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Musik

Repertoire von Brahms bis Rammstein

Der Regensburger Heart-Chor legt sich bei der Stilrichtung nicht fest. Mit einem Konzert soll am Samstag das 20-jährige Bestehen gefeiert werden.
Von Ralf Strasser, MZ

  • Der Chor hat ein Herz für gute Songs und zeigt das auch.Fotos: Chor
  • Das Leben ist wie ein Fim: Der Heart Chor sang sich 2008 mit Soundtracklieder in die herzen der Zuhörer
  • Das Projekt „Songs of Heaven and Hell“ - Lieder von der hellen und der dunklen Seite im November 2010

Regensburg.Angefangen hat es mit dem Heart-Chor in einer Gaststätte in Stadtamhof. Und mit einer nicht ganz ernst gemeinten Aufforderung. „Wenn ihr euch nicht einen Chorleiter zulegt, dann schmeiß ich euch raus“, soll die Wirtin gesagt haben. Der Kneipenchor mit dem „Herz“ im Namen, aus Lust am Singen 1994 entstanden, schaute sich tief in die Augen und machte Nägel mit Köpfen. Will heißen: Neustart mit musikalischem Know How.

Der fand mit dem ersten Dirigenten Alexander Weiß statt und hatte 2004 seine Fortsetzung mit Markus Dankesreiter. „Es muss etwas schauerlich geklungen haben“, meint der gelernte Chorleiter, Tenor und stets gut gelaunter Motivator mit einem breiten Lächeln. Markus Dankesreiter ist der Dreh- und Angelpunkt des „Heart-Chor Regensburg“ – eine Gruppe mit 60 aktiven Sängerinnen und Sängern, die sich mit Leidenschaft, Spaß und Anspruch der Musik verschrieben haben. „Das mit dem Kneipenchor hat sich gegeben“, meint die Chor-Vorsitzende Kathrin Graf, mittlerweile sind die Auftritte des Chors aus der Regensburger Musikszene nicht mehr wegzudenken.

Dabei legt sich der Chor nicht fest. Weder was die Häufigkeit der Auftritte anbelangt, noch auf die musikalische Stilrichtung. Beim Heart-Chor haben Pop-Balladen genauso Platz wie geistliche Gesänge, romantische Stücke, jazzige Arrangements, Brahms genauso wie Rammstein, gerne auch mit Anleihen zu Carl Orff und durchaus zeitgenössisch. Dennoch hat man Schwerpunkte: Rock, Pop und Jazz sind eindeutige Sieger in der Gunst der Sänger.

Dabei macht man vor nichts halt und schreibt sich mit eigenen Arrangements Lieder wie „Zombie“ von den Cranberries oder „Bohemian Rhapsody“ von Queen auf den musikalischen Stimmkörper. „Wir wollen bewusst kein ernster und statischer Chor sein“, sagt Dankesreiter.

Mehr als 100 Lieder

Ablesbar ist das am Repertoire, das inzwischen locker die 100-Lied-Grenze überschritten hat, aber vor allem an den Event-Auftritten, die man als Konzertprojekte bezeichnen darf und die Blicke über den eigenen Tellerrand hinaus begleiten. Etwa bei „Songs of Heaven und Hell“ einem Mix aus Klassik, Rock- und Popsongs und Gospel, mal a-Capella, mal mit Bandbeleitung und Texten von Michael Haake und Martin Hofer oder mit den Bahnhofsliedern mit Songs vom Ankommen und Abfahren – quer durch zwei Jahrzehnte. Chorgesang mit Literatur, schauspielerischen und tänzerischen Elementen, gecoached und beraten durch Profis, wie dem Kabarettisten Tobias Ostermeier, der Schauspielerin Bettina Schönenberg oder der Tanzlehrerin Ülbin Elseven. Das kommt an, „aber dafür ochsen wir ganz schön ran“, sagt Herta Riedl, Schatzmeisterin und 18 Jahre mit Stimme und Engagement bei den „Herzen“.

Für diese und weitere Auftritte wie beim Bürgerfest, dem Lukrezia Markt, beim Fest im Fluss, an Schulen, in Kirchen, Museen oder als Begleitung der Kurzfilmtage in Regensburg wird jeden Sonntag im Pfarrsaal von Herz Jesu geprobt. Stets mit großer Besetzung. „Wer Zeit hat, kommt vorbei“, meint der Chorleiter.

Beim Stichwort Nachwuchs schüttelt er den Kopf. „Das Interesse ist groß und wie unser Anspruch ist auch die Zahl der Chormitglieder gewachsen, nur Tenöre und Bässe fehlen.“ Überhaupt die Qualität: „Hoch bis sehr hoch“, legt sich Dankesreiter fest. Eine Einschätzung, die er mit sehr vielen Zuhörern teilt. Zu den großen Konzerten, die alle zwei Jahre akribisch und mit viel Kreativität vorbereitet werden, kommen an die 500 Zuhörer pro Abend. Begeisterung inklusive.

20 Jahre gibt es den Chor, „und es wird Zeit, dass wir mal Geburtstag feiern“, sagt die zweite Vorsitzende, Christine Kammhuber. Und warum sich nicht selber beschenken? Das macht der Chor mit einem Konzert am 19. Juli, um 19.30 Uhr in der Dreieinigkeitskirche zugunsten von Unicef Regensburg.

Und ganz nebenbei beschenkt Heart die Zuhörer und tut Gutes. „Mit dem Spendenerlös werden Trinkwasserprojekte von Unicef in vielen Krisengebieten und den ärmsten Ländern der Welt unterstützt“, erklärt Sabine Scherer-Bogner, Heart-Pressechefin und Sängerin. Deshalb widmet sich ein Teil des Konzertprogramms dem kostbaren Lebenselixier Wasser („I dreamed of rain“) und Gewässern als Sehnsuchtsort („Oh Shenandoa“/ „The Water is Wide“, Folk Traditionals).

Appell an die Verantwortung

„Das Programm will auch dazu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen („Man in the Mirror“, Michael Jackson), um die Welt positiv zu verändern („Volle Kraft voraus“, Söhne Mannheims). Klar, dass sich der Heart-Chor nicht einfach mit dem simplen Vortragen von Liedern zufrieden gibt. „Bei dem Konzert wird es wieder einige Welturaufführungen und ein paar Überraschungen geben“, verspricht Dankesreiter.

Generalprobe ist öffentlich

Wer es nicht ins Konzert schafft, hat ab 17 Uhr die Gelegenheit, bei der öffentlichen Generalprobe dabei zu sein (ebenfalls in der Dreieinigkeitskirche). Um 18 Uhr wird nebenan, im Melanchthonsaal des Alumneums (Am Ölberg 2), die Unicef-Ausstellung „Wasser wirkt“ unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs eröffnet. Der Eintritt zum Heart-Chor Konzert ist frei, alle Spenden fließen in die Unicef-Kampagne „Wasser wirkt“.

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