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Polizei

Sea-Eye-Mahnmal erneut beschädigt

Unbekannte rissen die Kreuze aus der Verankerung. Erst vor kurzem waren sie in Regensburg neu aufgestellt worden.

Der Verein Sea-Eye stellte Anfang Juni am Donauufer zum zweiten Mal Holzkreuze auf. Foto: Friederike Lehmann
Der Verein Sea-Eye stellte Anfang Juni am Donauufer zum zweiten Mal Holzkreuze auf. Foto: Friederike Lehmann

Regensburg.Schon wieder wurde das Sea-Eye-Mahnmal in Regensburg beschädigt. Unbekannte rissen die Kreuze und eine Gedenktafel aus der Verankerung und warfen sie ins Wasser. Kanuten fischten sie wieder heraus. Nun sucht die Polizei nach Zeugen.

Zum zweiten Mal ließen Unbekannte damit ihre Zerstörungswut an dem Mahnmal auf der Jahninsel aus, das an im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge erinnern soll. Erst Anfang Juni hatte der Verein Sea-Eye die Kreuze neu aufgestellt, nachdem Unbekannte sie hatten verschwinden lassen. Der Verein erstattete Anzeige. Die Hoffnung, die Täter zu finden, war damals eher gering.

„So einfach geben wir nicht auf“

Auch im neuen Fall gibt es bisher noch keine Hinweise auf die Täter. Die Polizei hofft darauf, dass jemand etwas beobachtet hat. Das Mahnmal wurde zwischen Samstag, 16 Uhr, und Sonntag, 8.20 Uhr, beschädigt. Wassersportler fanden die Kreuze in der Donau treibend auf und brachten sie an Land. Laut Pressebericht sind die Finder der Polizei nicht bekannt. Die Höhe des entstandenen Sachschadens beträgt etwa 500 Euro. Sachdienliche Hinweise nimmt die PI Regensburg Nord unter der Telefonnummer (0941) 506 22 21 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Die Kreuze sollen nun repariert und wieder aufgestellt werden. „So einfach geben wir nicht auf“, sagt Hans-Peter Buschheuer, Sprecher der Organisation. Schon nach dem ersten Vorfall zeigte sich der Verein keineswegs eingeschüchtert in seinem Vorhaben. Gründer Michael Buschheuer sagte damals zu unserem Medienhaus: „Der Klügere gibt eben nicht nach, weil sonst der Dümmere gewinnt.“

Die private Hilfsorganisation Sea-Eye rettet vor der libyschen Küste in Seenot geratene Flüchtlinge vor dem Tod auf hoher See. Im Herbst 2015 hat Michael Buschheuer die gemeinnützige Organisation gegründet. Noch im November desselben Jahres erwarb sie das erste Schiff, die Sea-Eye. Seit Mai 2017 ist neben dem 60 Jahre alten Fischkutter noch ein zweites Schiff, die Seefuchs, vor der libyschen Küste unterwegs. Tausende Menschen haben die Schiffe bisher aufgenommen und so vor dem Ertrinken gerettet. (ri)

Bilder einer der vergangenen Missionen der Sea-Eye sehen Sie in unserer Bilderstrecke:

Sea-Eye rettete Flüchtlinge im Mittelmeer

Lesen Sie außerdem: Die Welle der Begeisterung ist vorbei. „Sea-Eye“-Gründer Michael Buschheuer lässt sich davon aber nicht beirren.

Weitere Polizeimeldungen aus der Region finden Sie hier.

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