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Hilfe

Sauberes Wasser für Menschen in Afrika

Regensburger Studenten entwickelten einen Wasserfilter, um damit in Kenia helfen zu können. Nun suchen sie Sponsoren.
Von Angelika Lukesch

  • Die Techniker des Projekts haben den Wasserfilter entwickelt (von rechts nach links: Julia Leitl, Maximilian Dötterl, Maximilian Nützl, Stephan Hartmann, Nina Auer, Daniel Müller). Foto: Nina Auer
  • Das ist die Wasserstelle von Loitokitok in Kenia in der Dürrezeit. Mit dem Wasserfilter von Hydrosolution kann das Wasser gereinigt werden.
  • Das ist die Wasserstelle von Loitokitok in Kenia in der Dürrezeit. Mit dem Wasserfilter von Hydrosolution kann das Wasser gereinigt werden.
  • So sieht der Prototyp des Wasserfilters aus. Vor Ort wird der Filter aus Gründen der Nachhaltigkeit aus Beton gegossen.
  • Waisenkinder in Kenia, die bei Pater Tito leben.
  • Waisenkinder in Kenia, die bei Pater Tito leben.
  • Waisenkinder in Kenia, die bei Pater Tito leben. Fotos: Hydro Solution

Regensburg. Es sind Idealisten und Praktiker: 15 Studenten der Ostbayerischen Technischen Hochschule und der Universität Regensburg haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen in ländlichen Gebieten Kenias, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, zu helfen. „Die aus dem Mangel an Trinkwasser resultierenden Konsequenzen sind dramatisch.

88 Prozent der Magen-Darm-Leiden in Afrika sind auf mit Bakterien und Viren kontaminiertes Wasser zurückzuführen, 16 Prozent davon enden tödlich. Die Hauptleidtragenden sind die Kinder. Besonders die Mädchen leiden, denn meist ist es ihre Aufgabe, die Wasserversorgung der Familie sicherzustellen. Häufig müssen sie weite Wege auf sich nehmen, um schließlich verdrecktes Wasser irgendwo aus Rinnsalen in der Wildnis abzuschöpfen und heimzutragen“, erklärt Nina Auer, neben Maximilian Dötterl Projektleiterin des Projektes „Hydro Solution“, an dem die Studenten arbeiten.

Der Filter: Einfach, billig, effektiv

Alle 15 Studenten sind Mitglieder der internationalen gemeinnützigen Organisation Enactus (Entrepreneurial, action, us), einem Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch nachhaltige, soziale Projekte wirtschaftliche Perspektiven für Benachteiligte zu eröffnen. „Mit dem Projekt Hydro Solution soll gegen alle Widrigkeiten das Problem der Wasserverschmutzung bekämpft werden. Das Team ist interdisziplinär aufgestellt, alle Mitglieder stammen aus verschiedenen Fachbereichen“, erklärt Auer.

Die massive Belastung durch verschmutztes Wasser in Teilen Kenias fanden die 15 Studenten der Universität Regensburg und der OTH so schlimm, dass sie sich dieses Problems annehmen wollten. Ein Wasserfilter musste gefunden werden, der aus einfachsten Mitteln herstellbar ist, billig und auch für den Laien gut handhabbar. Maximilian Dötterl (Student Maschinenbau, siebtes Semester) hatte die Idee zu dem Filter. Aktuell schreibt er auch seine Bachelorarbeit über Filtrationstechnik. Weitere vier Studenten aus den Fachbereichen Chemie, Sensorik und Analytik sowie Regenerative Energien arbeiteten an der Entwicklung des Projekts mit.

Der zweite Teil des Teams ist für das ganze Drumherum verantwortlich, für Homepage, Werbung, rechtliche Rahmenbedingungen auch vor Ort in Kenia, Flyergestaltung, Infoaktionen, Kontaktpflege). Diese Studenten stammen aus den Fachbereichen Betriebswirtschaftslehre, Jura, soziale Arbeit, Kulturwissenschaften und Medienwissenschaften.

