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Kultur

Römermauer wird für 1,6 Millionen saniert

Die Reste des Legionslagers werden archäologisch gesichert und aufgearbeitet. Die Arbeiten beginnen im Parkhaus Dachauplatz.
Von Claudia Böken, MZ

Die Mauerreste sind stark sanierungsbedürftig.

Regensburg. In zwei Jahren wird Regensburg ein weiteres „document“ haben: Am Montag beginnen die Arbeiten am Projekt „Römisches Welterbe“ im Parkhaus am Dachauplatz. Dort, wo das Stück der ehemaligen Legionsmauer bislang eher wie ein Fremdkörper wirkt, soll nicht nur ein anschauliches Beispiel zeigen, wie die Römer gebaut haben. Im Untergeschoss wird eine Informationszentrale eingerichtet, wo Bürger und Touristen interaktiv in die Römerzeit eintauchen können. Das völlig neue an dieser Art von „Museum“: Die Ausstellungsfläche wird Tag und Nacht unentgeltlich zugänglich sein.

Mit der Enthüllung der Bautafel wurde gestern der Startschuss zu dem 1,65 Millionen Euro teuren Projekt gegeben. Die Stadt kommt dabei glimpflich davon, erhält sie doch zwei Drittel der Kosten aus dem Konjunkturprogramm nationale Welterbestätten vom Bund. Laut Kulturreferent Klemens Unger werden nicht nur Steine ausgebessert und der Setzmörtel restauriert. Das römische Regensburg soll erlebbar werden.

Dreh- und Angelpunkt ist das Parkhaus Dachauplatz, wo Architekt Jakob Peithner eine Informationszentrale schaffen soll. Sie wird im Untergeschoss rund um die Uhr frei zugänglich sein – falls die Erfahrung nicht lehrt, dass Vandalen zu viel zerstören. Um den Besuchern einen Eindruck von der Mauer zu vermitteln, die sechs Meter hoch und von Zinnen gekrönt war, wird alles entfernt, was stört: Rampenwände werden Abgase, Licht und Lärm aussperren. Moderne Lichttechnik wird stattdessen den Blick auf die Mauer lenken. Bildschirme erklären interaktiv das römische Regensburg.

Weil nur relativ weit entfernte Teile der Mauer erhalten sind, so Unger, werde man einen Zusammenhang herstellen: Bei der IHK sei die Mauer beispielsweise Teil eines Atrium. Von dort soll ein alter Weg hinter den Parkplätzen wieder geöffnet werden, über den man zu den Überresten am Ernst-Reuter-Platz gelangt. Die kann man dann mittels eines Steges überqueren. An der Nordost-Ecke des Legionslagers, am Hunnenplatz, kann man – so wünscht es sich der Kulturreferent – einen Blick über die Mauer auf die Donau werfen. Erlebbar soll das neue document bis 2013 sein.

Stadtgeschichte, Römermauer, Regensburg, Sanierung

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