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Seebauer lebt für den Landkreislauf

Manfred Seebauer aus Regensburg hat als Ultraläufer an jedem MZ-Landkreislauf teilgenommen. 2019 ist sein zehnter Start.

Manfred Seebauer kommt im Ziel an. Foto: Lex
Manfred Seebauer kommt im Ziel an. Foto: Lex

Regensburg.Manfred Seebauer (41) ist ein Ultraläufer und ein Kämpfer. Seit der Landkreislauf im Jahr 2010 zum ersten Mal ausgerichtet wurde, nahm der gebürtige Holzheimer, der in Regensburg lebt, jährlich an diesem Lauf teil. Seebauer läuft nicht dabei nur einen Streckenabschnitt, sondern er zählt zu den Ultraläufern, die die gesamte Strecke – in diesem Jahr 73,1 Kilometer – durchlaufen. Dabei war dies bei seinem ersten Landkreislauf so gar nicht geplant.

Doch von vorne. Seebauer erzählt, dass er eigentlich noch gar nicht solange beim Laufen dabei sei. Aufgrund vieler Weiterbildungen hatte er viele Jahre lang gar keinen Sport gemacht und begann erst wieder 2009 mit bereits 31 Jahren beim SC Matting, Fußball zu spielen.

Mit 31 mit dem Laufen begonnen

„Da ich mit dem Ball nicht so stark war, wollte ich zumindest die 90 Minuten auf dem Spielfeld sehr gut laufen können. Da die Sportler in den unteren Fußballklassen häufig nicht besonders lauffreudig sind, wurde ich schnell als ´Pferdelunge betitelt. Das gab mir den Antrieb, noch mehr und schneller zu laufen. Im selben Jahr begann ich dann auch mit den Laufwettkämpfen.“

Seebauer hatte auf Anhieb Erfolg und seine Motivation wuchs. Als er vom Landkreislauf hörte, beschloss er daran teilzunehmen. Bis dato war er nur Halbmarathons gelaufen, doch beim MZ Landkreislauf 2010 wollte er – 15 Monate nach seinem Laufbeginn – die Marathonstrecke meistern. Seebauer erzählt, dass er, nachdem er die Marathonstrecke beim Lauf gemeistert hatte, das Gefühl hatte aufhören zu müssen und keinen Schritt mehr weiter laufen zu können.

Doch dann habe er sich gedacht, die nächsten 8 Kilometer gehen auch noch. Und dann wieder die nächsten 10 Kilometer. Und so habe er sich immer weiter selbst motiviert, bis er am Ende den ersten MZ Landkreislauf mit 75 Kilometern und 1600 Höhenmetern zu Ende brachte. „Damals hatte ich ein runners’ high, ich bin in Lappersdorf eingelaufen und es war alles ganz unwirklich“, erinnert sich der Ultraläufer. Seebauer war bei all seinen Langkreisläufen stets unter den ersten Zehn und zweimal sogar Dritter.

Härtesten Marathon der Welt bezwungen

Seit seinem ersten Landkreislauf ist Manfred Seebauer weitergelaufen. Immer größere Herausforderungen setzte er sich und nahm beispielsweise am IronViking teil, der laut Veranstalter der härteste Marathon der Welt mit über 100 Hindernissen auf 42 Kilometern ist. Seebauer geht gern an seine Grenzen. Er nimmt an Triathlons teil, an Marathons. „Der schönste Triathlon war für mich der Battle of the Gods Triathlon auf Zypern mit Schwimmen im Mittelmeer, Radfahren bei Linksverkehr und Laufen am Strand.“

Sport

Wenzenbacher Ultraläufer im Rentenalter

Klaus Huber liebt Herausforderungen. Statt einem TV-Abend auf der Couch läuft der Wenzenbacher 100 Kilometer in der Schweiz.

