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Aktion

RKK-Gegner mit Kampagne

Das Bündnis hat den Plan „Ja zum Stopp des RKK“ vorgestellt. Es wirbt jetzt mit Postkarten, Plakaten und einem Filmtrailer.
von Sarah Sophie Ruppert

Die Initiatoren des Bündnisses gegen das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum mit ihren PlakatenFoto: Ruppert
Die Initiatoren des Bündnisses gegen das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum mit ihren PlakatenFoto: Ruppert

Regensburg. Die Gegner eines Kultur- und Kongresszentrums am Ernst-Reuter-Platz haben gestern ihre Kampagne „Ja zum Stopp des RKK“ bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Durch viel Bürgerengagement habe man mit geringem Budget Werbematerial wie Postkarten, Plakate und einen Filmtrailer produzieren können, war dort unter anderem zu erfahren.

Seit langem setzt sich ein Bündnis dafür ein, dass das geplante Vorhaben eines Regensburger Kultur- und Kongresszentrums (RKK) am Ernst-Reuter-Platz eingestellt wird. Die Bürgerinitiative konnte mehr als 7000 Unterschriften innerhalb von drei Monaten sammeln – und sind so ihrem Ziel einen Schritt nähergekommen.

Nur gegen den Standort

Am Tag der Landtagswahl am 14.Oktober wird per Bürgerentscheid über einen sofortigen Stopp aller Vorarbeiten und Planungen für ein RKK auf dem Bereich nördlich des Bahnhofes abgestimmt. In der Vergangenheit war bereits dreimal mit so einem Verfahren eine Stadthalle – allerdings am Standort Donaumarkt – verhindert worden.

Die RKK-Gegner wiesen darauf hin, dass auch in früheren Untersuchungen der Bereich am Ernst-Reuter-Platz stets als am wenigsten geeignet erwiesen habe. Und dieses Bündnis gegen das RKK sieht das noch heute so. Nach Prof. Dr. Achim Hubel würde „ein noch größerer Klotz als das Museum der Bayerischen Geschichte“ am Keplerareal die grüne Lunge von Regensburg minimieren.

Von mehr als 150 Bäumen sei 2016 die Rede gewesen, die dem Bau weichen müssten. Bisher seien zur Planung noch weitere Nutzflächen hinzugekommen, die im Raumprogramm von 2017 nicht vorkommen würden. Das Begehren richtet sich laut Bündnis nur gegen den Standort am Ernst-Reuter-Platz, eine Planung an anderer Stelle betreffe den Bürgerentscheid nicht.

Der Standort am Ernst-Reuter-Platz
Der Standort am Ernst-Reuter-Platz

Für große Tagungen und Kongresse stehe seit vielen Jahren die Universität Regensburg zur Verfügung. Daneben gebe es für weniger umfangreiche Veranstaltungen, zum Beispiel das erst neuerrichtete Marina-Forum, so heißt es aus den Reihen des Bündnisses.

Nach Meinung von Prof. Dr. Achim Hubel werden die Räumlichkeiten im Osten der Stadt jedoch nur gering genutzt. Ein weiterer Bau für Veranstaltungen jedweder Art ist nach Ansicht von Hubel nicht nötig.

Mitstreiter Dr. Harald Klimenta wollte auf das hohe künftige Verkehrsaufkommen in der Altstadt hinweisen, wenn es zum geplanten Bau kommt. Nach Prognosen der Machbarkeitsstudie würden hunderte Besucher mit ihren Autos das RKK ansteuern, Caterer und Bühnenausstatter nicht miteingerechnet. Mit den zwei geplanten Parkhäusern entstünden 800 weitere Stellplätze neben den Parkhäusern Dachauplatz, Arcaden und Castra-Regina-Center mit insgesamt 2600 Plätzen. „Das RKK wird Autos bis ins Zentrum locken. Die Stadt muss Lärm-, Feinstaub- und Umweltbelastungen durch den motorisierten Individualverkehr reduzieren“, so Klimenta.

Wohnungsbau fördern

Ein wesentliches Contra ist für Reinhard Kellner die bestehende Wohnungsnot: „Anstatt Millionen für eine bereits dreimal abgelehnte Stadthalle auszugeben, sollten die Gelder in den Wohnungsbau fließen.“ Insgesamt fehlten Regensburg 2000 bezahlbare Wohnungen, denn so lang ist die Warteliste der Stadtbau. Nach Angaben von Kellner wächst Regensburg jährlich um etwa 1500 Menschen an.

Mitstreiterin Gerda Stauner ist sich sicher: „Die ehrenamtliche Mitarbeit der Regensburger zeigt, dass sie das RKK an dieser Stelle verhindern wollen.“ Interessierte können sich bis zum Bürgerentscheid an jedem Samstag von 9 bis 12 Uhr an Infoständen am Bismarckplatz, Alten Kornmarkt und am Ernst-Reuter-Platz informieren.

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