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ÖPNV

Schlegl will unterirdischen Busverkehr

Der CSU-Kandidat fordert eine Neuausrichtung des ÖPNV: So soll ein Teil des Busverkehrs in der Altstadt durch einen unterirdischen Tunnel ablaufen.
Von Philipp Seitz, MZ

  • Christian Schlegl stellte bei einer Busfahrt durch Regensburg gemeinsam mit Landtagsabgeordneten Franz Rieger seine Ziele „für einen ÖPNV der Zukunft“ vor. Foto: Seitz
  • OB-Kandidat Christian Schlegl bringt einen unterirdischen Tunnel für den Busverkehr ins Spiel. Foto: Seitz
  • Schlegl stellte sein Konzept für den „ÖPNV der Zukunft“ vor. Mit Journalisten fuhr er in einem Bus die neuralgischen Punkte der Stadt ab. Foto: Seitz

Regensburg.Der OB-Kandidat der CSU, Christian Schlegl, fordert ein intelligentes Verkehrssystem für Regensburg. „Von den Bürgern werden immer wieder Belästigungen durch den Busverkehr in der Altstadt beklagt“, erklärte Schlegl. Abgase, Lärm und entstehende Enge in den Gassen der Domstadt sollen deshalb bald der Vergangenheit angehören: Schlegl will den Busverkehr aus der Altstadt verdrängen und erarbeitete deshalb ein Konzept für den „ÖPNV der Zukunft“.

Bei einer Busfahrt mit Journalisten ging Schlegl auf die neuralgischen Punkte in der Regensburger Altstadt ein. Immer wieder führe der Busverkehr während der Stoßzeiten in der Donauparallele Thundorfer- und Keplerstraße zu Einschränkungen. „Unsere Altstadt ist nicht für einen Busverkehr in dieser Dimension gemacht“, stellte der CSU-Politiker heraus. „Eine unterirdische Streckenführung würde dazu führen, dass der Bus viel schneller die Menschen in das Herz der Altstadt hineinbringen würde.“ Gemeinsam mit Professor Alfred Haack von der „Studiengesellschaft für unterirdische Verkehrsanlagen“ habe er einen Lösungsvorschlag entwickelt.

Die Zustimmung des RVB-Hauptgeschäftsführers Bernd-Reinhard Hetzenecker hat Schlegl schon einmal in der Tasche. Der sagt im MZ-Gespräch am Dienstag, dass er in den 1980-er Jahren als Projektleiter mit einer solchen unterirdischen Trassenführung betraut war. Damals seien 1,5 Millionen DM ausgegeben worden, um die Machbarkeit eines Tunnels zu untersuchen: „Das war eine fundierte Untersuchung, die bis in letzte Details ging“, sagt Hetzenecker. Entlang der Trasse seien der Boden, das Grundwasser und die Fundamenttiefen der zu untergrabenden Gebäude gemessen worden. Das Ergebnis dieser Untersuchungen sei gewesen, dass ein Tunnel machbar sei, so Hetzenecker. Diese Studie müsse natürlich etwa beim aktuellen Gebäudebestand upgedatet werden. Dann würde sich die Konstruktion lohnen, so der RVB-Hauptgeschäftsführer: „Damals haben wir eine standardisierte Bewertung in Auftrag gegeben. Bei der ist herausgekommen, dass der Nutzen über den Kosten liegen wird.“ Über die Kritik, dass er Schlegl damit Wahlkampfhilfe leiste, gibt Hetzenecker sich erhaben. Er habe diese Idee nicht an Schlegl herangetragen. Schlegl hätte ihn um seine Einschätzung gebeten, die habe Hetzecker dem OB-Kandidaten gegeben.

Ersatz für den Altstadtbus

„Wir wollen untersuchen, inwiefern und an welchen Stellen wir in der Altstadt eine unterirdische Streckenführung für Busse umsetzen können“, sagte Schlegl. Vorstellbar sei, den in rund 15 bis 20 Meter Tiefe errichteten Bustunnel vom Ernst-Reuter-Platz zum Platz der Einheit verlaufen zu lassen. Der Metrobus soll als Ersatz für den Altstadtbus dienen und den Einzelhandelsstandort Altstadt stärken sowie die Aufenthaltsqualität in der Stadt fördern.

Schlegl macht sich hierbei für ein umweltfreundliches Fahrsystem stark und würde auf Hybridbusse setzen. Den Vorschlag, in Regensburg künftig auf Elektrobusse zu setzen, lehnte Schlegl strikt ab: „Elektrobusse sind völlig unausgereift. Die Kapazität der Batterien reicht nicht dafür aus, eine Anbindung an die Stadtperipherie zu gewährleisten.“ Bevor das aufgestellte Konzept realisiert wird, soll jedoch zuerst die Finanzierung abgeklärt werden. Hierfür würde er eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, versicherte Schlegl. „Es gibt nur ein einziges Risiko: Wenn sich herausstellt, dass die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist, haben wir das Geld für die Machbarkeitsstudie umsonst ausgegeben.“

Die Kosten für eine Machbarkeitsstudie würden unter einer halben Million Euro liegen, sagte Schlegl auf MZ-Nachfrage. Sollte die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden, könnte die Stadt für das Projekt Fördergelder in Anspruch nehmen. Die Idee soll jedoch nur realisiert werden, wenn auch die Bürger die ÖPNV-Neuausrichtung begrüßen. Der CSU-Kandidat will vor einer möglichen Baumaßnahme deshalb auch den Dialog mit den Bürgern suchen: „Wir werden das Konzept intensiv gemeinsam erörtern und binden uns natürlich auch an ein Bürgervotum“, hob Schlegl hervor.

Zuschüsse wären möglich

Die Kosten für das Projekt betragen laut dem OB-Kandidaten rund 200 Millionen Euro. Er rechnet jedoch mit einer hohen Zuschusssumme. Dann würden auf die Stadt rund 60 Millionen Euro zukommen, die sich auf einen Zeitraum von rund zehn bis 15 Jahre verteilen. Diese Summe ist für Schlegl leicht finanzierbar. Auch aus bautechnischer Sicht ist Schlegl von der Machbarkeit einer unterirdischen Lösung überzeugt: „Das Thema ‚Untergrund‘ wurde schon früher als machbar eingestuft.“ Die Realisierungszeit dürfte wohl zehn bis 15 Jahre betragen, die Bauzeit sei deutlich geringer.

Unterstützung für seinen Vorstoß erhält der OB-Kandidat auch vom CSU-Kreisvorstand. Dieser hatte das Konzept einvernehmlich befürwortet, unterstrich CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Franz Rieger. Schlegls Konzept beinhaltet unter anderem auch eine Stadtbahn-Schnelllinie, die eine zügige Nord-Süd-Verbindung vom Stadtnorden über den Hauptbahnhof, den Campus Galgenberg bis hin zum neuen Fußballstadion beziehungsweise der Uniklinik sicherstellen soll.

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