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Aktionen

RKK-Gegner machen mobil

Das Bündnis hat bereits 2000 von 7000 notwendigen Unterschriften zusammen. Sonntag könnten viele weitere dazukommen.
Von Heike Haala

Rund um das Kepler-Areal wird am Wochenende viel los sein. Drei Akteure mit verschiedenen Anliegen planen Aktionen. Foto: Haala
Rund um das Kepler-Areal wird am Wochenende viel los sein. Drei Akteure mit verschiedenen Anliegen planen Aktionen. Foto: Haala

Regensburg.Der Bereich zwischen Bahnhof, Kepler-Areal und Ernst-Reuter-Platz, auf dem die Stadt das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum (RKK) plant, ist keiner, an dem sich die Menschen gerne aufhalten. Hier gibt es viel Verkehr und Teer. Passanten, denen dieser Ort gefällt, lassen sich schwer finden. Am Wochenende aber wollen gleich mehrere Akteure mit unterschiedlichen Anliegen die Regensburger genau dorthin locken.

Allen voran die Altstadtfreunde mit einem Picknick unter dem Motto „Hol dir die Allee zurück!“. Prof. Achim Hubel wird die Gäste durch die Fürst-Anselm-Allee führen. Der Mann zählt auch zu den Köpfen der Initiative „Kein RKK auf dem Kepler-Areal“ und sammelt gerade fleißig Unterschriften für ein Bürgerbegehren im Sinne dieses Bündnisses. In den vergangenen vier Wochen sind bereits 2000 Unterschriften zusammengekommen. Die Gegner brauchen insgesamt 7000 Unterschriften, um die Voraussetzung für einen Bürgerentscheid zu schaffen.

Die Planungen zum Regensburger Kultur- und Kongres

Der Vertrag zum Gelände steht

Sollte es zu diesem Bürgerentscheid kommen, könnte das die RKK-Planungen der Stadt auf dem Areal zumindest verzögern, bei Erfolg auch ganz verhindern. Die Stadt müsste den Entscheid ihrer Auskunft nach abwarten. Das Problem bei der Sache: Ende Februar schloss die Stadt mit dem Evangelisch-Lutherischen Pfründestiftungsverband einen Erbpachtvertrag über 99 Jahre für das 4500 Quadratmeter große Kepler-Areal ab. Ob Bürgerentscheid oder nicht – aus dieser Nummer kommt die Stadt nicht mehr raus. Dagmar Obermeier von der Pressestelle der Stadt: „Der Vertrag ist fest abgeschlossen.“ Der zukünftige jährliche Erbbauzins beträgt ihrer Auskunft zufolge 263 603,45 Euro. Für die Zeit von 1. März bis 31. Dezember diesen Jahres muss die Stadt 59 909,87 Euro zahlen. Ab 2019 bis zur Fertigstellung des RKK gelte ebenfalls ein ermäßigter jährlicher Erbbauzins in Höhe von 131 801,72 Euro.

Eine Woche lang hat sich die Lokalredaktion Regensburg mit allen Aspekten des RKK beschäftigt. Alle Teile unserer Serie finden Sie in unserem MZ-Spezial!

Kurios: Die Stadt lässt die RKK-Gegner und Friedl mit einer Veranstaltung der Volkshochschule auf den Programmen für ihre Aktionen werben. Auf beiden Einladungen ist auch von einer Lesung im Peterskirchlein unter der Ägide der Stadt die Rede. Und das, obwohl die Verwaltung durch den Beschluss des Stadtrats an den Auftrag für die Planungen des RKK eben auf dem Kepler-Areal gebunden ist. Juliane von Roenne-Styra stellt klar: „Die Lesung im Peterskirchlein ist eine kulturelle und keine politische Veranstaltung.“ Es sei dort nicht erlaubt, Unterschriften für das Bürgerbegehren zu sammeln.

Die Veranstaltungen

  • Europabrunnen:

    Am Samstag startet die Aktion von Jakob Friedl um 19 Uhr. Er will einen Bohnenpalast aus Naturmaterialien, Baustahl, Beton und Stoff aufbauen, über Nacht am Brunnen (Foto: Matthes) herumlungern, am Sonntag bis 12 Uhr den Platz wässern und den Bohnenpalast um 19 Uhr abreißen.

  • Fürst-Anselm-Allee:

    Am Sonntag startet zudem das Picknick der Altstadtfreunde unter dem Motto. „Hol dir die Allee zurück!“ in der Fürst-Anselm-Allee zwischen Kepler-Denkmal, dem Regensburger „Schwammerl“(Foto: Gruber), dem Springbrunnen und dem Obelisken. Das Picknick soll um 18 Uhr zu Ende sein.

  • Peterskirchlein:

    Gerda Stauner, Angela Kreuz und Sabine Rädisch lesen ab 17 Uhr beim Peterskirchlein (Foto: Lex). Mit dieser literarischen Lesung laden die Regensburger Autorinnen ein, diese kleine Kirche, zwischen Bäumen, Busbahnhof und Stadtverkehr neu zu entdecken. Der Veranstalter ist die Volkshochschule.

Das RKK auf dem Kepler-Areal ist es, was Hubel und seine Mitstreiter verhindern wollen. Sie wünschen sie sich am Sonntag ungeteilte Aufmerksamkeit. Dabei könnte ihnen einer in die Quere kommen: Künstler Jakob Friedl. Der hat Wind von dem Picknick der Altstadtfreunde bekommen und für den gleichen Tag eine Aktion zu seinem Lieblingsthema geplant: dem Europabrunnen. Mit einem Bohnenpalast will Friedl für eine Wiederbelebung seines früheren Kunstprojekts in der Brunnstube protestieren und weiterhin ein Zeichen setzten: etwa gegen Entmietung, Gentrifizierung und Wohnungsnot. Mit Friedls Interessen aber hat Hubel nichts am Hut. Ihm gehe es ausschließlich um die Grünflächen am Kepler-Areal und den Kampf gegen ein RKK an dieser Stelle: „Der Nebenschauplatz, den Herr Friedl eröffnet, hat mit uns nichts zu tun und ist auch nicht mit uns abgestimmt.“

Kurios: Die Stadt lässt die RKK-Gegner und Friedl mit einer Veranstaltung der Volkshochschule auf den Programmen für ihre Aktionen werben. Auf beiden Einladungen ist auch von einer Lesung im Peterskirchlein unter der Ägide der Stadt die Rede. Und das, obwohl die Verwaltung durch den Beschluss des Stadtrats an den Auftrag für die Planungen des RKK eben auf dem Kepler-Areal gebunden ist. Juliane von Roenne-Styra stellt klar: „Die Lesung im Peterskirchlein ist eine kulturelle und keine politische Veranstaltung.“ Es sei dort nicht erlaubt, Unterschriften für das Bürgerbegehren zu sammeln.

Veranstaltungen verquickt

Sie nimmt die Verquickung der Aktionen sportlich: „Wir sind ein freies Land.“ Hubel liest aus diesem Umstand aber noch etwas anderes heraus: „Da es sich um ein Projekt handelt, das auch sehr viele Regensburger Bürger ganz und gar nicht verstehen, halte ich es für sehr gut möglich, dass auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung persönlich anderer Meinung als der Stadtrat sind.“

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RKK: Stadt stellt Ergebnis der Bürgerbefragung vor

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