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Sallerner Berg kommt unter die Lupe

Am Sonntag sollen Belastungsfahrten Aufschluss über die Bodenverhältnisse geben.
Von Daniel Steffen

Die Schule am Sallerner Berg soll demnächst einem Neubauprojekt weichen.
Die Schule am Sallerner Berg soll demnächst einem Neubauprojekt weichen. Foto: LEX TINO

REGENSBURG.Wie ist es um die geologischen Verhältnisse am Sallerner Berg bestellt? Dies wollen Mitarbeiter der Stadt am Sonntag herausfinden und planen deshalb so genannte „Belastungsfahrten“ in der Hunsrückstraße, der Erzgebirgsstraße und im Reichen Winkel. Sie dienen dazu, den Sallerner Berg auf Erdfälle, also Senken an der Erdoberfläche, hin zu untersuchen.

Dies geschieht in Vorbereitung auf den Abbruch der Grundschule am Sallerner Berg im kommenden Jahr. Das alte Schulgebäude soll durch einen Neubau mit Freisportanlagen und Dreifachturnhalle ersetzt werden. Weil es notwendig ist, die Baustelle mit Lastkraftwagen und anderen schweren Fahrzeugen zu befahren, soll nun überprüft werden, inwieweit der Boden diesen Belastungen standhält.

Erde rutscht in Hohlräume

Am Sallerner Berg herrscht die geologische Besonderheit vor, dass dort die Erde in vorhandene Hohlräume abrutschte, und sich wiederholt Erdlöcher bildeten. Laut Stadt datiert der letzte größere Erdfall auf das Jahr 2006 – und im Jahr 1994 rutschte gar ein geparkter Mercedes in ein 7,20 Meter tiefes Loch, das sich plötzlich auftat. Entsprechende Stellen wurden damals verfüllt, aber ein Restrisiko bestehe weiterhin. In diesem Zusammenhang wurde damals auch eine Tonnagebeschränkung in den besonders gefährdeten Straßen angeordnet.

Proteste

Stadtteil auf Sand: Angst vor Erdlöchern

In Sallern muss die Schule neu gebaut werden. Anwohner fürchten, dass der sandige Untergrund die Lkw-Belastung nicht aushält.

Insgesamt sind im Rahmen der Belastungsfahrten drei Hin- und Rückfahrten mit einem 90 Tonnen schweren Mobilkran vorgesehen. Die Fahrten sollen im Rückwärtsgang und in Schrittgeschwindigkeit erfolgen und fachmännisch begleitet werden. Während der Fahrt gehen Beobachtungsposten mit und protokollieren die Veränderungen der Straßendecke. Anschließende Bohrungen und Sondierungen sollen Kenntnisse darüber liefern, wie vor Ort der Boden beschaffen ist.

Untersuchungen sind nötig

Sollte es während der Fahrten zu Setzungen kommen, dann müsse sofort entschieden werden, ob die Maßnahme abgebrochen werden soll. „In diesem Fall wird der entsprechende Bereich abgesperrt und im Nachgang umfassend untersucht“, teilt die Stadt mit. Für die Untersuchungen müsse der Boden aufgegraben werden. „Sollten sich lediglich Risse in den Straßen auftun, wird die Stadt die Risse zunächst kennzeichnen und auch hier umfassende Untersuchungen einleiten, um die Schäden zu beheben.“

Protest

Schlimme Erinnerung an das Jahr 1994

Ein 90-Tonnen-Kran befährt bei einem Belastungstest am Sallerner Berg Straßen. Anwohner befürchten Schäden und Erdlöcher.

Im Rahmen eines Ortsgesprächs waren die Anwohner bereits von den Maßnahmen informiert worden. Nun sind sie dazu angehalten, am Sonntag im Zeitraum von 8 bis 12 Uhr auf das Parken in der Hunsrückstraße, in der Erzgebirgsstraße und im Reichen Winkel zu verzichten. Das bedeutet, dass dort in dieser Zeit „keine Autos in den Straßen stehen“ dürfen.

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