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Energie

Rewag erhöht Preise zum 1. Januar 2019

Kosten für Strom und Erdgas steigen bei Regensburgs Energieversorger. Vier-Personen-Haushalt zahlt ca. 60 Euro mehr im Jahr.

Die Verbrauchspreise für Strom steigen um 1,50 Cent je Kilowattstunde (netto) beziehungsweise um 1,79 Cent je ‎Kilowattstunde (brutto). Foto: Oliver Berg/dpa
Die Verbrauchspreise für Strom steigen um 1,50 Cent je Kilowattstunde (netto) beziehungsweise um 1,79 Cent je ‎Kilowattstunde (brutto). Foto: Oliver Berg/dpa

Regensburg.Schlechte Nachrichten für Rewag-Kunden: Die Preise für Strom und Erdgas werden ab Januar 2019 steigen. Die Verbrauchspreise für Strom erhöhen sich um 1,50 Cent je Kilowattstunde (netto) beziehungsweise um 1,79 Cent (brutto). Für einen Musterhaushalt mit vier Personen und einem jährlichen Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden bedeutet das: 4,37 Euro (netto) beziehungsweise 5,21 Euro (brutto) mehr im Monat. Die Verbrauchspreise für Erdgas steigen um 0,41 Cent je Kilowattstunde (netto) beziehungsweise um 0,49 Cent (brutto). Für das Musterhaus mit einem jährlichen Erdgasverbrauch von 20000 Kilowattstunden bedeutet das monatliche Mehrkosten in Höhe von 6,83 Euro (netto) beziehungsweise 8,13 Euro (brutto) – das sind fast 100 Euro (brutto) mehr im Jahr für Erdgas.

Die Preiserhöhungen sind mehreren Faktoren geschuldet, wie Olaf Hermes, Vorstandsvorsitzender der Rewag, erklärte: „Wir werden im kommenden Jahr mehr für die Nutzung der Strom- und Erdgasleitungen bezahlen müssen. Dies und die steigenden Kosten für den Energieeinkauf können wir nicht mehr auffangen.“ Eine wesentliche Schuld an den steigenden Kosten für den Energieeinkauf tragen laut Hermes ausgerechnet die erneuerbaren Energien: „Aufgrund des starken Wachstums der erneuerbaren Energien müssen die Verteilernetze massiv aus- und umgebaut werden.“ Immer mehr Anlagen, die den Strom aus Sonne, Wind und Wasser liefern, müssen an das Netz angeschlossen werden – und das kostet. „Strom aus Wind und Sonne wird außerdem zunehmend dezentral und teilweise verbrauchsfern erzeugt.“

Außenpolitik treibt die Preise

Das bedeutet, dass der Strom aus erneuerbaren Energien zwar da ist, aber meist nicht dort, wo er gebraucht wird: „Die Netze müssen die starken Schwankungen von Wind und Sonne parieren können. Deshalb muss auch das Übertragungsnetz ausgebaut werden, um den Strom zu den Verbraucherzentren transportieren zu können.“ Ein weiterer Grund für die Preiserhöhungen sind die steigenden Preise für die Zertifikate, die die Kraftwerksbetreiber für ihre CO2-Emissionen kaufen müssen: „Der CO2-Preis ist gestiegen und damit automatisch die Preise für Strom und Erdgas“, so Hermes weiter. Aber auch die Erzeugungsstruktur verschiebe sich: „Die Erdgas-Anbieter zum Beispiel profitieren, weil sie weniger CO2 verursachen. Deshalb werden die Gaskraftwerke stärker angefragt, was dazu führt, dass auch hier die Preise aufgrund erhöhter Nachfrage steigen. Das sind die Marktmechanismen.“ Die steigenden Preise für Erdgas haben auch mit außenpolitischen Schwankungen zu tun.

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Seit der Markt nicht mehr mit Öl geflutet wird, steigt der Preis für Erdöl: „Wenn der Ölpreis hochgeht, zieht der Erdgaspreis nach“, erklärte Hermes. „Das hat auch mit den Sanktionen gegen den Iran zu tun.“ Die Bundesnetzagentur reguliert, wie weit Netzbetreiber bei Preiserhöhungen gehen dürfen. Sie werden streng geprüft und genehmigt – insbesondere mit Blick auf die Kosteneffizienz. Bei der Rewag machen die Netzentgelte rund 19 Prozent bei den Strom- und fast 26 Prozent bei den Erdgaspreisen aus. Rund 53 Prozent des Strompreises sind staatlich beeinflusste Steuern, Abgaben und Umlagen aus; beim Erdgas sind es 32 Prozent.

Für den Stromeinkauf an sich und den Service schlagen 28 Prozent zu Buche, beim Erdgas 42 Prozent. Ein weiterer Faktor für die Preiserhöhungen ist der Tarifabschluss mit ver.di, nachdem die Löhne um sieben Prozent gestiegen sind. Auch wenn die Preiserhöhungen bitter für die Verbraucher sind, betonte Hermes, dass die Rewag die Preise seit 2010 nicht mehr erhöht und stattdessen sogar zuletzt zweimal gesenkt hat.

Nicht im Regen stehen lassen

Außerdem könnten sich die Preise im Städtevergleich sehen lassen: Trotz der Preiserhöhungen und auch, wenn die anderen Stromanbieter ihre Preise anziehen, liege die Rewag noch im Mittelfeld der Preiskategorie. Hermes erklärte, dass man die Kunden nicht im Regen stehen lassen wolle. Stattdessen möchte die Rewag aktiv einen Beitrag zum Stromsparen leisten. Deshalb bietet sie teils kostenfreie Services und Angebote: Rewag-Kunden können sich im Kunden-Center beraten lassen, wie sie am effizientesten Strom sparen. Für 99 Euro können Hausbesitzer eine Thermographie-Aufnahme von ihrem Haus machen lassen.

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