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Jura

Rhetorischer Wettkampf um Streikrecht

Im „Linklaters-Redewettstreit“ lieferten sich die besten Redner unter den bayerischen Jurastudenten packende Duelle.
Von Bernhard Heckler, MZ

Arbeitskämpfe wie derzeit bei der Lufthansa waren eines der Themen beim 20-minütigen juristischen Schlagabtausch um Streik und Streikrecht.
Arbeitskämpfe wie derzeit bei der Lufthansa waren eines der Themen beim 20-minütigen juristischen Schlagabtausch um Streik und Streikrecht. Foto: dpa-Archiv

Regensburg.Vier Minuten und 57 Sekunden – Punktlandung. Die Sirene ertönt, Friederike Hartwein atmet auf. Die 21-jährige Jurastudentin der Universität Regensburg hat ihr Plädoyer beim Redewettstreit der Juristen exakt in der vorgegebenen Zeit von fünf Minuten beendet. Das Publikum im gut gefüllten Regensburger Hörsaal spendet Applaus.

Friederike hat sich wie ihre acht Mistreiter aus Passau, Bayreuth, Erlangen und Regensburg für die Finalrunde des „Linklaters-Redewettstreits“ qualifiziert. Die Anwaltskanzlei Linklaters aus München lädt schon zum zweiten Mal bayernweit zum rhetorischen Kräftemessen der besten Redner unter den angehenden Juristen, in Kooperation mit dem Regensburger Ausbildungszentrum „Regina“. Die drei besten Kandidaten teilen sich das Preisgeld von insgesamt 1000 Euro.

Der Regensburger Juraprofessor Frank Maschmann ist Vorsitzender von „Regina“ und moderiert die Veranstaltung. Der Redewettstreit ist für ihn auch Teil der juristischen Ausbildung: „Wir Professoren sind ja eher Rechtsdogmatiker“, sagt er, „wir lehren, wie man das geltende Recht anwendet, und nicht, wie man es vermittelt. Wie das funktionieren kann, sehen wir heute in den flammenden Plädoyers. Hier kommen endlich die Studierenden ausführlich zu Wort – in den Seminaren rede ja immer nur ich.“

Tatsächlich reißen die Vorträge mit, sie sind mit Herzblut vorgetragen. Friederike Hartweins Thema ist tagesaktuell: „Wohin, Deutschland?“, fragt sie. Und ruft in ihren fünf Minuten zu einem lösungsorientierten Diskurs in der Flüchtlingsdebatte auf. Zu ihrer Themenwahl sagt sie: „Mich hat vieles gestört an der Diskussionskultur in Deutschland. Dieses Herunterbrechen auf Willkommenskultur hier und Ausländerfeindlichkeit da ist mir zu sehr schwarz-weiß gedacht. Deshalb wollte ich in meiner Rede einer differenziertes Bild malen.“

Die vierköpfige Jury, in der auch die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger (Freie Wähler) vertreten ist, vergibt Punkte für jede Rede. Friederike überzeugt und qualifiziert sich für die zweite Runde des Abends: Die vier besten Redner stellen sich einer Podiumsdebatte.

Nach zwanzig Minuten Schlagabtausch über das Streikrecht und den Arbeitskampf folgt die Siegerehrung. Friederike erreicht den dritten Platz und gewinnt 200 Euro.

Gewinner ist ein Vertreter der Universität Erlangen. Es folgen Glückwünsche, Preisverleihung und ein Sektempfang. Die Anspannung der Teilnehmer fällt ab, das Lächeln auf dem Gruppenfoto zeugt von einem gelungenen Abend.

Alles rund um die Kugel am Regensburger Campus: Im MZ-Studenten-Blog berichten Studierende über aktuelle Ereignisse an den Regensburger Hochschulen, den täglichen Uni-Wahnsinn und das studentische Leben in der Domstadt:

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