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Schon über 100 Wirte sagen Nein zu Neonazis

Gastronomen zeigen Zivilcourage und schicken Rechtsextreme weg. Das Aktionsbündnis findet immer mehr Mitstreiter.
Von julia Ried, mz

Alle Wirte, die die Initiative in ihren Lokalen antraf, unterschrieben. Foto: Julia Ried

REGENSBURG. Seit dem Neonazi-Überfall auf das „Picasso“ am 30. Juni sammelt das Bündnis „Keine Bedienung für Nazis“ bei Regensburger Altstadt-Wirten Unterschriften. Jetzt ist die Hunderter-Grenze überschritten – auch dank der Unterstützung der Vertreter des „offiziellen Regensburgs“, die nach einem „Sympathieträgertreffen“ im „Picasso“ jetzt mit auf Kneipentour gingen.

Als freie Initiative aus Privatpersonen sei das Bündnis auf „Hilfe von Organisationen und Persönlichkeiten angewiesen“, schrieb Juba Akili, einer der Initiatoren, in der Einladung zu dem Treffen. Umso mehr freute sich Akili, dass so viele Vertreter des öffentlichen Lebens kamen: „Dies zeigt, das offizielle Regensburg steht hinter dieser Sache.“

Zehn Stationen klapperte die Gruppe ab – vom Dombrowksi am Dom über Dönerläden in der Drei-Kronen-Gasse bis zum Restaurant St. Erhard im Kolpinghaus. Dort setzte der Geschäftsführer, Martin Seitel, die 102. Unterschrift auf die Liste. „Sie werden hier nicht bedient“, das hat Seitel schon öfter gesagt, wie er erzählte. Vor allem im Sommer, auf der Terrasse, hätten sich hin und wieder Gäste niedergelassen, „die aussehen, als wären sie Neonazis“. Er frage dann, ob sie „damit was zu tun haben“ – und wenn sie das bejahten, habe er sie des Hauses verwiesen. Dass die Regensburger Wirte gemeinsam Flagge zeigen, findet er „eine tolle Sache“.

Für die Regensburger Kampagne „Keine Bedienung für Nazis“ geht die Unterschriftenjagd nun außerhalb der Altstadt weiter, wie Markus Zarglmann betonte. Langfristig strebe die Initiative ein Logo für Gasthäuser an, das zu verstehen gibt: „Wir bedienen keine Nazis. Wir sind ausländerfreundlich.“ Michael Scharff vom HGV gab am Mittwoch bereits grünes Licht für das Anti-Neonazi-Siegel. „Da lässt sich sicher irgendeine Lösung finden“, sagte er.

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