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Modernisierung

Sanierung der Uniklinik hat begonnen

Das Entlastungsgebäude B5 feiert Richtfest. Dort entsteht eine moderne Station für Knochenmarkstransplantation.
Von Daniel Pfeifer

Äußerlich erhält der Rohbau noch eine UKR-typische braune Ziegel-Fassade mit Glaselementen.  Fotos: Daniel Pfeifer
Äußerlich erhält der Rohbau noch eine UKR-typische braune Ziegel-Fassade mit Glaselementen. Fotos: Daniel Pfeifer

Regensburg.Es ist ein gewaltiger Plan, der auf dem Hügel des Uniklinikums Regensburg seine Spuren hinterlässt. Das teils 30 Jahre alte Krankenhaus soll in einem hunderte Millionen Euro teuren Großprojekt über die kommenden Jahre grundsaniert werden. Der erste Teil dieses Projekts nimmt jetzt Form an: Am Mittwoch feierte das neue Entlastungsgebäude B5 sein Richtfest.

Das rund 50 Millionen Euro teure Gebäude ist seit einem Jahr im Bau und soll 2021 in Betrieb gehen. Es wird dann Stationen alter Klinik-Teile unterbringen, die wiederum grundsaniert werden. Neben einer Allgemeinpflegestation und einer Immediate-Care-Station entsteht hier eine nagelneue Station der Knochenmarktransplantation. Sie ersetzt die alte 1998 errichtete Vorgängerstation und wird die modernste in ganz Deutschland werden.

Mehr Einzelzimmer

„Es geht primär um den Schutz der Patienten,“ betonte Prof. Ernst Holler, der Leiter der Transplantation, „hier sind Patienten ohne eigene Abwehr, die ein komplett neues Immunsystem bekommen.“ Weite Teile der modernen Anlagen drehen sich also um Innovationen in der keimfreien Lüftungstechnik und der Hygiene. Zudem wird die Station größer und wird mehr Einzelzimmer bieten können.

„Es geht primär um den Schutz der Patienten.“

Prof. Ernst Holler, Leiter der Transplantation

Und nicht nur baulich ist das Entlastungsgebäude B5 hochmodern. Auch die Planung ist ungewöhnlich fortschrittlich. Von Anfang an wurden die Nutzer selbst, die Stationsleiter von Pflege und Transplantation, mit einbezogen. „So etwas ist alles andere als selbstverständlich,“ freute sich Prof. Holler. Sogar Musterzimmer wurden im Voraus gebaut, damit die Mediziner die Pläne in der Praxis testen konnten.

Offene Bauweise

Was dabei herauskam, ist ein dreistöckiges, 2994 Quadratmeter Nutzfläche umfassendes Gebäude mit 85 Betten und modernster Gebäudetechnik. Brigitta Brunner, Ministerialdirektorin des bayerischen Bauministeriums, betonte in ihrem Grußwort zum Richtfest auch noch einmal die offene, moderne Bauweise und die Energieeffizienz. Mit Photovoltaikanlage und Wärmerückführung und einer Unterschreitung der Energiesparverordnung um ganze 30 Prozent setzt das Gebäude energetisch neue Maßstäbe.

Genau dieses Thema der Gebäudetechnik war auch unter den Gründen, warum der Sanierungs-Plan überhaupt in Gang gebracht wurde. Wenn man höre, dass eine Sanierung des Klinikums notwendig sei, komme schnell die Vorstellung auf, der Komplex sei veraltet. „Aber dass Betrieb und Sicherheit eingeschränkt werden, dazu wird es nie kommen“, versichert Claudia Zirra vom Bauamt. Doch so hoch technisierte Gebäude wie Kliniken alteren eben schneller, und da führe ein Alter von knapp 30 Jahren bereits zu höherer Störanfälligkeit, niedrigerer Wirtschaftlichkeit und insgesamt höherer Kosten.

Große Fensterfronten

Auch das Entlastungsgebäude B5, so prominent die Lage auch sein wird am Rand des offiziellen UKR-Baugebiets, ist ein pragmatisch geplanter Bau. „Aufgabe ist nicht, einen Solitär zu bauen,“ betonte Zirra. So setzte sich ein praktischer Bau im 2015 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb durch, der sich in das Ensemble optisch und funktional einfügt. Gleichzeitig setzte das Stuttgarter Büro Kreuger und Wilkins auf viel Sonnenlicht, mit großen Fensterfronten und einer Dachterrasse.

„So profitieren wir in der gesamten Region weiter von einer Spitzenversorgung in der Medizin.“

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer

Bislang, so freuten sich alle Verantwortlichen, ist der Bau im Zeitplan. Voraussichtlich Ende 2021 rechnen sie mit der Fertigstellung. Dann können Pflegestationen und die neue Transplantation aus ihrem 90er-Jahre-Bau ausziehen. Und Platz machen für die erste große Phase der Sanierungsoffensive. „So profitieren wir in der gesamten Region weiter von einer Spitzenversorgung in der Medizin“, stellte Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer in ihrem Grußwort stolz heraus.

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