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Medizin

Seelenzeit nehmen: Ein kleine Auszeit für jeden

Die Zigarettenpause ist legitim. Nun soll es die Seelenpause auch werden. Ein Symbol signalisiert: „Ich bin gerade in mir!“
Von heinz Klein, MZ

Professor Dr. Thomas Loew zeigt das Seelenzeit-Zeichen. Foto: Klein

REGENSBURG. Vor einigen Monaten sorgte ein Kreis von etwa 30 Chefärzten an Psychosomatischen Kliniken mit einem Aufruf zur psychosozialen Lage in Deutschland für Aufsehen. Die Warnung vor einer dramatischen Zunahme psychischer und psychosomatischer Erkrankungen in der Gesellschaft haben inzwischen mehr als 3000 Fachärzte unterschrieben.

In einem nächsten Schritt werben die 30 Chefärzte – unter ihnen der Regensburger Professor Dr. Thomas Loew – nun für ein paar Minuten „Seelenzeit“ für jeden Menschen und jeden Tag. Einige Momente des Innehaltens, des Bei-sich-seins, des Verinnerlichens und des Selbstsortierens seien Balsam für die Seele – gerade in unserer Zeit totaler Hektik und permanenter Erreichbarkeit, in der das Burn-out-Syndrom zur Volkskrankheit zu werden droht. Am Regensburger Uniklinikum ermunterte Professor Loew, der dort die Abteilung Psychosomatik leitet, Patienten und Mitarbeiter, sich diese Auszeit vom Alltagsstress für ein paar Minuten der Selbstfürsorge zu nehmen – und dies mit einem „Seelenzeichen“ kund zu tun. Beide Hände in Brusthöhe vor dem Körper aneinandergelegt und nach oben gerichtet, die Daumenspitzen gebeugt – diese Symbolik soll sagen: „ich bin gerade nicht ansprechbar, ich nehme Seelenzeit!“ Denn Finger, die sich berühren, können keine Arbeit machen, sie formen aber einen Schutzraum.

In den letzten Tagen haben mehr als 4000 Patienten an etwa 30 Kliniken in Deutschland dieses Zeichen kennengelernt. Sie sollen es hinaus tragen, damit das „Seelenzeichen“ bald jeder kennt und auch verwendet: Als kleines Plädoyer für den Einsatz von spirituellen Ansätzen in der westlichen Welt.

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