Filtrierung durch Bruchsand

Das Prinzip des Filters gründet auf den altbewährten Konzepten der Schnell-und Langsamfiltration. Der Filter selbst ist einfach konstruiert und dabei hoch effektiv. Er arbeitet mit Bruchsand. An der Oberfläche des Filters entwickelt sich nach einer kurzen Anlaufphase ein so genannter „Biofilm“ in dem sich verschiedene Mikroben absetzen. Ein Wettkampf um Nahrung beginnt, dem die Keime des hinzugefügten Wasser zum Opfer fallen. Im Sand werden die Keime absorbiert oder sterben ab. Ist das Wasser vollständig durch den Sand gelaufen, wird es durch den hydrostatischen Druck wieder nach oben befördert und ist von bis zu 99 Prozent der Bakterien gereinigt. Seit Juni arbeitet das Team an diesem Filter und seiner Modifizierung.

Enactus mit 80 schlauen Köpfen

  • Das Projekt Hydro-Solution

    Der Verein Enactus Regensburg besteht derzeit aus 80 aktiven Mitgliedern. 15 davon sind mit dem Projekt „Hydro-Solution“ befasst. Sie entwickelten einen Wasserfilter, der leicht herzustellen ist. Um das Projekt in Kenia zu starten, benötigen die Studenten Spenden und Sponsoren.

  • Spender benötigt

    Der Verein Enactus hat auch einen Onlineshop eingerichtet, in dem unter anderem Hoodies, T-Shirts, Capes, Keramik-Thermobecher und ein Enactus-Teddybär mit dem Vereinslogo zu erstehen sind: www.uniregensburg.enactus.de.

  • Auch ein Spendenkonto ist eingerichtet: „Stichwort Hydrosolution“, IBAN: DE72 7505 0000 0026 7328 75, BIC: BYLADEM1RBG

Wichtig ist den Studenten der Projektgruppe „Hydro Solution“, dass sie mit diesem Filter „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben, denn der Filter ist leicht herzustellen aus Materialien, die vor Ort, wo der Filter benötigt wird, zu finden sind. Die Haltbarkeit eines solchen Filters liegt bei zehn Jahren mit einem minimalen Wartungsaufwand, sagt Nina Auer. „Nach entsprechender Schulung vor Ort will Hydro Solution die Schirmherrschaft des Projekts an zwei ausgewählte Einheimische im Bezirk Loitokitok in Kenia abgeben. Dabei werden sie von einer deutsch-kenianischen Hilfsorganisation vor Ort unterstützt (YISOG = Young Innocent Souls of God und Ambatana). Kontaktperson ist der Leiter dieser Organisation, der orthodoxe Priester Pater Tito, der sich in Kenia humanitär engagiert.

Noch fehlen 7000 Euro

Das Projekt „Hydro Solution“ steckt noch in den Kinderschuhen. Der Prototyp des Filters ist zwar bereits gebaut und auch ausgiebig getestet worden, jedoch fehlt dem Team der engagierten Studenten noch das Geld, um das Projekt zu einem Selbstläufer zu machen.

„Für die Implementierung des ersten Filters wären insgesamt zwischen 6000 bis 7000 Euro notwendig“, sagt Nina Auer. Ende Februar 2017 will das Team nach Kenia fliegen, um dort den ersten Filter zu installieren und ein Dorf mit der benötigten Menge an Trinkwasser zu versorgen. Die Studenten hoffen, dass sich noch genug engagierte Sponsoren finden, die mithelfen wollen, dass ihr Projekt in Kenia zum Wohle der Bevölkerung Fuß fassen kann. Der einfache Bau des Wasserfilter sollte dann in den ländlichen Gebieten Kenias Schule machen und die gesundheitliche Situation von vielen Menschen entscheidend verbessern.

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