MyMz
Anzeige

Migration

Sea-Eye rettet 84 Menschen vor Libyen

Die Alan Kurdi der Regensburger Organisation Sea-Eye ist im Mittelmeer im Einsatz. Unter den Geretteten sind auch Kinder.

Die Alan Kurdi hat am Donnerstag im Mittelmeer bei zwei Einsätzen 84 Menschen an Bord genommen. Darunter auch Kleinkinder und Schwangere. Foto: Johannes Gaevert
Die Alan Kurdi hat am Donnerstag im Mittelmeer bei zwei Einsätzen 84 Menschen an Bord genommen. Darunter auch Kleinkinder und Schwangere. Foto: Johannes Gaevert

Regensburg.Am Donnerstagmorgen wurde das zivile Rettungsschiff Alan Kurdi der Regensburger Organisation Sea-Eye über den ersten Seenotfall informiert. Die Organisation „Watch the Med Alarm Phone“ kontaktierte die Einsatzleitung und übermittelte die Position.

Am späten Vormittag traf die Alan Kurdi an einem seeuntauglichen Schlauchboot ein und evakuierte 44 Menschen. Unter ihnen sind laut Angaben von Sea-Eye 21 Frauen, eine davon schwanger. Ebenfalls wurden ein Kleinkind und zwei Neugeborene geborgen, eines vier und ein anderes acht Wochen alt.

Kleinkinder und Schwangere an Bord

Einige Frauen berichten dem Medizinerteam, dass sie bereits seit drei Jahren in Libyen festgesessen haben. An Bord des Schiffes wurden die Menschen medizinisch betreut.

Zeitgleich wurde die Alan Kurdi über einen weiteren Seenotfall informiert. Am Nachmittag wurde es schließlich vom zivilen Suchflugzeug „Colibri“ der französischen Hilfsorganisation Pilotes Volontaires entdeckt.

Migration

Ein Seenotretter erzählt

In Regensburg berichtet ein Seenotretter von Sea Watch, wie die Mission mit Carola Rackete ablief, bei der er an Bord war.

Das Sea-Eye-Schiff erreichte die Position gegen 17 Uhr. Auch hier befanden sich drei Kleinkinder an Bord. Eine Frau wurde bewusstlos von Bord des Schlauchbootes geborgen und wurde im Bordhospital behandelt. Der Zustand eines Neugeborenen wird von Sea-Eye ebenfalls als kritisch beschrieben.

Einziges Schiff vor der libyschen Küste

„Wir sind sehr froh, zur richtigen Zeit vor Ort gewesen zu sein. Die Alan Kurdi ist in diesen Stunden das einzige zivile Rettungsschiff vor der libyschen Küste. Vor allem das Schicksal der sechs Kleinkinder, teilweise nur wenige Wochen alt, bereitet uns in diesen Stunden schwerwiegende Sorgen. Die Behörden müssen sofort handeln und Verantwortung übernehmen“, sagt Sea-Eye Vorsitzender Gorden Isler.

Sea-Eye hat bereits am Nachmittag um Zuweisung eines sicheren Hafens für die Geretteten der Alan Kurdi gebeten. Bis zum Abend blieb laut Sea-Eye eine Antwort der europäischen Seenotleitstellen aus.

Die libyschen Behörden boten am Nachmittag wiederholt Tripolis als Ausschiffungshafen an. Sea-Eye lehnt es jedoch kategorisch ab, Menschen zurück nach Libyen zu bringen.

Weitere Nachrichten aus Deutschland und der Welt lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht