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Streit

Schlägerei: Türsteher attackiert DJ

Die Männer konkurrierten darum, wer in einer Regensburger Disco das Sagen hat. Der Angreifer wurde nun verurteilt.
Von Marion von Boeselager

In einer Diskothek kam es im vergangenen Herbst zu einem handfesten Streit. Foto: Sophia Kembowski/dpa
In einer Diskothek kam es im vergangenen Herbst zu einem handfesten Streit. Foto: Sophia Kembowski/dpa

Regensburg.Schlägereien unter Disco-Gästen kommen öfter vor. An Halloween 2017 geriet sich in einer Location im Stadtsüden jedoch das Personal in die Haare: Ein Security-Mitarbeiter (31) soll dem DJ, der in der Nacht auflegte, einen Kopfstoß ins Gesicht, einen Schlag in die Nierengegend und einen Tritt gegen das Bein versetzt haben. Der 40-Jährige trug neben Nasenbluten und Kopfschmerzen eine immer noch leicht sichtbare Verletzung der Lippe davon. Jetzt stand der Angreifer wegen Körperverletzung vor dem Amtsgericht.

Zwischen den Männern schwelte schon länger ein Streit. Es ging darum, wer bei der Auswahl der Gäste das letzte Wort habe. Der DJ erklärte vor Gericht: „Ich mache immer Verlosungen, bei denen Gäste Freikarten kriegen. Und der Türsteher ließ einen von meiner Gästeliste einfach nicht rein.“ Bei dem Mann handelte es sich zudem um ein Mitglied der Clique des DJs.

Streit eskalierte an der Bar

Der Angeklagte versicherte jedoch, er habe für die Abweisung des Gastes gute Gründe gehabt. Sein Chef gab ihm Rückendeckung: Der Türsteher müsse letztendlich entscheiden, wer hineindürfe und wer nicht. An Halloween trafen die Kontrahenten nach Dienstschluss an der Bar aufeinander. Der Türsteher unterhielt sich gerade mit zwei Damen, die zur Clique des DJs gehörten. Das missfiel diesem wohl, gab eine Zeugin vor Gericht an. Da eskalierte der schwelende Konflikt.

Nach Angaben des Angeklagten pöbelte ihn der DJ an und schubste ihn weg. Ein Kollege hielt ihn zurück. Doch der DJ habe sich losgerissen und sei auf ihn losgegangen. Beim Gerangel „sind unsere Köpfe zusammengestoßen“. Sonst sei nichts passiert. Der DJ blieb indes dabei: „Der Angeklagte stellte sich direkt vor mich. Sein Kopfstoß kam für mich wie aus dem Nichts.“ Eine Zeugin berichtete, der DJ habe den Türsteher als Erster mit der Schulter angerempelt. „Ihm passte es wohl nicht, dass wir uns unterhielten.“

Beide Kontrahenten waren angetrunken

Da sei die Lage eskaliert. „Beide Männer gingen aufeinander los. Wir gingen dazwischen.“ Doch als die Situation schon beruhigt schien, habe sie den Kopfstoß des Angeklagten gesehen, aber keine weiteren Attacken.

Beide Akteure waren bei dem Vorfall angetrunken und so aggressiv, dass der Türsteher seinen Ärger verbal an den herbeigerufenen Polizisten und der DJ an der Ärztin im Krankenhaus abließ.

Richterin Dr. Cornelia Blankenhorn sah sehr wohl, dass der DJ den Angeklagten anrempelte und provozierte. Der habe dann aber „den Bogen überspannt“ und sich zu dem Kopfstoß hinreißen lassen. 80 Tagessätze zu 30 Euro Geldstrafe lautete das Urteil.

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