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Universität

Richtfest für neue Wohnanlage an der OTH

Ab Anfang 2020 soll das Gebäude rund 330 Studenten ein Zuhause bieten. Die Preise sind für Regensburger Verhältnisse günstig.
Von Daniel Pfeifer

Inzwischen hängt der weiß-blaue Richtkranz auf Dach-Höhe. Auch während des Richtfests arbeiteten die Bauarbeiter, um im Zeitplan zu bleiben. Foto: Pfeifer
Inzwischen hängt der weiß-blaue Richtkranz auf Dach-Höhe. Auch während des Richtfests arbeiteten die Bauarbeiter, um im Zeitplan zu bleiben. Foto: Pfeifer

Regensburg. „Neubauwohnung mit Balkon und Autostellplatz in direkter Uninähe für 214,50 Euro“ – Würde so ein Kleinanzeigen-Zettel selbst in der verstecktesten Ecke von Regensburg aufgehängt, könnte man wohl die Sekunden zählen, bis das E-Mail-Postfach des Vermieters vor Anfragen überquillt. Die Wohnsituation in der Stadt ist mehr als angespannt. Auf jedem freien Fleckchen Erde schießen Neubau-Siedlungen aus dem Boden wie Schwammerl. Oft edel und teuer, wie im Dörnberg, im Candis oder in Stadtamhof.

Fertigstellung Anfang 2020 geplant

Auf dem östlichen Galgenberg, dort wo früher die Soldaten der Nibelungenkaserne lebten, entsteht gerade eine Wohnanlage, die sich auch Studenten leisten können sollen. Der Bau wird voraussichtlich mit nur geringer Kostensteigerung und einer Bauverzögerung von fünf Monaten Ende Januar 2020 fertig. Am Dienstag war Richtfest.

„Wir haben einen Wohnungsmarkt, der sehr eng geworden ist, sehr teuer,“ betonte die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer in ihrer Rede zum Richtfest. Mit einem Preis von 214,50 Euro für eine 13-Quadratmeter-Wohnung sei man da bei rund der Hälfte des vergleichbaren durchschnittlichen Mietpreises in der Stadt. Solche Wohnungen brauche man auch bei dem derzeitigen Zuwachs an neuen Bürgern. Rund 330 von ihnen soll die neue Wohnanlage beherbergen. „Aber selbst das sind Zahlen, die bei weitem nicht ausreichend sind,“ warnt Maltz-Schwarzfischer.

OTH und Uni locken viele ausländische Studenten an

Besonders im Hinblick auf die große Zahl an internationalen Studenten an OTH und Universität. Nicht weit von der Wohnanlage, im Stabsgebäude der ehemaligen Kaserne, wird ein Gästehaus für die internationalen Studenten entstehen. Und in der neuen Wohnanlage selbst sind bis zu 30 Prozent der Wohnungen auch für Studenten aus dem Ausland offen.

„Regensburg hat eben eine hohe Anziehungskraft für internationale Studenten und Gastwissenschaftler,“ sagte Uni-Präsident Udo Hebel. Und auch die OTH wächst und wächst – von 5600 auf 10 000 Studenten in den vergangenen zehn Jahren. Fast alle von ihnen sind inzwischen auf dem zentralen Campus. Und nur wenige hundert Meter weiter entsteht das neue Gebäude für die Architekten, die derzeit noch in Prüfening lehren. Auf der anderen Straßenseite ließ sich vor kurzem die Informatikfirma „Vektor“ nieder und auch die Techbase ist nur wenige Schritte über ein (noch) freies Wiesengelände entfernt.

Auch WGs wird das Gebäude beherbergen

Für all diejenigen, die nun dort lernen und arbeiten, stehen in der Wohnanlage bald 204 neue Wohnungen zur Verfügung: 138 Einzelapartments, 34 Zweier-WGs und 32 Vierer-WGs. Eine Einzelwohnung soll um die 13 Quadratmeter groß sein. Die schlauchförmigen Apartments sind nach Süden und Südosten ausgerichtet und jedes einzelne wird einen eigenen kleinen Balkon besitzen. Als öffentlich geförderte Studentenwohnanlage des Studentenwerks Oberpfalz/Niederbayern ist der Neubau für mindestens 25 Jahre zweckgebunden. Wohnungssuchende können sich voraussichtlich ab Oktober auf die Warteliste setzen lassen.


Am liebsten hätte das Studentenwerk zum Wintersemester 2019/20 schon die ersten Wohnungen angeboten. „Aber der Zeitplan war sehr ambitioniert,“ gibt Gerlinde Frammelsberger, Geschäftsführerin des Studentenwerks zu. Bei den Fertigbauteilen habe es zum Baubeginn Lieferschwierigkeiten gegeben, deswegen klappt es jetzt erst zum Ende des Wintersemesters.

Das kostet der Neubau

  • Millionenprojekt:

    Insgesamt belaufen sich die Baukosten auf 20,4 Millionen Euro, rund zwei Millionen mehr, als ursprünglich geplant.

  • Staatshilfe:

    Rund sechs Millionen Euro kommen aus einem KfW-Darlehen. Der Freistaat übernimmt zusätzlich 6,6 Millionen. Bayernweit hat die Regierung für 2019 32 bis 47 Millionen zur Förderung solcher Wohnplätze veranschlagt, so Ministerialdirektorin Brigitta Brunner.

„Das ist natürlich ungünstig, wenn da gerade Prüfungsphase ist“, fährt sie fort. Dass die Wohnungen trotzdem voll werden, da hat sie gar keine Bedenken. Besonders stolz ist sie auf die hochmodernen Fertig-Nasszellen, die in jeder Wohnung stehen werden. Und auf die großflächige Begrünung auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Areal, sowohl im Garten, als auch auf dem Dach. Der historische Baumbestand bleibt weitgehend erhalten. Aber 74 Autostellplätze sind vorgeschrieben. „Wie sinnvoll das für Studenten ist, kann jeder selbst einschätzen,“ kommentiert Frammelsberger.

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