Das Architekturbüro gewann eine kleine Ausschreibung.

Die Bürgermeisterin bedankte sich bei der stellvertretenden Sprecherin des Inklusionsausschusses, Elisabeth Fink, für die zukünftige kostenfreie Zurverfügungstellung der Anlage bei städtischen Veranstaltungen. Elisabeth Fink: „Wir wollen ein besonderes Zeichen setzen. Es bedarf aller Anstrengung, um Inklusion auch für Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen verwirklichen zu können.“

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