mz_logo

Regensburg
Sonntag, 23. September 2018 24° 7

Planungen

Rewag soll Wasser nach Teublitz liefern

In zwei Bürgerversammlungen nennt die Teublitzer Bürgermeisterin Maria Steger neue Details für den Bau der Abfüllanlage.
Von Werner Artmann und André Baumgarten

  • „Größtenteils von der Rewag“ aus Regensburg soll zusätzlich ca. eine Million Kubikmeter Wasser geliefert werden. Foto: Fotolia
  • Maria Steger stand erneut Rede und Antwort. Foto: Artmann

Teublitz. Edeka will in Teublitz offenbar einen großdimensionierten, eigenen Produktionsstandort bauen. Der Lebensmittelkonzern kauft das 31 Hektar große, geplante Industrie- und Gewerbegebiet an der A 93 komplett „und plant, dort eventuell noch weitere lebensmittelproduzierende Betriebe zu errichten“, sagte Bürgermeisterin Maria Steger bei zwei Bürgerversammlungen am Montag und Dienstag. Die Getränkeabfüllanlage allein benötige rund 20 Hektar der Fläche.

Eine Million Kubikmeter von Rewag

Als einen weiteren Wasserlieferanten der modernsten Getränkeabfüllanlage in Europa, die dort entstehen soll, nannte Steger einen Namen: Zu den 500 000 Kubikmetern aus Teublitz sollen „größtenteils von der Rewag“, dem Versorgungsbetrieb der Stadt Regensburg, weitere rund eine Million Kubikmeter Wasser kommen. Marion Brasseler von der Rewag-Unternehmenskommunikation sagte auf Nachfrage der MZ nur: „Es tut mir leid, ich kann ihnen nichts sagen.“

Der Antrag für die Erhöhung der Fördermenge von 525 000 auf 750 000 Kubikmeter ist laut Steger gestellt. Basis dafür sei das hydrogeologische Gutachten, wonach eine Steigerung der Entnahmemenge um 225 000 Kubikmeter möglich ist. Der Fachmann vom Büro Piewak & Partner aus Bayreuth prognostiziere eine gleichbleibend hohe Grundwasserqualität und stabile Grundwasserstände. Eine „langfristig schonende Nutzung des Grundwasserleiters“ wäre gegeben.

Rohrleitung muss erneuert werden

Da für die Herstellung von Mineralwasser mindestens 500 000 Kubikmeter aus Teublitz kommen sollen, müsste Wasser aus Schwandorf zugekauft werden. Die Ortsteile Premberg, Saltendorf und auch Katzdorf würden künftig mit rund 150 000 Kubikmetern aus der Großen Kreisstadt versorgt. Das war bereits bis Mitte der 90er Jahre der Fall. Die von damals noch vorhandene Rohrleitung muss laut Steger neu gebaut werden – die Kosten trage allerdings der Investor Edeka. Das Teublitzer Stadtoberhaupt äußerte sich in den Bürgerversammlungen auch zu verschiedenen Behauptungen und Vorwürfen, die in der Diskussion über den Wasserliefervertrag und die Ansiedlung von Edeka laut wurden.

Interaktive Grafik: Gerüchte um die geplante Getränkeabfüllanlage

Grundsätzlich stellte sie klar, dass die Versorgung der Bürger immer Vorrang habe: Reiche die Fördermenge nicht mehr, werde die Lieferung an Edeka gedrosselt. „Das ist vertraglich wirklich so festgezurrt“, betonte Steger, „ohne das Edeka irgendwelche Ansprüche geltend machen kann.“ Wird keine Erhöhung der Fördermenge genehmigt oder stimmt Schwandorf gegen eine Wasserlieferung, wird es laut Steger keinen Vertrag mit Edeka geben.

Am Donnerstagabend entscheidet der Stadtrat um 19 Uhr (Mittelschule) über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens. Beantragt hatte das die BI „Schützt unser Wasser“, die gegen die Ansiedlung und gegen eine Wasserlieferung sind.

Interaktive Grafik

Klicken Sie sich unten durch die interaktive Grafik mit den Wasserflaschen, um alle Befürchtungen der Anlagengegner sowie die Antworten von Bürgermeisterin Maria Steger zu lesen.

„Abenteuerliche Thesen“

  • Brunnen

    Die Hausbrunnen versiegen und die Eselweiher trocknen aus – laut Steger „abenteuerliche Thesen“, die unwahr sind. Oberflächennahes Grundwasser habe mit Trinkwasser nichts zu tun.

  • Abpumpen

    Hohlräume, die einstürzen könnten, durch das Abpumpen seien genauso ein „Unsinn“. Das ist laut der Bürgermeisterin aufgrund der Geologie in Teublitz „völlig ausgeschlossen“.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht