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Entführung

Richterin: Fatma darf in der Türkei bleiben

Das Kindswohl des Mädchens, verschleppt nach Izmir, ist nach Ansicht der Familienrichterin nicht gefährdet.
Von Karl-Heinz Weigel, mz

Im Gespräch: Die Pflegeeltern (l.) mit Anwältin Hannelore Klar und Susanne Andrä (r.) vom Verein „Pfad für Kinder“

Regensburg.. Die Entscheidung der Familienrichterin beim Amtsgericht fiel am Donnerstag eindeutig aus. Tenor: Die am 30. Dezember 2009 von ihrer leiblichen Mutter entführte Fatma (2) darf in der Großfamilie des leiblichen Vaters in Izmir beim Brüderchen (4) bleiben. Das Kindswohl Fatmas ist nicht gefährdet. Die Richterin wies den Antrag der deutschen Pflegeeltern aus Regensburg auf „Rückholung“ der Zweijährigen zurück.

Ferner entschied die Juristin: Der leiblichen Mutter wird das Sorgerecht für Fatma vollständig entzogen. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht bleibt weiter bei der Katholische Jugendfürsorge (KGF) in Regensburg – der im Fall zuständige KJF-Pfleger M. wird nicht ausgewechselt.

„Wir gehen in Berufung zum OLG Nürnberg, legen Rechtsmittel“, kündigte Hannelore Klar, die Anwältin der Pflegeeltern C. S. und T. S., gleich nach der richterlichen Entscheidung an. Vertreter des Vereins „Pfad für Kinder“ zeigten sich in einer Presseerklärung „entsetzt und enttäuscht“ ob des Urteils.

Die Pflegemutter weinte nach dem Verkündungstermin und war zunächst sprachlos, gab dann aber Interviews. „Fatma hat ein Recht auf Bindung zu ihrer Pflegefamilie“, nahm Pflegevater T. S. Stellung. Die KJF kündigte für den Nachmittag eine Stellungnahme an.

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