MyMz
Anzeige

Schreibwerkstatt

Schüler haben „keine Leichen im Keller“

Fünf Jungautoren veröffentlichen ein Buch mit eigenen Geschichten. Es entstand mithilfe der Autorin Barbara Krohn.
Von Miriam Wulf

Präsentierten gemeinsam mit der Autorin Barbara Krohn (rechts) ihr Buchprojekt: Viona Kagerer, Bianca Scheuerer, Amelie Schmidt, Maria Bittner und Valentin Seewann (von links) Fotos: Wulf
Präsentierten gemeinsam mit der Autorin Barbara Krohn (rechts) ihr Buchprojekt: Viona Kagerer, Bianca Scheuerer, Amelie Schmidt, Maria Bittner und Valentin Seewann (von links) Fotos: Wulf

Regensburg.Fünf Schülerinnen und Schüler stellten jetzt im Rahmen einer Lesung in der Stadtbücherei ihr gemeinsames Buch „Keine Leichen im Keller“ vor. Die jungen Autoren zwischen 15 und 18 Jahren besuchten gemeinsam die Schreibwerkstatt von Autorin Barbara Krohn und schrieben mit ihrer Unterstützung knapp eineinhalb Jahre an den Geschichten, die nun veröffentlicht wurden.

„Jeder hatte Lust dazu“

Die Schreibwerkstatt findet regelmäßig im Rahmen der Regensburger Schülerakademie statt. In der Schülerakademie können interessierte und begabte Schüler zusätzlich neben dem normalen Unterricht Kurse in verschiedenen Fachrichtungen belegen. Seit 2002 bietet die in Regensburg lebende Schriftstellerin Barbara Krohn dort Kurse für kreatives Schreiben an. Alle zwei Wochen treffen sich die am Schreiben interessierten Schüler in kleinen Gruppen mit ihr in den Räumlichkeiten des Albertus-Magnus-Gymnasiums, um verschiedene Texte zu verfassen und vorzutragen. Für jede Stunde gibt es dann eine neue Hausaufgabe.

In einem dieser Kurse ist dann auch die Idee für ein gemeinsames Buch entstanden. Die jungen Autoren Maria Bittner, Valentin Seewann, Amelie Schmidt, Viona Kagerer und Bianca Scheuerer haben sich erst im Rahmen des Kurses kennengelernt und sofort gut harmoniert. „Die fünf Schüler waren von Anfang bis Ende voll engagiert. Jeder hatte Lust dazu. Eigentlich sollte das Buch in einem Schuljahr fertig werden, aber die Zeit ist uns davon gelaufen. Deshalb haben wir in Blockseminaren weiter daran gearbeitet. Beim Schreiben verrennt man sich eben auch mal“, erzählt Barbara Krohn.

Das Buch besteht aus fünf Geschichten, Schauplatz ist ein Mietshaus mit mehreren Wohnungen. In jedem Abschnitt wird die Geschichte von einem der Bewohner erzählt. Sie alle verbindet, dass sie im Keller des Hauses merkwürdige Dinge erleben. So landet etwa der Edeka-Besitzer Edi durch ein geheimnisvolles Buch im alten Rom, der kleine Nick reist in die Vergangenheit seines Großvaters, und die junge Ellen findet sich in einem Wald wieder, in dem Tiere sprechen können.

Student Rocky dagegen reist durch einen Spiegel in eine eisige Welt voller unerfüllter Kinderwünsche und Karin, die von ihrem Stiefsohn gehasst wird, findet sich in der Vergangenheit ihrer Familie wieder. Und dann wäre da auch noch der mysteriöse Hausmeister, der immer wieder auftaucht und von manchen Bewohnern etwas gefürchtet wird.

Die einzelnen Geschichten sind fantasievoll und vor allem durch die Suche nach der eigenen Identität verbunden. Jede der fünf Figuren muss sich einer Schwierigkeit im eigenen Leben stellen und sich gegen Personen zur Wehr setzen. Dabei spielen häufig auch die eigene Vergangenheit und Familiengeschichte eine große Rolle. Dieser Zusammenhang sei ganz unabsichtlich entstanden, sagte Krohn, zieht sich aber am Ende durch alle fünf Geschichten.

Ein paar haben Blut geleckt

Auch an der Covergestaltung waren die Jungautoren beteiligt. Sie erlebten den Prozess einer Buchveröffentlichung hautnah mit. Einige von ihnen können sich gut vorstellen, in Zukunft mehr zu veröffentlichen. Die 15-jährige Viona Kagerer etwa verfasst in ihrer Freizeit gerne Gedichte und schreibt schon an einem weiteren Buch. „Ich könnte mir das gut für die Zukunft vorstellen“, sagt sie. Auch Bianca Scheuerer würde gerne Schriftstellerin werden. „Ich glaube aber, dass es schwer umsetzbar ist“, sagt die 17-jährige.

„Keine Leichen im Keller“ ist bereits das vierte Buch, das im Rahmen von Barbara Krohns Schreibwerkstatt entstand. Der Regensburger Verleger Peter Kern, in dessen Verlag die Bücher erschienen sind, möchte mit der Veröffentlichung die jungen Autoren unterstützen. Erhältlich ist das Buch in den Regensburger Buchhandlungen für 14,90 Euro.

Erfahrungen von Teilnehmern:

Viona Kagerer
Viona Kagerer

Viona Kagerer (15): „Die größte Herausforderung ist die Zeit. Man muss versuchen, an einer Idee dranzubleiben, um nicht zu vergessen, was man schreiben wollte.“

Bianca Scheuerer
Bianca Scheuerer

Bianca Scheuerer (17): „Schreibblockaden sind eine Herausforderung. Manchmal ist es dann besser, es eine Weile stehenzulassen und sich erst später wieder dranzusetzen.“

Valentin Seewann
Valentin Seewann

Valentin Seewann (16): „Es war schwierig, das Schreiben neben allen anderen Verpflichtungen unterzubekommen. Man hat immer viel anderes zu tun, vor allem für die Schule.“

Maria Bittner
Maria Bittner

Maria Bittner (18): „Schreibblockaden sind schwierige Phasen. Außerdem ist es schwierig, den Verlauf einer Geschichte zu planen und alles so zu verknüpfen, dass es passt.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht