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Inklusion

Seit 50 Jahren im Dienst der Menschen

Der Verein für körper- und mehrfach behinderte Menschen feiert Jubiläum. Die Mitglieder nahmen das nächste Ziel in den Blick.
Von Tino Lex

Für ihr unvergleichliches Engagement für den VKM wurden Christa und Engelbert Weiß von den Vorstandskolleginnen Sandra Roggenbuck (links) und Eva Remold-Schneider (rechts) geehrt. Foto: Lex Tino
Für ihr unvergleichliches Engagement für den VKM wurden Christa und Engelbert Weiß von den Vorstandskolleginnen Sandra Roggenbuck (links) und Eva Remold-Schneider (rechts) geehrt. Foto: Lex Tino

Regensburg.Wenn ein Verein 50 Jahre alt wird, ist dies ein Grund zu feiern. Handelt es sich dabei um einen Verein, der Benachteiligten zur Seite steht, ist die Freude umso größer. Ein halbes Jahrhundert im Dienst von Menschen mit Handicap ist der Verein für Körper- und mehrfachbehinderte Menschen, kurz VKM.

Ambulanz wurde 1970 gegründet

Am Samstagabend feierte der Verein dieses Jubiläum im Pater-Rupert-Mayer-Zentrum mit Freunden, Gönnern und Unterstützern. Gegründet wurde der Verein 1969, damals unter dem Namen „Verein zur Förderung spastisch gelähmter und körperbehinderter Kinder“. Der Fernmeldeoberinspektor Reinhard Hofbauer und die Hausfrau Erika Huber riefen damals diesen Verein ins Leben. Für sie war die Einrichtung eines Selbsthilfevereins unumgänglich. Ziel der Elterninitiative war es – damals wie heute – die Versorgung und Förderung ihrer Kinder mit Behinderung zu verbessern. In Professor Dr. Hugo Hanssler von der Kinderklinik St. Hedwig fanden sie einen unermüdlichen Unterstützer. Auf seine Initiative hin wurde 1970 eine „Ambulanz für körperbehinderte Kinder“ gegründet.

Beim Fest im Pater-Rupert-Mayer-Zentrum ging es mit dem „Werkstatt Express“ der Lebenshilfe Regensburg unter der Leitung von Helmut Süttner schwungvoll in einen informativen Abend. Eine ganz neue Form der Begrüßungsrede fand die erste Vorsitzende des Vereins, Christa Weiß. Sie fragte die Ehrengäste nach ihrer Meinung zu einzelnen Themen. So erzählte Bezirksrat Johann Renter, wie er selbst trotz seiner Behinderung reiten durfte – zwar nicht auf einem Pferd, dafür aber auf einem Ochsen. Fazit: Das Reiten habe seine Muskeln und Koordination gestärkt. Deshalb sei die Reittherapie, die der Verein anbiete, wichtig für die betroffenen Kinder. Die speziell dafür ausgebildeten Pferde bauen zu den Kindern ein besonderes Verhältnis auf und helfen ihnen, Spannungen und Ängste fallen zu lassen. Wie alles im Leben kostet dies aber sehr viel Geld. Bislang konnte der Verein bei verschiedenen Reitställen unterkommen. Mittelfristiges Ziel ist jedoch, eine eigene Reithalle mit Pferden einzurichten. Landrätin Tanja Schweiger unterstützt den Verein, wo es geht und setzt sich für ein „großes Gesamtkonzept“ ein. Der Vertreter der Stadt Regensburg, Dr. Thomas Burger, sagte, das Thema Inklusion habe einen sehr hohen Stellenwert. Man müsse in der Öffentlichkeit darauf noch besser hinweisen.

Eltern sind die treibende Kraft

Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) betonte die enge Verbindung des KJF zum VKM. Er sieht in den Eltern betroffener Kinder die große treibende Kraft, die ihre Wünsche und Anregungen mit Nachdruck formulierten.

Gernot Steinmann war für den Landesverband vor Ort und erinnerte daran, dass dem LVKM Bayern 48 Mitglieder angeschlossen seien. Durch die Verbindungen zur Lotterie von „Aktion Mensch“ konnten zehn Millionen Euro an die Mitgliedsorganisationen verteilt werden. Einen Teil davon bekommt der VKM. Allerdings fällt die Summe zu gering aus, um sofort mit dem Bau des Reittherapie-Zentrums zu beginnen. Dass der Verein auch große Ziele in die Tat umsetzen kann, bewies er in den vergangenen Jahren. 2017 konnte das Pilotprojekt „W.I.R. – Wohnen inklusiv Regensburg“ eröffnet werden. Auf dem Nibelungenareal leben heute in 47 Wohneinheiten in zwei Clustern behinderte und nichtbehinderte, jüngere und ältere Menschen zusammen.

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