Auf der Strecke hat Seebauer sogar ein Lächeln für den Fotografen übrig. Foto: Seebauer
Auf der Strecke hat Seebauer sogar ein Lächeln für den Fotografen übrig. Foto: Seebauer

Beim Regensburger Nacktlauf engagiert er sich jährlich mit Freunden für den Tierschutz, er macht er beim Sommer Biathlon und Crossduathlon mit. „Richtig Spaß machen mir auch Gaudiwettkämpfe wie Sautrogrennen und Bier-Athlon, das bedeutet Laufen, Radfahren, Biertrinken“, erzählt der Sportler, der beruflich Programmierer ist.

Doch was ist nun eigentlich genau ein Ultraläufer? Für Seebauer ist ein Lauf unter 50 Kilometer kein Ultralauf. „Ab 50 bis 60 Kilometer wird es für mich mental und körperlich hart. Beim Landkreislauf starten die Ultras nicht in einer Staffel, sondern bewältigen die Strecke im Alleingang.“

Seebauer läuft gern mit anderen

Beim heurigen Landkreislauf wird Seebauer mit dem Armin Wolf-Laufteam auf die Strecke gehen. Mit ihm starten Matthias Koder, Andreas Pollinger, Stephan Irrgang als Ultraläufer. Seebauer läuft gern in Gesellschaft, „weil Sportler meistens sehr angenehme Zeitgenossen sind. Außerdem gilt bei sehr harten Trainingseinheiten: geteiltes Leid ist halbes Leid!“

Seebauers Laufkalender dreht sich um und orientiert sich am Landkreislauf. An dem will er, wie er sagt, immer teilnehmen, denn er liebt den Lauf durch die Heimat und er mag die Leute, die er jährlich beim Landkreislauf trifft.

Freizeit

Ein Landkreislauf der Rekorde

Am 14. September starten 317 Teams – so viele wie noch nie. Im Osten des Landkreises legen sie 73,1 Kilometer zurück.

Es sei einfach ein wunderbares Erlebnis. „In den Wochen vorm Landkreislauf bietet die MZ zehn Wochen lang jeden Mittwoch einen Streckencheck der jeweiligen Etappen an. Dabei treffen sich viele Dutzende Teilnehmer und haben Spaß beim gemeinsamen Ablaufen der Strecke. Dabei sind über die Jahre richtig gute Freundschaften entstanden.

Einmal jährlich wird nach der Teilstreckenbesichtigung vom Skiclub Großberg für die Mitglieder und Freunde eine Brotzeit organisiert. Hierbei bleibe ich immer bis zum Schluss, weil es so viel Spaß macht, sich mit gleichgesinnten Freunden auszutauschen. Nach dem letzten Streckencheck ist die Enttäuschung spürbar, dass es für dieses Jahr damit wieder vorbei ist“, erzählt Seebauer.

Gefühle beim Lauf

  • Vorfreude:

    Vor und zu Beginn eines Ultralaufes wird Seebauer von der Wettkampfstimmung und der Vorfreude gepusht. Bis zur Hälfte vermeidet er „Rechenspiele“ bezüglich der Reststrecke. Ab etwa 45 Kilometern beginnen die Schmerzen.

  • Zweifel:

    Nach 50 bis 60 Kilometern kommen Selbstzweifel und er fragt sich, warum er sich das antut. „Man denkt ans Aussteigen. Wenn man auf den letzten Kilometern die Musik und die Moderatoren hört, kommen unglaubliche Glücksgefühle.

Der Ultraläufer lobt auch die Organisation des Landkreislaufes in höchsten Tönen. „Als Ultraläufer erfährt man vor, während und nach dem Langkreislauf Respektbekundungen, die einen richtig pushen und die nachhaltig wirken. Gänsehaut bekomme ich immer, wenn alle Ultras bei der Siegerehrung auf der Bühne stehen, das ganze Zelt aufsteht und minutenlang applaudiert. Das ist alle Jahre wieder magisch. Selbst jetzt beim Beschreiben diese Situation bekomme ich Gänsehaut.“

Hier geht‘s zur offiziellen Seite des MZ-Landkreislaufs.

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