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Kunstwerk

Schiffsbug zieht viele Blicke auf sich

Die Stadt investiert in das Projekt an der Donau 450000 Euro. Bei Passanten stößt das Kunstwerk oft auf positive Resonanz.
Von Daniel Steffen, MZ

Am 30. November weiht die Stadt die neue Stufenanlage und das Kunstwerk am nördlichsten Punkt der Donau ein.
Am 30. November weiht die Stadt die neue Stufenanlage und das Kunstwerk am nördlichsten Punkt der Donau ein. Foto: Daniel Steffen

Regensburg.Der schützende Bauzaun soll in der nächsten Woche entfernt werden. Dann ist am nördlichsten Punkt der Donau die Bauabnahme an der Reihe. Seit einigen Wochen schmücken dort eine Stufenanlage und ein zweiteiliges Kunstwerk den Uferbereich. In sozialen Netzwerken wird gerätselt, was es mit dem Konstrukt auf sich hat. Dass die Stadt mit dem Projekt die Umgestaltung der Schillerwiesen feierlich abschließen möchte, ist nur einigen bekannt. Am 30. November um 15 Uhr ist es so weit: Dann eröffnen OB Joachim Wolbergs und das Gartenamt als zuständige Behörde feierlich die Anlage. Die Projekt-Kosten belaufen sich auf 450 000 Euro. Etwa ein Fünftel dieser Summe beansprucht das Kunstwerk für sich, das der Kallmünzer Wigg Bäuml entworfen hatte (wir berichteten).

Am meisten punktet das Baumhaus

Der zweite Teil des Kunstwerks stellt eine Weinlaube dar.
Der zweite Teil des Kunstwerks stellt eine Weinlaube dar. Foto: Daniel Steffen

Neugierig stecken in diesen Tagen viele Passanten ihre Nase durch den Bauzaun. „Mir gefällt das Kunstwerk insgesamt sehr gut“, sagte Anwohnerin Luise Hechenrieder im Gespräch mit unserer Zeitung. „Am schönsten finde ich das Baumhaus oben, aber irgendwie passt der zweite Teil des Kunstwerks nicht dazu.“ Sie vermochte die „Weinlaube“, mit der Künstler Wigg Bäuml eine Hommage an die Weinbau-Tradition an den Winzerer Höhen thematisierte, nicht als solche wahrnehmen.

Nachdem sie unsere Zeitung über diesen Kontext informiert hatte, sagte sie: „Dann hätte ich die Weinlaube lieber in einer anderen Bucht positioniert.“ Der Gesamteindruck aber, so betonte Luise Hechenrieder, sei sehr positiv. „Ja, das Kunstwerk mit dem Baumhaus spricht mich an.“

Weniger positiv äußerte sich am Donnerstag Anwohner Klaus-Peter Roth: „Also, ich hätt‘s nicht gebraucht. Drüben, am gegenüberliegenden Ufer, steht schon der Heilige Nikolaus.“ Diese Statue sei aus seiner Sicht genug, um den nördlichsten Punkt der Donau zu markieren. Dass die „stilisierte Donauplätte“ mit ihrem Baumhaus nicht begehbar ist, findet er gut. „Die Sprayer sind ja immer schnell da.“

Mit der Umzäunung der Baustelle hat Klaus-Peter Roth persönlich kein Problem. Er berichtete jedoch über Fernradfahrer, die durch die Beschriftung „Umleitung“ verwirrt waren. „Sie wussten nicht, ob sie nur die kleine Baustelle oder den ganzen Radweg umfahren sollen.“

„Wie eine Brücke“

Der untere Teil der Sitzstufenanlage befindet sich direkt am Ufer.
Der untere Teil der Sitzstufenanlage befindet sich direkt am Ufer. Foto: Daniel Steffen

Ein älteres Paar aus dem Stadtwesten betrachtete die Baustelle einige Minuten lang. „Das Kunstwerk ist schön. Es hat etwas mit der Donau und im weiteren Sinne mit einer Brücke zu tun“, deutete es das größere Kunstwerk auf seine Weise. „Durch die geschwungene Form erinnert es uns an eine Brücke mit einem Brückenwärterhäuschen.“ Damit lag es gar nicht so falsch, denn Wigg Bäuml umschrieb seine Arbeit als „Hommage an den Fluss, an das Leben am Fluss und an die Schifffahrt“. In seiner Form ist jene Donauplätte deshalb einem Schiffsbug nachempfunden. Das Baumhaus symbolisiert das Leben am Wasser. Als Bub, so erzählte Bäuml, habe er liebend gern Bretterbuden gebastelt, darum sei das Kunstwerk für ihn auch eine schöne Kindheitserinnerung.

Mit der Größe des Kunstwerks (Höhe: rund zehn Meter) zeigten sich die Anwohner einverstanden. Es wirke nicht zu majestätisch und sei auch nicht zu klein, urteilten sie.

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